Previous month:
August 2006
Next month:
Oktober 2006

September 2006

Frag Frau B. um Rat V

Es wiesnt ganz furchtbar in den Google-Anfragen. Also, um eines klar zu stellen: Nein, ich kann Ihnen verehrter Leser nicht weiterhelfen, wenn Sie auf der Suche nach einschlägigen Vergnügungsetablissements sind. Auch nicht am Marienplatz. Und wie kommen Sie eigentlich auf die Idee, gerade mich das zu fragen?

Aber eine andere Frage finde ich viel amüsanter - in diversen Abweichungen mehrmals gestellt, so dass ich mich nun bemüßigt fühle, sie zu beantworten: Wieviel Maß trinken Oktoberfest?

Was möchte uns diese Frage wohl sagen? Wieviel Maß muss MANN trinken, um als echter Bayer zu gelten? Nun ja, ein echter verträgt's - oder glaubt jedenfalls es zu vertragen. Da geht wahrscheinlich schon einiges. Aber wer's gewohnt ist, hört vielleicht auch auf, wenn's genug ist. Und irgendwann steht er auf - sagt vielleicht noch: I geh biesln.  Und geht heim. Besoffen aber immer noch aufrecht.

Das unterscheidet ihn von den immer präsenter werdenden jungendlichen Kampftrinkern. Zuerst ein paar Maß, dann beim Käfer draußen noch der Hardstuff hinterher und dann in den diversen Clubs weiter. Glaubt ihr ernsthaft, dass ihr dabei cool seid?

Wieviel Maß gehen rein, ist ja auch die große Herausforderung für die meisten Wiesntouristen. Also wenn man schon über die halbe Welt fährt, um sich hier einen gscheiten Vollrausch anzutrinken, völlig verständlich. Probiert es aus, ich geh euch eh aus dem Weg... Vielleicht stellen sich aber auch diese Wiesn-Touristen die Frage, weil sie ja einen Abend lang als echte Bayern gelten wollen - und am nächsten Morgen einen schweren Schädel, einen schlechten Magen und ebensolche Laune haben, weil sie als genau das nicht geschafft haben.

Für andere, Touristen oder auch des Biergenusses ungewohnte Menschen, ist die Herausforderung wohl eher: Wie schaffe ich mehr als eine Maß, denn auf einem Bein kann man ja bekanntlich nicht stehen und das gilt ja auf unerklärliche Weise auch für Alkohol. Allerdings bei einer zuviel - und vom Wiesnbier ist es schnell ein Schluck zu viel - kann man auch nicht mehr stehen. Und wenn Ihr nimmer stehen könnt liebe Leut, weshalb braucht ihr dann eine Antwort auf die erste Frage?


Und  Weitere weise Ratschläge


Andere Leidenschaften – diesmal jugendfrei

Im Supermarkt die Gefahrenzone klar umrissen: Die Quengelprodukte stehen neben der Kasse. Aber in einem ganz normalen Kaufhaus, schlimmer in der Haushaltswarenabteilung, kann man so ganz schnell über Dinge stolpern, die in diesem Moment nur noch einen Reflex auslösen: Haben-Will...

Img_0809

Vor meinem inneren Auge ist die Form schon voll duftender kleiner Guglhupfe...


Männliche und weibliche Sessel

Wozu ein Sessel gut sein kann? Zum sitzen wohl vornehmlich. Vielleicht zum lesen. Vielleicht zum entspannen (für die jüngeren oder szenigeren unter den werten Lesern, das meint das, was ihr unter chillen versteht). Man kann natürlich auch das ein oder andere auch mit oder auf einem Sessel machen - aber nicht vornehmlich wie auch der Küchentisch ja nicht vornehmlich dafür da ist. Möchte man meinen.  Doch dann gibt es doch noch die ein oder andere Spezialanfertigung.

P1010039

Für den einsamen Single-Mann, der in seiner Depression doch gern wieder an Mutters Busen zurück möchte. Denn wo gab es soviel Halt und Sicherheit wie in Mutters Schoss? Da ihm aber heute mit Mitte 30 oder älter die harte Realität fest im Griff hat, kann ihm dieses gute Stück vielleicht an dem ein oder anderem einsamen Abend im Designerloft über die Einsamkeit hinwegtrösten.

Aber das ist ja noch nicht alles an Annehmlichkeiten, die einem Münchens Möbelläden so offerieren. Es gibt da auch noch die moderne Version vom Pralinenstuhl. Die feministische Variante...

