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Juli 2006

Unterwegs in München

Bilderrtsel2

Weil das kühl mehr meinen Herbstgedanken denn der Realität entsprungen ist, die mir doch mehr das Schwül signalisiert und weil aber Wochenende ist - und ich nicht in Salzburg bin - ein kleines einfaches Bilderrätsel.


Gedanklich in die Ferne schweifen

Das menschliche Empfinden an sich ist ja ein seltsames. So empfindet man nach der Gluthitze der letzen Tage einen Tag wie diesen ja durchaus als kühl, während man zu Beginn des Sommers 24 Grad als im Gegenteil warm bezeichnet hätte. Aber so schweifen die Gedanken zu Beginn der Sommerferien zum ersten Mal gen Herbst... So ist es für dieses Wochenende nicht einmal abwegig zu überlegen, mal wieder kochen zu wollen. Also sich tatsächlich für mehr als einen Salat zu machen in die Küche zu stellen. Oder auch nach Wochen mal wieder den Abend im Wohnzimmer zu sitzen und einen Film anzuschauen. Doch diese Vorstellung hat was... Aber eigentlich überkommen mich die herbstlichen Gedanken bezüglich Reiseplanung. Wenn nämlich alle mit ihren Kindern wieder da sind, ist meine Zeit gekommen, die Stadt zu verlassen. Ja, dieses Wochenende ist genau der richtige Zeitpunkt, Urlaubspläne zu schmieden...


Giunse alfin il momento

Man entschuldige mich, ich bin auf dem Weg nach Salzburg. Rein virtuell allerdings - man kann ja nicht alles im Leben haben... Allerdings werde ich nach diesem Hochsommertag eine Nacht mit Figaro verbringen. Zuerst Caprese auf dem Balkon einnehmen und mich dann auf meinen Logenplatz zurückziehen und etwas machen, was seit Wochen undenkbar war, den Fernseher einschalten, um die Salzburgpremiere live mitzuerleben und danach den Abend mit einem Glas Prosecco ausklingen lassen...

Sommerabend


Frag Frau B. um Rat

Lieber Google-Sucher mit der hinreissenden Frage: Ist PMS gefährlich? - Um einen uralten Witz an dieser Stelle anzubringen, der meint Lebensgefährte komme von Lebensgefahr: Das kann schon zutreffen, bei dummen Bemerkungen gegenüber einer Frau, die gerade PMS ausbrütet...

Sollte die Fragestellerin weiblich gewesen sein, so besteht die Gefahr eigentlich nur darin, zu viel Schokolade zu essen - und aus Frust zu viel Schokolade gegessen zu haben, zu viele Schuhe zu kaufen...

Die Fälle, in denen die Gefahr darin besteht, eine Anzeige wegen Beleidigung oder gar Körperverletzung sich einzuhandeln, lassen wir einfach mal aussen vor - aber ich habe gehört, bei PMS gäbe es mildernde Umstände...


Sommerlektüre

Wie dem geneigten Leser ja durchaus schon bekannt sein dürfte, gehöre ich eher zu den schwierigen Menschen auf diesem Planeten. Nungut, jeder muss so seine Marotten haben. Eine davon ist mein Lektüre-Verhalten. Nun lese ich gern. Nun lese ich viel. Aber das eigentliche Drama besteht immer darin, DAS für den Augenblick geeignete Buch zu finden. Fahre ich in den Urlaub beispielsweise kann ich nicht einfach in den Stapel ungelesener Bücher greifen und einige einpacken - nein, das Ziel, die Jahreszeit und meine allgemeine Stimmungslage sind zu berücksichtigen. Das kann dann als Prozess nahezu ebensolange dauern wie die Wahl des Urlaubsziels an sich.

In dieser Hinsicht war der letzte Urlaub nahezu perfekt. Meine Wahl fiel auf "Der Schatten des Windes". Jetzt war ich zwar nicht in Barcelona, aber zumindest in Spanien - und mit mir eines der hinreissendesten wunderbarsten Bücher, die ich vielleicht je aber zumindest in den letzten Jahren gelesen habe. Ein Buch, bei dem man am Ende weint, einfach weil es zu Ende ist. - Große Empfehlung an alle für diesen Sommer!

Wobei ich auch schon fast beim Thema bin - mich ergreift ein unbefriedigtes Sommerlektüre-Gefühl. Nun habe ich einen sehr schönen Abend - auf dem Balkon mit einem Glas Wein und Capotes "Sommerdieben" verbracht. Was ich für eben diesen Zweck oder einem Nachmittag am See ebenfalls empfehlen kann. Und stehe jetzt lektürelos im Sommerloch -  hab die Buchhandlung durchstöbert, aber es hat mich nichts angesprungen. Hab den Felix Krull mal wieder in die Hand genommen und wieder weggelegt wie auch "The City of Falling Angels". Hab gestern abend Fitzgerald angefangen "Die Schönen und die Verdammten" - und werde aber das Gefühl nicht los, es sei eigentlich ein Winterbuch im Gegensatz zum großen Gatsby.

