Über den Schreck des Telefonläutens
Es gibt diese Momente, da braucht man einfach nur Ansprache. Die Gewissheit, nicht allein zu sein, obwohl man ja in diesem Moment allein ist. Ist man dann auch noch allein in der Wohnung und kann also nicht eine Türe öffnen und sich neben jemanden setzen, der gerade liest/fernsieht/arbeitet - erwartungsvoll schweigend bis derjenige die Tätigkeit unterbricht oder auch gleich drauflosredend, bleibt einem nichts anderes übrig, zum Telefonhörer zu greifen. Klingende Telefone am Abend sind aber Seltenheit geworden. Ob dies am fortgeschrittenen Alter liegt oder die Konzentration am Emails als Mitteilungsmittel? Es könnte auch am Alter liegen, denn denke ich zurück an meine Kindheit war der Zeitslot, in dem es schicklich war zu telefonieren äußerst begrenzt: zwischen Abendbrot und Tagesschau. Danach auch nicht mehr, denn danach war es zu spät. Heute in Zeiten von Anrufbeantworten piept einen des Abends dann auch nur etwas entgegen. Und ich möchte wetten, dass die Hälfte der Menschen, bei denen der Antwortbeantworter an den Anruf geht, sehr wohl daheim sind, aber keine Luft haben den Anruf selbst zu beantworten... Wer dann tatsächlich an den Apparat geht, tut dies aus einem Reflex heraus, erschrocken ob des Klingelns - und eigentlich auch nicht bereit zu sprechen. Sei es weil sie lesen/arbeiten/am Computer sitzen oder Germanys next Topdings schauen, was natürlich spannender ist als mit alten Freunden zu telefonieren, die man schon so lange nicht mehr gehört hat, dass sie gar nicht wissen, dass da eine Leidenschaft für ein klumpiges Fernsehformat vorhanden ist. Nein, Ansprache findet am am Abend am Telefon nicht so leicht. Sprechen Sie mit sich selbst oder rufen Sie Ihre Mutter an. Mütter freuen sich meistens - es könnte allerdings sein, dass sie gerade fernsehen und...















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