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Mai 2006

Krieg und Frieden (moderne Fassung)

Nichtraucher riechen ja bekanntlich besser als Raucher. Das mag auch der Grund sein, weshalb sie Rauch riechen - immer und überall und in einem für sie unerträglichen Maße. Und weil sie ja eh die armen geknechteten unterdrückten Schweine sind, auf die hier niemand Rücksicht nimmt, fühlen sie sich auch im Recht, immer und überall Rücksicht zu fordern und selbst keine zu nehmen, warum auch.

Weshalb macht zum Beispiel ein Nichtraucher nicht einmal ein Fest, wenn die Temperatur etwas mehr als minus 20 Grad hat? - Nein, Nichtraucherfeste finden grundsätzlich im tiefsten Winter statt. Raucher haben es da einfacher: Feste können wann auch immer stattfinden. Mit und ohne Mitrauchern. - Allerdings sollten sie aufpassen, wenn sie Nichtraucher einladen, sonst kann es ihnen passieren, dass einer davon sagt: "Ich möchte nicht, dass hier geraucht wird." In einem Raucherhaushalt. Bei 90 Prozent rauchender Gäste. - Dass ich nicht sofort gesagt habe: "Da ist die Tür, du kannst auch gehen" wundert mich bis heute. Nein, ich errichte bei großen Festen sogar Raucher und Nichtraucherzonen - versuche es zumindest, bis sich rausstellt, dass kein Mensch sich in letzterem aufhält, während sich in ersterem die Menschen stapeln und die Luft immer schlechter wird. Kein Nichtraucher käme jemals auf die Idee eine Raucherzone zu errichten - ausser vor der Tür.

Ich glaube der Grund, weshalb Nichtraucher nur Winterfeste machen, liegt darin, die Diskussion zu umgehen, ob denn in einem Nichtrauchergarten geraucht werden dürfe. Ist ja draußen kein Problem möchte man meinen. Aber auch unter dem Himmel ist der Raucher nicht frei, denn der Nichtraucher fühlt sich belästigt - auch drei Tische weiter im Biergarten. Und man möchte doch (nein, nicht bitte sondern sofort) die Zigarette ausmachen.

Bleibt die eigene Wohnung - trotzdem es auch da gilt,  zuerst die Nachbarn um Erlaubnis zu bitten. Und es ist nachweisslich dein Rauch, der in der Nacht aus deinem Fenster raus, die fünf Meter zum übernächsten Nachbarn überwindet, von seiner Nase angezogen durch das Fenster hinein - ihn in seinem Schlaf beeinträchtigt. Was musst du auch mitten in der Nacht am Schreibtisch sitzen und arbeiten - und als Raucher natürlich rauchen. Möchte der werte Leser raten, von wem der Vermieter die Schließung des Fensters verlangt hat?

Aber ich bin ja nicht so. Ich hiesse die weisse Fahne und lad dich ein auf ein Friedenspfeifchen. Ach ja genau, du rauchst ja nicht. Blöd jetzt eigentlich oder?


Estate Italiana

Nein, hier nicht. Hier gibt's nur Schlechte-Laune-Wetter. Aber gehen Sie doch mal durch diese Tür:

Nhe_florenz_blog

Und Sie befinden sich in der Nähe von Florenz.

Leider aus dem Archiv. Aber dazu fallen mir doch glatt zwei Geschichten ein - und das eine ist tatsächlich nochmal eine Auto-Geschichte. Neben diesem reizenden Landgut in der Toskana, an einem Ort, zu dem sich nicht allzuviele Touristen verirren, gibt es nämlich ein zweites Landgut. Und, da, so erzählt die italienische Mamma, hätten sie ganz ganz reizende Nachbarn. Unversehens fand man sich dort nämlich in direkter Nähe zu Sting. Der im übrigen einen Geländewagen fährt und es mit der Vorfahrt nicht so genau nimmt. Ich schon, vor allem auf einer Straße, auf der durchaus mal Wildschweine mit rasantem Tempo die Fahrbahn kreuzen. Ok, die Geschichte mit der Vorfahrt war wohl eher umgekehrt... Nur eine Freundin, die jetzt wahrscheinlich nicht namentlich genannt werden möchte, hat im nachhinein nicht verstanden, weshalb ich diese Chance einfach su verstreichen ließ (ähm, Chance?? zu was? warum?)...

