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Wochenendimpressionen

Draußen sitzen die Leute im Straßencafé und schauen den Weihnachtsmarkt-Standlbesitzern beim Aufbauen zu. Das Eis der schon längst geschlossenen Eisdiele würde sich wahrscheinlich besser verkaufen als die Lebkuchen, die jetzt drin sind. Und im Blumenladen bieten sie Glühwein an, denn schließlich ist Adventsausstellung und da gehört Glühwein einfach dazu. Die Kinder toben nur mit dem Pulli vor dem Lokal, wo die Eltern drin beim Sonntagsbrunch sitzen. Und andere tragen beim Sonntagsspaziergang ihre Daunenjacken - und du fragst dich spontan, was sie wohl anziehen, wenn es doch Winter wird.

Übergangsmäntel werden überschätzt, sagte S. noch Anfang Oktober als der Sommer nahtlos in etwas winterähnlich überging. In diesem Moment warsrt du versucht, ihr recht zu geben. Mit leichtem Bedauern, denn schließlich wollen Trenchcoat etc. auch getragen werden. Und sie an, es ist ausgerechnet der November, der ihr widerspricht. Also ein Hoch auf den Übergangsmantel. 

Irgendwie kommt mir die Vorstellung, diese Woche in den Keller zu steigen und nach dem Weihnachtskram zu kramen, doch noch ziemlich absurd vor. Ich sollte nicht vergessen, vorher ein Antiallergikum zu nehmen, staubig genug ist es da unten.

Frau B. zu 22. November 09 am 17:54 in Alltagsbetrachtungen | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)

Morgenstimmung

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Frau B. zu 21. November 09 am 13:07 in Fotos | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Es ist Sonn-Tag

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Die ganz jungen werden im Kinderwagen geschoben, die ganz alten im Rollstuhl. Manche ziehen zum Arbeiten raus in die Sonne um, andere zum Zeitunglesen und wieder andere tanken nur einfach Sonne. Auf und ab flanieren die Menschen wie an einem sonnigen Sonntag. Am Spielplatz nebenan ist Hochbetrieb. Wie schon die letzten Tage. Die Straßencafés sind voll. Und in der kleinen Stadt sitzen die Menschen draußen unter der schon angebrachten Weihnachtsdeko. Die Geschäfte versuchen, Plätzchen zu verkaufen und Weihnachtskerzen und die Floristen werben mit ihren Adventsausstellungen. Novemberföhn macht das Leben absurd. Schön...

Frau B. zu 19. November 09 am 18:31 in Alltagsbetrachtungen, Fotos | Permalink | Kommentare (4) | TrackBack (0)

Neue Verhaltensregeln

Du machst das falsch! Der Tonfall eines solchen Kindergartenzwergs kann sehr resulut sein. Jetzt bin ich es zum einen nicht gewohnt, von tief unten kritisiert zu werden, zum anderen bin ich mir keiner Schuld bewusst. Du musst in den Ärmel niesen, werde ich aufgeklärt. Ja, Schweingegrippeschutz, nickt die dazugehörige Mutter.

Ah. Ja. Die vorgehaltene Hand ist unhygienisch, der verschlonzte Kostümärmel wird diesen Winter das Signal sein, sich korrekt zu verhalten. Unter letzteren Aspekt bezweifle ich, dass sich diese Verhaltensvorschrift außerhalb des Kindergartens durchsetzen lässt. Ansonsten begrüße ich natürlich, dass sich vielleicht die Wahrscheinlichkeit dezimiert immer und ständig von fremden Kindern angeniest zu werden.

Frau B. zu 17. November 09 am 10:46 in Alltagsbetrachtungen | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)

Hofgarten

Hofgarten

Frau B. zu 13. November 09 am 07:00 in Fotos | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)

Ich geh mit meiner Laterne...

Mei, war das ein Spaß früher. Wie wir da mit unseren selbstverständlich selbstgebastelten Laternen am Martinstag entlang gewackelt sind. Letztlich hoch konzentriert, denn zu viel wackeln bedeutete in der Regel das aus für das Licht drinnen. Hochkonzentriert auch die Eltern, gleich einzugreifen, wenn so eine Papierlaterne Feuer gefangen hat oder einem anderen Kind verdächtig nahe kam.