Denn es gibt nun mal Sommer- und Winterbücher. Sommerbücher müssen eine Leichtigkeit vermitteln. Sommerbücher sind die Buddenbrooks von Thomas Mann, Der Gott der Frechheit von Sten Nadolny, Zirkuskind von Irving... Und ehe der Eindruck entsteht, dass das hier rein meine Empfehlungen betrifft - eigentlich möchte ich IHRE Empfehlungen werte Leser: Was legen Sie mir für diesen Sommer ans Herz zu lesen? 


Alteingesessen in Neuhausen

Goldie Hawn wohnt also in Neuhausen. Gestern hat sie zwei Stunden in der Sonne vor der Bühne beim Straßenfest durchgetanzt. Sie ist in guter Gesellschaft von anderen Berufsjugendlichen, die verkärt ihre lange Rockermähne tragen, auch wenn die inzwischen licht wird. Und der Rudi, der schert sich ja auch nicht um irgendwelche Haarmode - also die Völlermähne kann man schon tragen und Tatoos auf den in der Muckibude gestählten Armen. Und der Miami-Vice-Look ist auch wieder angesagt. Daneben schließt eine öko-tatsächlich-Jugendliche Freundschaft mit zwei Typen, die ihr Vater sein könnten. Und der Opa in den kurzen Hosen, die ihm fast unter dem Brustkorb mit dem Gürtel festgehalten werden. Hand in Hand mit Oma, die noch nie eine eine Hose anhatte, stattdessen bunte Blumenmuster trägt - unabhängig ob Blumenmuster von der Mode gerade vorgeschrieben sind oder abgelehnt werden - spazieren durch die Menge. Drüben an dem Tisch haben sich einige Geschäftsleute zusammengefunden, wenn schon Straßenfest ist, dürfen sie auch nicht fehlen. Es ist eine bunte Mischung, die sich zu solchen Ereignissen zusammenfindet. Heute gehört ihnen die Straße - denen, die schon immer da waren oder zumindest seit langer Zeit. Viele von ihnen siehst in den Lokalen, in denen du am Abend gehst, nicht, die sind eher für die Zuozogner. Von denen wiederum siehst du so auf den ersten Blick hier nur einen - der mit seinem Sportwagen durch die Menschenmenge fährt, weil er wohnt ja da, in dieser kleinen Straße und muss da auch parken - Menschen hin oder her. Die meisten anderen stehen wahrscheinlich noch in ihren Cabrios im Sonntagabend-Stau vom Starnberger See rein oder sind schon auf ins Olympiastadion, denn im Gegensatz zu dir und ein paar anderen, die sich gegen neun aufs Rad schwingen und rüberradeln, haben sie Geld für Karten ausgegeben und legen sich nicht auf einer alten Decke in den Park...

Und für all diejenigen, die beklagen, dass es sie nicht mehr gibt, die Typen in München, dass alles nur noch gschleckt ist und eindimensional, denen leg ich mal die Straßenfeste in dieser Stadt ans Herz - da lebt die Stadt nämlich und sie sind alle da, die du im Alltag häufig nicht siehst. Nächsten Samstag übrigens, da ist in Altschwabing Straßenfest...


Herzen nein danke!

Haben Sie eine Kundenkarte? - Standartfrage an jeder Kasse. Mein egal wo obligatorisches Nein ist inzwischen so unfreundlich, dass die Verkäuferin sich die ebenfalls obligatorisches Standartfrage, ob ich denn eine wolle, bei mir spart. Bei langen Schlangen kann man eh beobachten, dass man anscheinend der einzig übriggebliebene Mensch ist, der dieses System verweigert, jeder vor einem zückt das Kärtchen und gibt freiwillig Daten und Einkaufsverhalten preis. Ist man mit einer vertrauten Fremdperson unterwegs, kann es einem auch passieren, dass man plötzlich dann doch ein Kärtchen in der Hand hat, weil sich jemand ein paar Pünktchen erhofft, um dann ich weiss nicht was zu bekommen. Unvertraute Fremdpersonen haben sich das bis jetzt nicht getraut, ich befürchte aber, dass dieses bald noch kommen wird...