Ich sag es ja immer: Nehmt Rücksicht aufeinander im Straßenverkehr. Als besonders rücksichtsvoll ist an dieser Stelle auch Giovanne Elber zu loben (ist schon etliche Jahre her). Er bremst auch für Radler, die ganz bestimmt keine Vorfahrt haben...

So viel zum Thema Frau B. und autofahrende Promis. Bei Estate Italiana fällt aber ja noch was anderes ein also ausser der Frage, warum Deutschland keinen guten WM-Song hervorbringt: Ist ja bald soweit. Wenn das Wetter so bleibt, könnte sich das ja zum Heimvorteil entwickeln...


Auch Frau B. fährt Auto

Ein Cabrio für Arme. Also mehr als ein Schiebedach war einfach nicht drin. Jetzt ist es zwar so, dass Frau B. Cabrios schon mehr als cool findet, sie aber in einem Punkt mehr als uncool ist: Tatsache und es ist nahezu so spießig wie Opel fahren - räusper - sie ist zugempfindlich. Was ein echtes Problem ist, weil sie sich damit wahrscheinlich ein Leben lang entscheiden muss zwischen Coolness plus Dauerschmerzen (das Alter, das Alter) oder Spießigkeit.

Darüber sinnierte Frau B. also auf der Autobahn so vor sich hin. Freute sich daneben an der schönen niederbayerischen Landschaft, bedauerte es allerdings auch, nicht gleichzeitig fahren und fotografieren zu können - wie andere Menschen. Überlegte, ob diese Fotos tatsächlich beim Fahren entstanden seien und ob das dann bedeutete, dass die anderen bessere Fahrer seien oder einfach auf der Landstraße dahinschneckten. Die Tachonadel näherte sich den 200 und ein zufriedenes Lächeln durchzog ihr Gesicht.

Das Auto ist einfach perfekt eingefahren. Und in Gedanken entwarf sie einen netten kleinen Blogeintrag über das Autofahren und über die Geschichte, wie das Auto eingefahren wurde. Es war in diesem Sommer, der als Hochzeitssommer in die Geschichte eingehen würde. Was wahrscheinlich daran lag, dass sich bei den beteiligten Damen die 30 in bedrohlicher Weise näherte und dieser Gedanke offensichtlich nur mit einem Ring am Finger erträglich war. Und so war es der Sommer, in dem Frau B. mehrmals die Bundesrepublik durchquerte, um nahezu jedes Wochenende auf einer anderen Hochzeit zu tanzen. Weil aber der geliebte goldene Golf lange Strecken inzwischen nicht mehr besonders mochte (und einige Monate davor mehr als deutlich gemacht hatte, dass insbesondere eine Alpenüberquerung nichts mehr für eine alte Lady ist), brauchte dieser Sommer ein neues Auto. Dessen Jungfernfahrt raus vom Händler gleich ins Rheintal gehen sollte...

Ob es die Erinnerung an diese Fahrt war. Oder die 33 Grad an diesem Tag, wobei das Auto ja nicht mit in diesem dunklen Hochzeitssaal gefeiert hatte, denn für Juli-Hochzeiten am Rhein dann auch eine Location an eben diesem anzumieten wäre ja doch übertrieben, auf jeden Fall machte es: pff. Und von 180 bremste die Karre runter auf 100 als hätte jemand voll in die Eisen getreten. Unglaublich wieviele Lichtlein und Zeichen so ein Auto plötzlich haben kann, die kein Mensch zu entziffern weiss - naja, für Frauen spricht es dann eine deutliche Sprache: Motor! Abgas! WERKSTATT!!!!!!!!! SOFORT!!!!!!!!!!!!! Sch...

