Die Schranne - ein City-Tollwood
Endlich ein Ende mit der Wiesn

Auf- oder Abwertung der Innenstadt?

Spekulanten sind unterwegs – Verdrängung von Alteingesessenen – bei der SZ ist man moralisch entrüstet. Unter Anführungszeichen schreibt man: Immer mehr Stadtviertel werden von Altbausanierern „aufgewertet“ – Zitat oder Ironie? Weder noch, denn Tatsache. Tatsache ist: die Innenstadt wird nach und nach saniert, wiederhergerichtet. Und für wen? Für die typisch Münchner Klientel – Ärzte, Lehrer, Juristen, auch Journalisten, die keine Lust haben in irgendwelchen Vororten zu veröden, sondern urbanes Feeling bevorzugen. Häufig kinderlos sind schicke Boutiquen und Szenekeipen wichtiger als Vorgartenidylle. Die Zeit der Wohnsilos am Stadtrand ist für viele vorbei. Und das ist auch gut so, denn es sind exakt die Menschen, die auch bereit sind, in dieser Stadt Geld auszugeben. Und dank derer die beginnende Verödung der Innenstadt auch wieder ein Ende hatte. Denn wie sah es denn vorher aus? Das Zentrum war abends tot – umgeben von ein paar Glasscherbenviertel wie Giesing, Sendling oder Westend – und die Neubausiedlungen nach draußen hin wuchsen. Jetzt kommen die Menschen zurück: Das Interesse für Altbauwohnungen steigt in der Regel mit dem Bildungsgrad. Und mit der Nachfrage die häufig dringend nötige Sanierung. Und das können sich viele Hausbesitzer gar nicht leisten ohne verkaufen. Was also Verdrängung und Spekulation auf der einen Seite genannt wird, ist auf der anderen Seite die Chance für die Innenstadt nicht zu verrotten sondern sich wieder rauszuputzen. Denn die Arbeiterviertel von früher sind von der Vorstadt zur Innenstadt geworden.

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