UNTEN, DA LEUCHTEN WIR

Gibt's alles nicht mehr. Ist ja viel zu gefährlich. Wieder mal ein Punkt mehr, wie wir alle es geschafft haben, unbeschadet groß zu werden. Heute wird mit Glühlämpchen gearbeitet. Glühlämpchen! Ich gebe ja zu, dass meine Mutter wahrscheinlich die erste gewesen wäre, die ein elektrisches Lämpchen in die Laterne gesteckt hätte. In dieser Hinsicht war sie extrem unentspannt. Das gab's aber in den 70ern nicht. Und dennoch ist nie etwas passiert.

MEIN LICHT IST AUS - ICH GEH NACH HAUS

Das gilt ja heute nicht mehr. Und damit ist das beste Argument für Eltern, den Rummel dann irgendwann zu beenden und die völlig überdrehten, äh, Kinder nach Hause zu bringen, auch vom Tisch. Selber schuld, sag ich da mal.

RABIMMMEL RABAMMEL RABUMM

Und noch eine Tradition, die den Bach runter geht: die Martinsgans. Kam ich doch tatsächlich heute an einer Wirtschaft vorbei, die groß die "Martinsente" angekündigt hat. Martinsente. Ob Kirchweih oder Martinstag - anscheinend ist das alles inzwischen egal. Aber es war halt nun mal ein Gänsestall und kein Entenweiher. Da wollen wir jetzt schon mal korrekt bleiben.

Frau B. zu 11. November 09 am 18:36 in Alltagsbetrachtungen, Münchner Gschichten | Permalink | Kommentare (1) | TrackBack (0)

Auch in München: Angriff auf unschuldige Autos

Es war einmal ein Auto. So fangen Märchen an. Es war einmal ein wunderhübscher Golf IV. Bitte jetzt keine Einwände, ob ein Golf IV überhaupt wunderhübsch sein kann. Auf jedenfall war er hübscher als der Golf V, der ja ganz fürchterlich aussieht. Ein Auto, das gefahren ist, wie eine eins. Was wahrscheinlich daran lag, dass er ganz wunderbar eingefahren wurde: vom Händler raus, ins Rheinland rein. Die Jungfernfahrt. Und auf der Rückfahrt mal schauen, wie viel er kann. Ja, und er kann was für einen nicht übermotorisierten Golf.

Er wurde geliebt, fünf Jahre lang. Dann hat er zugegebenermaßen Konkurrenz bekommen. Das war sicherlich hart. Jünger, mit mehr Power, schicker. Aber deswegen wurde er nicht weniger geliebt. Nur weniger gefahren. Auf Reisen musste er meist in München bleiben.

Aber was so richtig hart war, waren die Angriffe, denen er ausgesetzt wurde. Rücksichtslos. Ihm wurde der Seitenspiegel abgefahren. Ihm wurde ins Heck gefahren. Und eine Garagentür ihm auf die Motorhaube geknallt. Viele Blessuren musste er einstecken. Und das war alles nichts gegen gestern. Als ein rücksichtsloser BMW-Fahrer ihm die ganze linke Seite zerstört hat. Und dann eigentlich noch weiterfahren wollte, wäre er nicht aufgehalten worden.

Der Gutachter heute sprach von Restwert. Das kommt einem Todesurteil gleich...

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Aber dieser Schrotthaufen auf vier Rädern, steht auf nagelneuen vier Rädern. Und er hat neue Bremsen. Und er fährt. Also auch weiter.

Frau B. zu 10. November 09 am 20:27 in Pferdestärkenblog | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)

9. November 1989

Ich war 17 und so unfrei wie man mit 17 in Niederbayern nur sein kann. Dass die Mauer in Berlin fiel, war die eine Sache, um mich baute ich sie gerade auf. Der Herbst vor 20 Jahren... Zu Hause Stress, die große Liebe meist unglücklich, die beste Freundin gerade schwanger. Die kleine Welt war durcheinander, so dass der Umbruch der großen Welt gar nicht die Bedeutung hatte. Berlin war weit weg.

Eineinhalb Jahre zuvor war ich das erste Mal in Berlin gewesen. Die Eindrücke von damals, heute noch präsent. Die Mauer, das graue Ostberlin. Das Glück heute, durch das Brandenburger Tor zu gehen. Präsent auch der Sommer 1989. Die Bilder aus der Prager Botschaft. Die Züge, die dann im Westen ankamen. Präsent auch der Berlin-Besuch im Jahr darauf, das Kribbeln des Umbruchs. Doch ausgerechnet der 9. November nicht präsent. Doch präsent das Gefühl der Absurdität, was es mit diesem Datum des 9. Novembers wohl auf sich hat, da sich an einem Datum die Ereignisse so häufen.