Danke an den Schutzheiligen der Autofahrenden Frauen (wir Katholiken haben ja glücklicherweise für alles einen Schutzheiligen): Das ganze passierte mit der nächsten Ausfahrt in Sichtweite. Und von dort aus direkt auf die nächste Werkstatt gerollt. Was sich als mehr als Glück herausstellte, denn ein paar Meter weiter und der Motor wäre hopps gegangen. Und nur meine  Freunde aus Wolfsburg sind im übrigen der Ansicht, dass Verschleisserscheinungen an der Spannrolle nach fünf Jahren völlig normal sind...

Und so wurde die Geschichte der Frau B. über eine Fahrt ins Rheintal jäh unterbrochen...


Im Supermarkt an der Kasse

Und der große Unterschied zwischen dem ungepflegten Alten mit den dreckigen Klamotten mit seinen zwanzig Flaschen Billigbier und der Dame im Businesskostüm schrumpft gewaltig, wenn man ihren Einkauf betrachtet: eine Packung abgepackten Käse und einen Flachmann Weinbrandt.


Oh Lord want you buy me...

Stopp. Stimmt ja gar nicht. Die gute Joan hätte nie gesungen "buy me an Opel Astra". Womit die Frage, ob Menschen, die vier Wochen Opel fahren, käuflich sind, eh hinfällig ist. Und, um eines klar zu stellen, hier wird keine neue Baustelle aufgemacht, in der sich A bis Z Blogger beleidigen können. Da gibt's grad genügend Spielwiesen, pardon Kindergärten im Netz. Was mich aber viel mehr interessieren würde - und damit die Frage an alle, die sich gerade mit ihrem Bagger im Sandkasten hauen - erzählt mir doch lieber mal, weshalb euer Bagger der schönste ist.

Lesegeschichten will ich haben! Teilhaben an der kindlichen Freude des Herrn Dahlmann, wenn er entdeckt, dass es Radios gibt, die einen automatischen Sendersuchlauf haben. Ich darf Ihnen an dieser Stelle versichern, dass es das schon lange gibt - und gab, sogar in meiner geliebten alten Schrottschüssel. Das Auto war ziemlich schnell weniger wert als das Radio - sprich im feindlichen Ausland konnte man zwar Anfang der Neunziger das Radio noch gut verhökern, aber ein goldfarbener (Sic!) Golf II fand bei den Autoknackern nur ein müdes Lächeln. Und das sowohl in Hamburg (Eppendorf - nix Gratlerviertel) wie ein paar Monte später in Weimar - das hatte ich davon, dass ich als kunstbeflissene Germanistin unbedingt Herrn Goethes Grab besichtigen musste. An dieser Stelle allerdings nochmals Dank an die Autoknacker: Es wären auch meine Kleidung, mein Geld, meine Papiere (auch die des Autos) im Auto gewesen. Ein Radio ist leichter zu ersetzen, auch wenn die Rückfahrt nach München etwas fad war...

An dieser Stelle auch Dank an Don Alphonso zu seiner mit der Barchetta am Gardasee Geschichte. Jetzt kenn ich alle Vorteile (welche eigentlich?) und Nachteile des Wägelchens, weiss dass es vom Besitzer geliebt wird und weshalb mir plötzlich wieder meine Hamburger Mitbewohnerin mit ihrem Mazda MX5 inklusive "sponsord by Daddy"-Aufkleber einfiel, bedarf noch einer genaueren Klärung.

