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Dezember 2005

Und da war dann noch...

...die völlig überzogene und absolut überflüssige "Jesus loves you"-Nummer im Kino gestern bei "Narnia". Ebenso überflüssig wie der ganze Film. Also soviel zum Thema: Was man nicht gesehen haben muss. Eine absolut schlechte Vermischung vom Märchen der Schneekönigin, Alice im Wunderland und einer übergestülpten Heilsbotschaft (das Opfer!). Und das alles auch noch grottig umgesetzt, so dass ungelenke Schauspieler vor der computeranimierten Fototapete wie in 50er Jahre Filmen hampeln - fehlte gerade noch, dass sie zu singen angefangen hätten...

Wer noch ein cineastisches Weihnachtsmärchen sucht, dem sei "Merry christmas" empfohlen. Ein wundervoller Film, der nachdenklich macht und heute so aktuell ist wie 1914.


Nur keinen Stress

Das mit der Besinnung in der Adventszeit funktioniert ja nie. Was aber tatsächlich geht, ist die Weihnachtliche Besinnlichkeit. Also, wenn alle versorgt sind, es eh zu spät zum Geschenke kaufen und sonstigem ist - dann kehrt so allmählich Ruhe ein. Und das ist schön. Und noch schöner wird es ab dem zweiten Feiertag, wenn aller Familientrubel vorbei ist und die Nach-Weihnachtliche Besinnlichkeit Raum findet. Den meisten Menschen wird ja da langweilig und sie brechen hektisch in den Weihnachtsurlaub auf. Ich finde diese Ruhe dagegen schön. Kein Zwang irgendetwas zu tun. Man kann einen Winterspaziergang machen und danach heiße Schokolade trinken und Plätzchen essen. Sich alte Filme im Fernsehen reinziehen. Die alten Spiele mal wieder auspacken oder in neuen Büchern schmökern. Diese Tage haben etwas unglaublich entspanntes. Man muss auch in dieser Zeit nicht zwingend ausgehen stattdessen trifft man sich daheim wie in den Zeiten als sich noch alle um den Kamin versammelten. Nennt mich sentimental, aber ich mag diese Zeit. Und es sind nur noch zwei hektische Tage zu überstehen...


Weshalb...

...fängt man ausgerechnet in der Zeit, in der man sowieso keine Zeit hat, an, sich um Dinge zu kümmern, die seit Monaten ganz oben auf den To-Do-Listen standen? Behörden, Ämter, Bank etc. etc. Der Jahreswechsel naht ganz offensichtlich...


Ist das Leben nicht schön?

Eine Woche bis Weihnachten. Stellt sich die Frage, ob man lieber sich in den ganz großen Trubel stürzt oder ob man nicht ein bisschen Zeit für Besinnung findet. Blöd nur, dass es für viele der Samstag genau die letzte Gelegenheit ist - zum Geschenke kaufen zum Beispiel (fast, es gibt ja noch den 24.). Oder für einen gemeinschaftlichen Großeinkauf im Supermarkt (hab ich eigentlich schon am Küchentisch erwähnt, dass ich das nicht allein machen werde...?). Also lauter schöne Dinge, die so richtig Spaß machen, bei denen man eine gewisse Abneigung gegen alle Menschen entwickelt und gegen Weihnachten an sich.

Und ab diesem Zeitpunkt ist die Weinnacht angesagt. Wir müssen uns ja nicht alle gleich im Selbstversuch dem Vollrausch hingeben, aber bei einem Glas Wein über die Frage zu philosophieren, ob denn kurz vor dem Feste alle bescheuert sind, ist eigentlich eine gute Idee. Ein Glas langt auch - die Antwort steht eh fest...

Aber dann kann man sich wieder den schönen Dingen des Lebens widmen. Zum Beispiel die Kiste mit den Weihnachtsvideos aus dem Regal holen und das alljährliche Tränchen vergießen, wenn Clarence seine Flügel bekommt...

Auch im Kino ist ein Weihnachtsprogramm wie schon seit Jahren nicht mehr - allerdings muss man bei Kino wieder unter Menschen... Und das muss man auch, wenn man am Samstag abend ausgehen möchte, zum Beispiel zur Jazzy Christmas ins Voglers. Schwere Entscheidung.


Sein oder manchmal schein

Manche brezeln sich für einen Frisörbesuch besonders auf. Und das mit Recht. Man will ja schön sein, wenn frau zum schönmachen geht. Außerdem wird man dann genauso behandelt, wie man auch behandelt werden sollte, wenn man mit der alten Jeans auftaucht. Wird man aber nicht. Was sich auch immer wieder beim Einkaufen feststellen lässt. Das geschulte Verkäuferinnenauge taxiert in Windeseile den Wert der Kleidung und damit die scheinbare Bereitschaft Geld auszugeben. Und Armani-Menschen werden anders behandelt als H&M-Typen - und Konen-Tüten gelten in der Theatinerstraße offensichtlich als absolutes No-Go (letztens in einem bekannten Handschuh-Geschäft dieser Stadt...). Deshalb haben manche Frauen auch häufig Einkaufstüten von teuren Geschäften dabei beziehungsweise genau darum sind auch die Longchamp-Taschen so ein Renner - rein und weg ist das falsche Logo. Und deswegen brezeln wir Frauen uns auch manchmal zum Shoppen auf. Weil wir wollen gut behandelt werden. Und wenn wir das nicht werden - ist es schick und gestylt  einfacher der Arroganz von manchen Verkäuferinnen einfach arrogant zu begegnen...