Es gibt Situationen, an die hat man eine Erinnerung zu haben. Um Teil des Ganzen zu sein. Ich habe die Bilder gesehen. Damals und seitdem immer wieder. Die kollektive Erinnerung ist Teil von mir.

Frau B. zu 09. November 09 am 10:23 in Notizen aus meinem Leben | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Der Berg ruft...

...diesmal ein anderer. Morgen geht's in Tölz wieder auf den Kalvarienberg.

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Leonhardifahrt. Und da sag noch mal einer, dass in Bayern manches Brauchtum nicht gepflegt würde. Wobei es allerdings die Frage ist, ob es inzwischen nicht mehr eine große Touristenattraktion ist. Ich persönlich hab ja meine eigene Wallfahrt auf den Berg schon hinter mir. Aber wenn das Wetter schön ist, vielleicht fahr ich dann doch noch am Wochenende auf einen Leonhardimarkt.

Frau B. zu 05. November 09 am 19:55 in Weißblaue Ansichten | Permalink | Kommentare (3) | TrackBack (0)

Mann, du bist der Hammer

Weltmännertag also. Das ist gut und billig, weil ja jede schützenswerte Art einen eigenen Gedenktag braucht. Und Männer gehören ja inzwischen zu der schützenswerten Art. Schon in der Schule benachteiligt, später von den Hormonen getrieben, dann ausgepowert im Leistungsdruck. Auf der anderen Seite psychisch kastriert und von Gebärneid gebeutelt. Nachdem die männliche Identität in den letzten Jahren verloren gegangen ist, ist so ein Gedenktag mehr als nötig.

Männer. Eine verwunderliche Spezies. Inzwischen ist es ja sogar im Fußball wichtiger vor dem Spiel zur Maniküre zu gehen und die Haare neu gefärbt zu haben, dafür muss auch eine Trainingseinheit ausfallen können. Das sind also die neuen Männerqualitäten. Auch wenn wir Frauen keineswegs den ungepflegten Neandertaler wiederhaben wollen, dieses Beispiel zeigt eindeutig, dass Männer es nicht schaffen, Prioritäten zu setzen. Und dann sehen die Frauen in der Nationalmannschaft nicht nur besser aus, bringen nach dem Spiel den geraderen Satz ins Mikro - sie spielen auch noch besser. Wieder eine Männerdomäne gekippt.

Ach Männer. Natürlich ist Fußball schon lang nicht mehr euer Leben. Die Werkbank im Keller ist der Wellness-Oase gewichen. Vom Platz im Kleiderschrank und aud dem Badezimmerregal fordert ihr die Hälfte ein. Ihr könnt kochen und grunzt nicht nur "Fleisch!", das ihr auf den Grill schmeißt. Ihr geht mit angesabberten Anzügen ins Büro und sagt erklärend "Bäuerchen zum Abschied". Ihr habt Krämpfe, wenn wir unsere Tage haben. Nehmt in der Schwangerschaft zehn Kilo zu. Spielt euer Leben lang gern mit Autos.

Ihr bringt uns zum Staunen. Und zum Lachen. Und manchmal zum Weinen. Einen schönen Weltmännertag euch heute noch. Soll ich im Baumarkt ein Geschenkset kaufen gehen? Oder lieber ein Körperduftöl?

Frau B. zu 03. November 09 am 14:31 in Alltagsbetrachtungen | Permalink | Kommentare (13) | TrackBack (0)

Golden

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Frau B. zu 02. November 09 am 11:32 in Fotos | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Gruselig...

Mit Halloween kann ich ja persönlich nichts anfangen. Was daran liegt, dass es nicht Teil meiner Sozialisation ist und ich so unflexibel und spießig bin, dass es mir heute auch egal ist. Vielleicht liegt es auch daran, dass weder Verkleiden noch Horrorfilme das meine sind.