Also ihr da draussen: mehr davon! Ihr Minifahrer erzählt mir, ob es wirklich noch Liebe ist, wenn man keinen Bierkasten in den Kofferraum bekommt. Ihr BMW-Fahrer, weshalb ihr alle fahrt wie eine gesegnte Sau - stopp, weiss ich eigentlich selbst: Wer nichts sieht und keinen Überblick hat, kann auch auf niemand anderen Rücksicht nehmen. Frau Nuf her mit ihrer Trabbi-Geschichte! Wer auch immer schon geweint hat, weil er seinen Sportwagen gegen eine Familienkutsche getauscht hat, jetzt ist ist der Zeitpunkt, es zu verarbeiten. Herr Schäfer: Stilbruch oder echtes Gefühl, einen New Beetle zu fahren? Porschefahrer (gibt's überhaupt Porschefahrer unter Bloggern?) - bitte klären Sie das  Streitgespräch kürzlich: Sagt der Porsche nun beim Anlassen - ich hab dich lieb (@Jürgen: Ich bleib dabei - that's Bullshitt!) oder doch viel mehr - ich f... dich? And last but not least: Wie recht hatte Joan Baez?

Update:


An Apple each day?

Ich war ja lange überzeugte Apple-Nutzerin. Bis dann irgendwann meine Computerheimat zwangsumgesiedelt wurde. Gut, man gewöhnt sich an alles. Und dieses Baby hier, auf dem ich gerade schreibe ist wirklich fein. Aber jetzt steht ein neues Notebook auf meiner "Haben-Will"-Liste. Und eine alte Liebe erwacht neu, so dass ich gerade mit den neuen ProBooks von Apple ein bisschen flirte. Was meint ihr: Reines Hab-mich-lieb-Produkt? Anders gefragt: Mit welchen Laptops seid denn ihr so unterwegs - und wie zufrieden?


Das Leben ist eine Kaffeepause

Verkäuferin ist ja anscheinend ein richtig netter Job. Nicht zu anstrengend. Man kann ein bisschen mit Kolleginnen ein Schwätzchen halten. Kaffee trinken. Vor die Tür gehen und eine in der Sonne rauchen. Und wird dafür auch noch bezahlt. Prima. Will ich auch. Blöd nur, dass die Idylle immer wieder getrübt wird. Von Wesen, von oben bezeichneten Verkäuferinnen mit dem Schimpfwort "Kunde" bedacht. Kommen da einfach so rein - und wollen auch noch was. Geht gar nicht. Darum ein paar Tipps, wie man sich diese lästigen Individuen vom Hals schafft:

Arbeiten Sie zum Beispiel in einer Bäckerei: Immer dran denken, Maschinen rechtzeitig sauber zu machen - sonst kommt doch tatsächlich noch um halb sechs jemand, der sein Brot geschnitten haben will. Und Sie haben dann die Sauerei da. Sie wollen ja rechtzeitig Feierabend machen und sich den nicht mit Aufräumen versauen. Deswegen genauso wichtig im Frischwarenhandel wie Metzgerei oder Obstwaren: Immer schön eine Stunde vor Geschäftsschluss mit dem Aufräumen anfangen. Wenn nichts mehr da ist, kauft auch keiner mehr was. Potentielle Kunden loswerden heisst die Devise! Prägen Sie sich diese Sätze deshalb gut ein: "Wir machma fei glei zua!" - Anzuwenden ab einer halben Stunde vor Geschäftsschluss. - Denken Sie sich dabei: "Kann der Depp das nicht an den Öffnungszeiten an der Tür erkennen. So ein unhöflicher Kerl." Auch gut: "Mit Karte können Sie JETZT nicht mehr zahlen..." - wohlwissend, dass selten jemand mehrere hundert Euro Bargeld mit sich rumschleppt. Idiot, soll er doch wann anders wieder kommen. Nicht fehlen - egal zu welcher Zeit - in ihrem Sprachschatz dürfen auch: "Des hama net." "Des woas i net." "Mei dann miassns hoalt wann anders wiederkema." - Ist doch gar nicht so schwer, vor allem, da sich damit ihr Sprachschatz auch erfüllt hat.