Heimaturlaub

Ein ideales Wochenende für einen entspannten (hoffentlich!) Besuch in der alten Heimat. Wer wie ich die Weihnachtsfamilienfeierlichkeiten eher abkürzt, für den bietet sich so ein vorweihnachtliches Zusammenkommen der Ursprungsfamilie geradezu an. Schon mal zusammen die ersten Plätzchen knabbern, überlegen, was man denn am ersten Feiertag essen könnte, und sich freuen, dass man im Gegensatz zu anderen Familien Weihnachten ganz stressfrei betrachten kann.

Außerdem durch die Stadt seiner Kindheit schlendern. Ob sie noch das ist, was sie war? Die große Spielzeugeisenbahn wird nicht mehr da sein - das Geschäft gibt es nicht mehr. Ist die Hauptstraße noch so geschmückt wie früher? Kann auch ernüchternd sein. Aber abwarten.

Auf jeden Fall mit alten Freunden auf den Weihnachtsmarkt. Jetzt mit Kinderwagen aber immer noch auf einen Glühwein. Und am Abend dann die alte Runde, in einer Besetzung, die es schon lange nicht mehr gab. Mit dem Auto hinfahren, das aber möglicherweise stehen lassen.  Alte Geschichten aufwärmen, neue erzählen.

Wieder daheim sein. Harmonie suchen. Hoffentlich finden.


Wann ist ein Geschenk ein Geschenk?

Nachdem inzwischen alle entweder im persönlichen Gespräch oder sogar öffentlich Geschenketipps abfragen - ja, es ist fünf vor Geschenke, wenn man am 24. nicht mit leeren Händen oder Verzweiflungsgütern dastehen will. Was macht denn ein Geschenk eigentlich zu demselbigen? Wahrscheinlich gibt es darauf nur eine Antwort: Es erfüllt einen Herzenswunsch und/oder kommt von Herzen.

Was sich so pathetisch anhört, ist eigentlich ganz einfach. Rückblick in die Kindheit - da gab es Herzenswünsche. Ob eine bestimmte Puppe, eine Eisenbahn, ein Spiel - es waren echte Wünsche. Heute können wir uns eigentlich alles kaufen. Wünsche sind schwierig, Herzenswünsche noch  viel mehr. Materiell gesehen ist es damit eigentlich ist es all das, was man zwar gerne hätte, aber  sich doch nicht selber kauft: ein edler Füller, ein Schlüsselanhänger, der in der berühmten blauen Schachtel verpackt ist (eigentlich alles, das original in so einer Schachtel steckt) - alles, was edel ist.

Aber auch alles, was besonders ist. Alles was zeigt, ich habe an dich gedacht, ich habe dir zugehört. All das macht ein Geschenk aus. Alles, was banal ist - weg damit!

Aber das wichtigste Geschenk ist die Zeit. Die Zeit, die man in etwas investiert, es zu machen - egal was, selbstgemachte Geschenke sind das größte. Leider sehen das nicht alle so. Oder die Zeit verschenken, um sie gemeinsam zu verbringen. Aber nicht in Form von Gutscheinen!!! Gutscheine sind grundsätzlich kein Geschenk und Zeitgutscheine schon gar nicht! Es ist so ein irgendwann, das Gutscheine vermitteln. Und aus dem irgendwann wird zu häufig ein nie. Das gemeinsame Wochenende sollte schon gebucht sein und die Theaterkarten eigentlich auch schon da.

Das alles macht Schenken einfach und zugleich so schwierig...


Ganz schön geschäftstüchtig...

...waren gestern abend ein paar Kinder, die hier in Neuhausen durch die Kneipen(!) zogen, verkleidet als vorgezogene Sternsinger. Leierten einen Vers und ein Liedchen, um dann Geld einsammeln zu gehen: "Sternsinger kommen doch erst noch." - Doof schau. "Für wen oder was sammelt ihr denn?" - Nochmal doof schau: "Ja für uns!" Dumme Frage, dumme Antwort...


Erst eins, schon zwei...

Wie die Zeit verrast. Immer noch keine großartigen Weihnachtsgefühle. Ob die sich einstellen, wenn man sich dem allgemeinen Geschenkewahnsinn am Samstag in der Fußgängerzone hingibt?  Ich glaube, man sollte die Innenstadt wohl besser meiden - der beste Wochenendtipp, den ich je gegeben habe...

Nein, ich habe noch einen anderen: Wie wäre es mit einem Christmas-Warm-up auch genannt Adventstee? Die ersten selbstgebackenen Plätzchen, ein paar Lebkuchen und Glühwein (nur nur nur selbstgemacht!!!). Noch haben die meisten Menschen Weihnachten noch nicht so registriert, sind also noch nicht im obligatorischen Vorfreudenstress - es ist der ideale Zeitpunkt für ein entspanntes "Wir haben uns schon lange nicht mehr gesehen"-Treffen. Ist doch eine schöne Idee, oder?


Von der Freundlichkeit...

...im bayerischen Einzelhandel. Mal wieder. Ich unterstütze den Einzelhandel. Immer. Zahle die völlig überhöhten Preise meines Obsthändlers, kaufe "echtes" Brot und frischen Käse, Fleisch nicht aus dem Kühlregal und Wein nicht im Supermarkt. Außerdem fahre ich grundsätzlich nicht mit dem Auto zum Stadtrand zum Einkaufen.Doch gerade beim Metzger - einer von denen, die boarisch redn: Hab schon alles mögliche gekauft, will noch Wurst. Eine neue (!) Verkäuferin lässt mich ein Stück einer neuen Wurst versuchen. Ergebnis: Ich kaufe 100 Gramm. Kollegin tariert die Waage auf 105. Wundern tut mich gar nichts mehr. Langsam nehme ich es persönlich...