Es gibt ja auch andere Rabattsysteme. Die statt auf digitalen Kärtchen auf Stempelkärtchen beruhen. Also die oldfashioned Methode für die Oma von nebenan - und mich. Denn der stehe ich im Zweifelsfall nicht ganz so kritisch gegenüber. Also wenn mir mein Obsthändler, bei dem ich regelmäßig ein Vermögen lasse, denn in Neuhausen kann man ja ruhig Viktualienmarktpreise verlangen, so etwas anbieten würde oder mein Bäcker - ich würde es nehmen, die wissen eh, was ich bei ihnen immer so kaufe. Tun sie aber nicht.

Dafür darf ich im Supermarkt regelmäßig staunen. Also so regelmäßig wie ich in den Supermarkt gehe - eher selten, aber auf die Idee, auch noch Klopapier im Bioladen zu kaufen, bin ich noch nicht gekommen, dass kommt mir dann doch etwas zu absurd vor. Jetzt habe ich aber - siehe Bioladen - im Supermarkt so meine Probleme: Sprich die Hälfte der Produkte kommt schon gar nicht in den Einkaufswagen, weil sie auf meiner persönlichen schwarzen Liste stehen. Wenn das aber 95 Prozent aller angebotenen Waren tun, brauch ich da erst gar nicht mehr reinzugehen. Was im Falle meines Stammsupermarkts der Fall war - nachdem er zum zweiten Mal den Namen gewechselt hat, die Produktpalette umgestellt hat, war ich draußen. Und bin jetzt bei demjenigen gelandet, der eben auch Herzchen verteilt.

Sammeln Sie Herzerl? Irgendwie klingt das an der Kasse immer gar nicht herzlich. Standartantwort, muss ich es tatsächlich sagen, siehe oben: Nein. Was das Stichwort für eine geifernde Hausfrau drei Kunden hinter mir ist - Satz und vor: Kann ich dann ihre Herzerl haben? - Dem kann man je nach Einkaufswagen besagter Hausfrau nur mit leichter bis deutlicher Verachtung begegnen... Aber auch die größte herablassende Antwort wird locker weggesteckt, schließlich hat man ja gerade ein weiteres Papierstück errungen, mit dem man irgendwann irgendeinen überflüssigen Nippes abstauben kann. Satz und Sieg. Und im Zweifelsfall kann man ja die Herablassung ja gleich noch mit dem Piccolöchen runterspülen, das man vorsorglich schon im Einkaufswagen hat...


Sommerabend in München

Ich wurde gebeten ( oder so ähnlich)... und so eröffnen wir jetzt mal die Reihe - Sommerabend-Impressionen. Denn die Blicke, Ausblicke sind zur Zeit einfach wunderschön - ob von Dachterassen, Balkonen, irgendwo in der Stadt. Genießen heisst die Devise, aber genießen war noch nie ein leichtes Spiel, hat schon Wecker gesungen...
Laterne

übrigens, auch das hier, ist zwischen 8 und 10 entstanden - wenngleich eher noch am frühen Abend.

Note: Aufgrund von Serverproblemen sind alle Kommentare, die am Erscheinungstag zu diesem Beitrag geschrieben wurden weg. Ich habe sie nicht gelöscht, kann sie aber auch nicht rekonstruieren...


Aus is...

Natürlich fand ich den Slogan "Die Welt zu Gast bei Freunden" entsetzlich. So jetzt im nachhinein betrachtet find ich ihn gar nicht mehr so schlecht: Ich war in den vergangenen vier Wochen eigentlich auch gern zu Gast bei mir. Ich fand die Stimmung war wunderschön - es war so was von entspannt und voller Leben, hatte nichts von der befürchteten Wiesn-Atmosphäre. Mit Fußball ist's jetzt auch wieder gut - aber der Sommer, der darf bleiben...

In den Hofgarten geh ich die nächsten Wochen statt vor die Leinwand, um den Boulespielern zuzuschauen oder Tango zu tanzen. Und will ich irgendwelchen Sportlern zuschauen, findet ihr mich bei den Eisbachsurfern. Denn der Sommer, der ist noch lange nicht vorbei...


Morgens in München

Auf dem Ofen zischt die Caffettiera und der Hausbrandt Academia verbreitet sein morgendliches Aroma. Draussen im Sonnenschein schwirrt ein junges Bienchen verwirrt um die Bassetti-Tischdecke, um dann die erste Blüte des Orangenbäumchens zu entdecken und anzusteuern. Eine Frau im Sommerkleid, an den Füßen Gritti-Sandalen und die Gucci-Sonnenbrille im Haar füllt Milchschaum in die Alessi-Tassen, tunkt ein Cantuccini hinein: "Wenn wir heute gewinnen, brauchen wir im September nicht nach Italien fahren." Ein Mann - hellbrauner Leinenanzug, blau-weiss karriertes Hemd, braune Lederschuhe, dunkle Sonnenbrille: "Wenn wir heute verlieren, werden wir nie wieder nach Italien fahren."