Kunden muss man loswerden, sonst hat man ja keine Zeit für die angenehmen Dinge. Ich versteh das. Mich werden Sie damit auch los. Nicht nur an diesem Tag. Und irgendwann haben Sie dann richtig viel Zeit, wenn Sie alle Kunden endlich vergrault haben...


Balkonbesetzer II. Teil

Mittwoch morgen noch mit der Katze gedroht und dann unter fröhlichem Gezwitscher die Wohnung verlassen. Heute bin ich schlauer - sie haben mich einfach ausgelacht. Mittwoch abend: keine Amsel weit und breit. Beruhigt zurückgelehnt und gedacht, die Drohung hätte Wirkung gezeigt. Wie kann man nur so naiv sein? Donnerstag morgen: keine Amsel weit und breit. Donnerstag abend: DAS hier entdeckt.

Amseleier

Verloren. Ich seh es ein. Was dabei raukommt, wenn man hochschwangere Frauen abweist wissen wir ja alle und ich will nicht verantwortlich zu sein, wenn hier demnächst drei Typen aus dem  Morgenland anmarschieren...  Aber Freitag morgen: Keine Amsel weit und breit. Freitag mittag: keine Amsel weit und breit - Mittagessen auf dem Balkon möglich.

Samstag, Sonntag, Montag: keine Amsel weit und breit - ausser heute morgen um vier Uhr vor meinem Schlafzimmerfenster. Lauter als jeder Wecker.


Magst a Glaserl Prosecco?

Blinzelnd, sie war nämlich zu eitel, um eine Brille aufzusetzen, saß sie vor dem Computer. Es musste doch irgendein Gift geben, dass nicht so einfach nachweisbar wäre. Oder vielleicht Tabletten? Eine Autopsie musste halt irgendwie verhindert werden. Sie war ja nicht so naiv zu glauben, dass es den perfekten Mord gäbe. Dabei müsste man ihr doch einfach nur mehr Prosecco einflößen. Mehr als die übliche Dosis von einer Flasche, unter deren Wirkung sie Auto fuhr wie andere stocknüchtern. Oder irgendwas, was die Alkoholeinwirkung verstärken würde. Dann würde sich das Problem von alleine lösen. Irgendwie muss man diese Giftspritze doch los werden können. Aber dann käme nur eine andere Giftspritze nach. Alles umsonst. Sie seufzte. Sie würde ein Buch schreiben: Frauen morden mit Prosecco. Ja, sie würde ein Buch schreiben. Mit einem Lächeln blickte sie auf und begegnete dem Blick des Kollegen im Büro gegenüber, der der die Giftspritze liebte. Und er sah sie an, als könne er Gedanken lesen. Unsinn. Langsam wurde sie schon paranoid. Sie musste raus hier. Noch zwei Stunden. Und er stand auf, eine Flasche in der Hand und kam zu ihr herüber...


Balkonbesetzer unerwünscht

Wie schon an anderer Stelle erwähnt - sicherlich, ist nämlich eines meiner Lieblingsthemen: Mit der Wohnungssuche in München ist es schon ein Kreuz. Passenden Wohnraum zu finden - eine Sache der schieren Unmöglichkeit. Zu laut, zu scheusslich, zu teuer - ach lassen wir das. Aber es geht nicht nur mir so. Auch diesen Mistfinken - pardon, Mistamseln - die sich gerade meinen Balkon als idealen Nistplatz auserkoren haben. Nicht einen der Bäume im Innenhof, nicht die Hecke, nicht die Dachrinne - nein, es muss mein Blumenkasten sein. Und was stellt sich heraus: Ich bin eine ebensolche Vermietersau derer es in München so viele gibt. Kinder sind nämlich bei mir unerwünscht. Amselkinder schon gar.