Wie auch immer. Ich löffle eine Kürbissuppe, bin froh, dass bei mir keine Kinder klingeln und lass es gut sein. Tanzverbot? Bitte sehr. Vor zwanzig Jahren war es mir nicht egal. Und im übrigen, das Tanzverbot gab es schon damals. Was ich so genau weiß, weil eine Freundin an Holloween, das wir damals einfach mal 31. Oktober genannt haben, Geburtstag hatte. Und um Mitternacht wurde die Musi abgedreht. So war das damals. Und man hat es auch nicht weiter hinterfragt. Die meisten von uns mussten am nächsten Tag eh halbwegs fit sein, weil ein Auftauchen am Grab mit Leichenblässe und tiefen Ringen unter den Augen von den Eltern nicht sehr geschätzt wurde. Am 1. November ist man nämlich ans Grab gegangen. So war das damals.

Jetzt kann man natürlich die Verrohung der Sitten beklagen und die Amerikanisierung im Allgemeinen, aber das Totengedenken (bitte mit Stille und Trauer) staatlich zu verordnen, geht zu weit. Der eine gruselt sich eben beim scheinheiligen Friedhofsaufmarsch am 1. November, der andere in der Nacht davor.

In dem Zusammenhang darf man sich eigentlich sogar wundern, dass es dem BR erlaubt ist, jedes Jahr an Allerheiligen den Brandner Kaspar auszustrahlen. Da geht man ja auch lax mit dem Thema Tod um.

All Hallows' Eve. Perchten. Kerschgeist. Wenn man mal darüber nachdenkt, ist der Ursprung doch wieder derselbe...

Frau B. zu 29. Oktober 09 am 13:56 in Kultur & mehr | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)

Susn - eine Hommage

Vor dieser Frau möchte man in die Knie gehen - wie sie dasteht mit ihrem Engelsgesicht und sich in nur einer guten Stunde wandelt von der naiven Jungen in die abgehalfterte Alte, die alles und zu viel erlebt hat. Und das ohne Maske und ohne Zutun, nur aus sich selbst heraus.

Es wird wieder eine Hommage. Aber es geht nicht anders. Brigitte Hobmeier ist eine Sensation als Susn. Und das Gespann Ostermeier als Regisseur und Hobmeier als seine Hauptdarstellerin entwickelt sich zum Dream-Team, das süchtig macht. Dass Ostermeier, der aus Niederbayern nach Berlin geflohen ist, wie so viele andere kreative, gut ist, wenn er sich an der bayerischen Unterschicht abarbeitet, ist nichts neues. Ob mit Fleißer oder jetzt mit Achternbusch.

Susn, die Demontage einer Frau in vier Bildern, stammt aus einer Zeit, in der die Frauenbewegung ihre Hochkonjunktur hatte. Theoretisch, denn praktisch regierten die drei großen Ks. Das hat Achternbusch so gesehen, das sieht Ostermeier so - und das lebt auf der Bühne Brigitte Hobmeier.

Es ist derb, es ist kein Sonntagsspaziergang und die Lacher bleiben eher im Hals stecken. Aber es ist großartig. Großartig ist vor allem Brigitte Hobmeier, die mit einer scheinbaren Leichtigkeit die vierzig Jahre überwindet und diese Frauenfigur zu einer verschmelzen lässt. Zu einer, mit der man und über die man weinen möchte.

Prädikat: empfehlenswert! Die nächsten Aufführungstermine sind am 9. und 10. November. Mehr auf der Homepage der Münchner Kammerspiele

Und weil wir gerade dabei sind...Die letzte Möglichkeit, die Maria Braun in München zu sehen, ist Sonntag, der 8. November. Danach geht die Aufführung an die Schaubühne Berlin. Ich würde Ihnen ja den Besuch der Aufführung ebenfalls und immer noch empfehlen...

Frau B. zu 27. Oktober 09 am 19:02 in Kultur & mehr | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Blues

Die Dunkelheit ist eine Drecksau. Eine widerwärtige gemeine. Hinterrücks nistet sie sich ein, in dein Leben. Macht sich breit. Nicht bereit es für die nächsten Monate wieder zu verlassen. Sie ist da, wenn du am Morgen aufstehst, sie ist da, wenn du vom Schreibtisch aufblickst und eigentlich der Tag noch so lang ist - doch die Nacht ist viel länger. Sie ist einfach da. Legt sich über dich wie eine Decke. Und ist doch kalt.

Du sehnst dich nach einem offenen Feuer, vor dem du sitzen würdest mit einem Buch in der Hand. Die Katze würde schnurren. Der Mann dich anlächeln, wenn du aufblickst. Die Dunkelheit würde dir nichts anhaben. Hoffst du, denn an Katze und Feuer allein kanns ja nicht liegen.