Kinder sind laut, machen Dreck - eigentlich stören mich Kinder gar nicht so. Es sind wie immer die Eltern, die einen zur Weissglut treiben: Sie sind laut, machen Dreck, glauben, sie sind die einzigen auf der Welt, die einen Daseinsberechtigung haben. Es ist wie mit diesen rabiaten Kinderwagenmüttern: sie pflaumen dich an, wenn du ihnen die Treppe runterhelfen willst - du könntest ja derweil ihr Baby entführen - und rammen dir danach den Wagen in die Ferse, weil du pardon hinten keine Augen hast und nicht rechtzeitig vor der "Hoppla jetzt komme ich die ich meine Karriere für den Fortbestand der Menschheit aufgegeben habe da darf man doch Rücksicht erwarten" weggesprungen bist. Es sind dieselben Eltern, die ein paar Jahre später die Umwelt mit einer "mein Kind muss sich nicht benehmen, mein Kind muss sich entfalten" Haltung terrorisieren.

Und Amsel-Eltern sind genauso rabiat. Was ja auch verständlich ist - im Gegensatz zu Menscheneltern. Und deshalb ist ein friedliches Miteinander auf einen zwei Quadratmeter Balkon leider ein Ding der Unmöglichkeit. Aus Untermietern werden Hausbesetzer, die dir in den  vier Wochen Brut- und Fütterzeit deinen eigenen Balkon verbieten. Und dann auch noch das Recht auf ihrer Seite haben. Aber vorher zeig ich euch noch ein Bild von Nachbars Katze - nix is mit nisten.


Generationenwechsel

Bei meiner Oma hieß es noch Spaghetti Feingericht. Bei meiner Mutter gibt's nach wie vor Pasta ascuitta. Bei mir Spaghetti Bolognese (und es ist keine trockene Angelegenheit). Und bis es dazu frisch geriebenen Parmesan gegeben hat, hat's auch drei Generationen gedauert. Fiel mir so beim Kochen auf...


Prima monatliche Sache

Auch genannt PMS. PMS ist zu Unrecht in Verruf geraten. Es heisst, es mache Frauen schwierig. Also noch schwieriger als sonst. Wenn das überhaupt möglich ist. Gereizt. Unberechenbar. Was stimmt. Man könnte das Prämenstruelle Syndrom auch getrost in monatlichen Zickenalarm umtaufen, wenn das die Frauen, die darunter leiden, nicht in tiefe Depressionen stürzen würde. Oder man Gefahr laufen würde, sich in Gefahr zu begeben. Denn Ironie ist in diesen Tagen nicht angesagt. Selbstironie schon gar nicht.

Also besteht der Ruf vielleicht doch zu Recht? - Ja, natürlich.

Nein, natürlich nicht. Denn Frauen müssen endlich lernen, PMS nicht nur zu akzeptieren (naja, vielleicht müssen das die Männer wohl eher) sondern zu lieben (Männer, jetzt wird's ganz hart für euch). PMS ist der beste Grund, endlich mal wieder ungestraft zickig zu sein. Wenn die blöden Blader in ihrer wöchentlichen Nacht alle Straßen für sich beanspruchen, dass man mit dem Rad nicht mehr nach Hause kommt - muss ich dann wirklich verständnisvoll lächeln, wenn sie auch noch die Radwege für sich beanspruchen? Himmel, sie haben doch schon die ganze Straße! Oder wie freundlich muss man zu der Ladenbesitzerin sein, die ganz offensichtlich grad gar nichts verkaufen will? Ich muss hier auch nicht kaufen! Und wieviel Toleranz ist dem "Ich-bin-seit-30-Jahren-Autofahranfänger" gegenüber angebracht? Nimm die U-Bahn du Depp!

Freundlichkeit, Verständnis und Toleranz funktionieren nur, wenn die Hormone im Gleichgewicht sind. Denn dann erinnern wir uns an unsere gute Erziehung. Und genau die endlich mal vergessen dürfen! JA! Einmal im Monat. Dann ertragen wir die Unsäglichkeit unserer Mitmenschen doch wieder gelassener. Katharsis nennt man das. Reinigung.

Wenn die Hormone im Ungleichgewicht sind und die Laune schlecht, ist das auch ungemein appetitfördernd. Salat - iihh. Gesund - geht gar nicht. Die meisten Diäten werden spätestens bei der ersten PMS abgebrochen. Diät und PMS ist ein nicht auflösbarer Widerspruch. Also her mit Pizza, Burger und Schokolade. Endlich. Glücklicherweise kommen die meisten Frauen mit drei Wochen mager, eine Woche fett ganz gut über die Runden. Nein, nicht Rundungen. Ansonsten wird's die nächsten drei Wochen wieder sehr mager.

Endlich ungestraft und ohne schlechtes Gewissen Junk essen. Wunderbare Sache. Dürften wir das nicht, die Qual wäre unendlich. Dank PMS ist alles in Ordnung. Merke: PMS bindet das Fetthormon. Macht es unschädlich. Nach den paar Tagen sind eh zwei Kilo mehr auf der Waage (Note to myself: endlich lernen, in dieser Zeit NICHT auf die Waage zu stellen), der Bauch hat einen Umfang wie im fünften Monat schwanger (ich liebe diese Tuniken - danke an die Sommermode!), die Laune ist noch schlechter, weil wir ja jetzt Schmerzen haben - und wir müssen noch mehr Schokolade essen.

Aber nach einer Woche ist der Spuk auch wieder vorbei. Die Rückverwandlung der Frau in ein liebreizendes, Salat essendes Wesen ist vollbracht. Für drei Wochen. Denn dann braucht der Liebreiz sein Gegenprogramm.


Verständnisschwierigkeiten II

Noch einen zum Thema "Weshalb bin ich da nicht früher draufgekommen?" Trick 17, um Telefonkosten zu sparen: Man schreibe eine Mail mit der Aufforderung anzurufen. Das ganze funktioniert so: Sie verbreiten jetzt überall, dass Internet und Mails von Ihnen per se abgelehnt werden und Sie sich davon nicht instrumentalisieren lassen wollen. Also schauen Sie in ihren Account (den Sie dann doch haben, denn ein Mensch ohne E-Mail-Adresse ist heute nur ein halber und Sie wollen ja nicht altbacken gelten) nur einmal im Monat. Natürlich dann, wenn gerade jemand anderer die Kosten dafür trägt, denn Sie wollen ja Geld sparen. Dann aber verschicken Sie Mails zur Terminabsprache - wichtig, es müssen kurzfristige Termine sein, also der nächste Tag oder so. Der Mensch am anderen Ende hat keine Chance Ihnen zu antworten - auf der selben Kommunikationsebene zumindest nicht. Also muss er zum Telefonhörer greifen. Was er auch machen wird. Und Sie haben Geld gespart. Prima Idee! Er wird. Versprochen. Einmal. Zweimal. Ob ein drittes Mal? Er wird sauer sein. Auch versprochen.


Ich hatte da immer was nicht verstanden...

Und da war dann noch der Herr im Nadelstreifenanzug, der sich in diesem To-Go-Schuppen einen Kaffee zum bleiben bestellte. Sich draußen in die Sonne setzte. Ein paar Schlückchen trank. Und dann wie selbstverständlich mit der Tasse davonspazierte. Jetzt weiss ich auch, weshalb diese Läden so teuer sind: Tassen inclusive.


Ene mene muh...

Sagt der Nachrichtensprecher: Wer in Zukunft einen deutschen Pass wolle, müsse Deutschkenntnisse vorweisen können. Endlich mal eine gute Idee. Eine halbe Stunde später ist es nur wieder der Ausländer, der deutsch können müsse. Und was ist mit all denen der deutschen Sprache nicht mächtig seienden Deutschen?

Update: Deutschland ist ja das eine. Aber wer darf überhaupt nach Bayern rein - oder bleiben? Hier der ultimative Test.
via Munich friends