Doch so bist du ihr erst einmal ausgeliefert. Kannst dich höchstens mit ihr arrangieren. Sie nicht besiegen. Denn dann besiegt sie dich mit einem Lächeln im Gesicht.

Frau B. zu 26. Oktober 09 am 17:55 in Alltagsbetrachtungen | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Münchner Schmuddelkinder?

Wenn ich abend für abend den Mann meines Lebens in Jogginghosen und Unterhemd auf der Couch sehen müsste, würde ich anfangen, die Bereiche Mann - Leben zu überdenken. Erstaunt bin ich, dass es nun Frauen gibt, die das nicht zu stören scheint, die sich im Gegenteil darüber freuen, wenn nicht nur in der Eckkneipe in Obergiesing (Berg am Laim?) mann in Schlappen und Jogginghose auf ein Bier geht, sondern auch in den In-Kneipen der In-Viertel die anscheinend Edel-Proll-Variante dieses Outfits angesagt ist.

Also ich persönlich bezweifle ja, dass dieser Look angesagt ist. Natürlich gab es auch die weibliche Variante schon immer irgendwo: blondiert, Jogginghose, rosa Fingernägel und Bleistiftabsätze. Oder die intersexuelle Variante der ballonseidenen Jogginganzüge. Oder nicht zu vergessen: Trainingshose, Lederjacke, Goldkettchen. Alle drei in der Innenstadt eine seltene Spezies. Glücklicherweise.

Natürlich gibt es auch in München jede Menge Jogginghosenträger - in meinem Spießerviertel begegnet man ihnen, ja genau: beim Joggen. Und das muss zwar nicht, kann aber ein sexy Anblick sein. Steht derjenige allerdings so mit dem Bier in der Hand an den Tresen, ergreifen Sie die Flucht liebe Frauen. Denn dann addieren Sie ein paar Jährchen und Bierchen obendrauf, subtrahieren ein paar Häarchen und sie wissen, was eventuell dann auf ihrem Sofa sitzt. Kein schöner Anblick, oder?

Frau B. zu 22. Oktober 09 am 15:32 in Münchner Gschichten | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)

Trendscout Frau B.

In Bozen übrigens trinken nur noch Turis Sprizz, wir erinnern uns, das angeblich neue In-Getränk in München. Angesagt ist vielmehr ein Getränk mit einer entschieden dezenteren Farbgebung. Gesehen in vielen Bars, musste ich natürlich sofort kosten.

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Es schmeckt, es hat einen bescheuerten Namen und es wird in München der Renner. Wie lange dauert's? Wetten werden an dieser Stelle angenommen...

Frau B. zu 20. Oktober 09 am 11:29 in Frau B. geht auf Reisen, Münchner Gschichten | Permalink | Kommentare (12) | TrackBack (0)

Powershopping in Monaco

Was für ein entgangenes Geschäft. Wahrscheinlich haben am gestrigen Samstag alle Glühweinstandlbesitzer fassungslos auf Kalender, Termometer und die Innenstadt geschaut. Wenn man es nicht besser wüsste, könnte man meinen, Weihnachten steht vor der Tür. Der dritte Adventssamstag ist nichts gegen das Gedränge, das in der Fußgängerzone und den Nebenschauplätzen herrschte. Doch statt auf der Jagd nach Geschenken, waren alle auf der Jagd nach wärmender Kleidung. Bei Rid gingen die Bettdecken weg wie warme Semmeln, Winterstiefel waren der Renner in den Schuhgeschäften. Und die Kassen in den Mantelabteilungen klingelten in den Ohren der Geschäftsführenden gestern wahrscheinlich wie himmlische Glocken. Ganze Familien waren aus wahrscheinlich halb Bayern zum Shoppen auf Minga gefahren. Aber wir wissen ja auch, dass nicht nur aus halb Bayern die Menschen anreisen, sondern auch aus Norditalien. Nicht Bozen, nicht Mailland. Nach München müsste man zum Shoppen fahren. Die besseren Geschäfte, die bessere Auswahl und das bessere Preis-Leistungs-Verhältnis gäbe es hier. Und wie zum Beweis ließen sich am Samstag eine Gruppe gutgekleideter Italiener zum Espresso an dem Tisch nebenan nieder. Mit Tüten bepackt. Ja, nur die Glühweinstandlbesitzer, die hatten Pech. Weil die hatten zu. Dabei hätte sich das wohl richtig gelohnt.

Frau B. zu 18. Oktober 09 am 19:03 in Münchner Gschichten | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)

Bergauf II

Meine Damen und Herren, ich fühle mich betrogen. Ja. Deswegen war es hier die letzten Tage auch so still. Ich saß nämlich schmollend in der Ecke. Für alle, die es vergessen haben: der Oktober hat golden zu sein. Und nicht weiß.

Und so kann man sagen, dass das vergangenes Wochenende die letzte Gelegenheit war

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Frau B. zu 16. Oktober 09 am 12:50 in Frau B. geht auf Reisen | Permalink | Kommentare (0) | TrackBack (0)

Was lange währt...

Wollen wollt ich's schon lange. Jahre lang. Das Objekt meine Begierde war ein Strickjanker. Aber nicht so einer, wie sie immer meinen, den Frauen andrehen zu müssen. Nix mit Chichi, nix mit Applikation und Stickerei und schon dreimal nix mit so einer komischen Falte hinten. Ich wollte etwas einfaches, schlichtes. Kurz: Ich wollte keinen taillenkurzen Frauenjanker, ich wollte einen Männerjanker im Frauenformat. Und das, das find mal. Ich glaub, es gibt keinen Trachtenladen, der meinen Weg gekreuzt hat, in dem ich nicht gefragt habe. Die Zeit verging und inzwischen gab es schon zwei Menschen, die nichts lieber getan hätten als mir das Objekt meiner Sehnsucht zu schenken. Mein Vater, weil er die Vorstellung seiner Tochter im Janker ganz wunderbar fand. Der Begleiter, der den "ich auch haben will"-Blick nicht mehr ertrug. Ist ja schön, wenn dir Menschen etwas schenken wollen. Nur das allein hilft dir auch nicht weiter. So gingen die Jahre ins Land. Dabei lag das Gute so nah. Denn irgendwann, warum erst dann, weiß kein Mensch, schaute ich in einem kleinen Trachtenladen in der kleinen Stadt rein. Doch, ich weiß warum: weil ich Montags das ein oder andere Mal vor verschlossener Türe stand. Diesmal war die Tür offen - und ich rannte offene Türen ein: "Kein Problem. Das lassen wir machen." Sagte es und drückte mir Stoffmuster in die Hand. Gemessen. Gesteckt. Drei Wochen später war mein Janker da. So wie ich ihn wollte. Und er hat mich schon sehr glücklich gemacht. Das erste Mal, gleich am ersten Abend, an einem Juli Abend, an dem es so saukalt war, dass du gemeint hast, dich in der Jahreszeit vertan zu haben. Ich war auf der Landshuter Hochzeit verabredet. Und kam an - mit Janker. Und erntete ein Lächeln von den Frauen im Sommerkleid. Das ihnen verging. Im Gegensatz zu meinem Lächeln.

Wollen Sie auch glücklich werden: Trachtenmäßig bei Daniela Kurtenbach, Steckengasse, Landshut.

Frau B. zu 09. Oktober 09 am 09:34 in Geschichten aus der kleinen Stadt, Notizen aus meinem Leben | Permalink | Kommentare (2) | TrackBack (0)

Must haves in Maxvorstadt

Maxvorstadt war mal ein Uni-Viertel. Die Uni ist zwar noch da, wo sie immer war, die Studenten... na gut, die Studenten sind in ihren Semesterferien. Und so ist Maxvorstadt ziemlich entvölkert. Umso mehr fällt dann eine andere Gruppe von Menschen auf und vor allem deren Accessories: gut gekleidet - an der einen Hand die Rolex, an der anderen ein Mini-Mensch namens Finn oder so ähnlich. Der dazugehörige Geländewagen steht, ja wo steht der eigentlich? Während Buchhandlungen schließen, schießen Kinder-Boutiquen aus dem Boden - alles was chic und den Latte Macchiato Mamis teuer ist. Aber was man irgendwann mal spart, wenn das Kind keine Studentenbude braucht, sondern in der Stadtwohnung bleiben kann, das macht auf lange Sicht gesehen, Maxvorstadt einfach unschlagbar günstig. Denn Finn wird irgendwann mal BWL studieren, das ist doch eh klar.

Frau B. zu 07. Oktober 09 am 19:20 in Münchner Gschichten | Permalink | Kommentare (5) | TrackBack (0)

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