P1010038


Was nämlich aussieht wie ein ganz normaler Sessel erweist sich bei näherem Betrachten als ideales Möbelstück für die weibliche frustrierte Enddreissigerin (analog oben), die dann nur noch ihre abendliche Beute hineinbugsieren muss. Sollte nicht so schwer sein. Eignet sich wahrscheinlich auch als Geschenk in eingeschlafenen Beziehungen. Für ein alleiniges Sitzen darin ist der Sessel durch die Schieflage seiner Lehne mehr als unbrauchbar und nützt nur um Löcher in die Luft zu starren. Aber er hat dann doch eine ganz besondere Form für andere Formen der zwischenmenschlichen Kommunikation...

Sollte sich jemand aus persönlichen Gründen dafür interessieren, wo ich diese Prachtstücke gesehen habe, scheuen Sie sich nicht, nachzufragen. Ihr Anliegen wird natürlich diskret behandelt.


Frag Frau B. um Rat IV

Warum wir jetzt noch keine Lebkuchen essen wollen, will ein Google-Sucher wissen. Darauf gab es auf dieser Seite bis jetzt noch keine hinreichende Antwort. Die eine wäre natürlich: weil sie uns dann bis Weihnachten zum Hals raushängen. Es ist eigentlich logisch. Drei Monate Lebkuchen sind mehr als der Mensch ertragen kann, so gut das Zeug auch schmeckt. Das ist wie Weihnachtsplätzchen, die eigentlich VOR-Weihnachtsplätzchen heissen müssten, denn ab dem zweiten Feiertag bleibt man drauf sitzen, während sie vorher weggehen wie warme Semmeln pardon Plätzchen. Aber ich will hier nicht mit Logik allein kommen, denn ob ich mich im September zu viel Lebkuchen esse oder im November ist fast egal. Betonung auf fast. Es ist einfach noch nicht das Wetter für weich und süß und figurschädigend. Es ist noch nicht die Zeit der gnädig verhüllenden Pullover und wer jetzt schon mit dem Figur-Supergau anfängt, hat in vier Monaten ein echtes Problem. Weibliche Logik. Also das süßeste aller Argumente - garantiert logikfrei: Es gibt grad die tollsten Zwetschgen, es kommen die neuen Äpfel - Datschi und Streuselkuchen und Tarte und Apfelstrudel und ... da kann man doch auf Lebkuchen gern noch eine Zeitlang verzichten.

Weitere weise Ratschläge


Was für ein Kindergarten...

...oder auch für mich hat sich's augeqypet

So richtig schlüssig war ich mir von Anfang an nicht, was ich von dem Laden halten sollte. Einerseits, die Idee, Tipps auszutauschen ist gut. Andererseits hat es sich nach ein paar Monaten bestätigt - was sich im Netz findet sind jede Menge Beiträge, die nichts aussagen: Nach dem Motto "Ich war da mal ne Tasse Kaffee trinken" oder "ich war da vor einigen Jahren mal". Gut, es sind User und keine Journalisten, die da schreiben, aber grundsätzlich könnte man ja davon ausgehen, dass jeder die Info weitergibt, die einen selbst interessieren würde. Oder seh ich da mal wieder was falsch? Jedenfalls: Die Hoffnung, den ein oder anderen fundierten Tipp abzugreifen - im besten Falle mit einer schönen Geschichte gewürzt, hat sich weitgehend zerschlagen. Wobei Ausnahmen natürlich die Regel bestätigen. Was zu finden ist schwierig, weil es von niemanden objektiv geordnet ist sondern mal wieder der Willkür-Taggerei unterliegt. Und die Krönung des Sandkasten-Niveaus: Bewertest du von mir einen Beitrag schlecht, mach ich das auch mit dir. Ätsch.


Ungeschminkte Wahrheiten

Jetzt sind ja wirklich schon nette Stöckchen durchs Netz geflogen... und was wollen die Menschen dann von mir wissen? - Wie ich morgens aussehe!

Frisch wie der junge Frühling natürlich. Von Alterserscheinungen keine Spur! Davon kann sich auch jeden Morgen aufs neue die Nachbarschaft überzeugen, wenn ich die Treppen nach unten hüpfe, um die Zeitung zu holen (Thema Frühsport!). Ja, sie lauern mir jeden Morgen aufs neue auf - vielleicht möchten sie mich aber auch immer wieder aufs neue in meinem superschicken Nachtdress bewundern. Nein, da kenn ich nichts: erst Zeitung & Caffé Latte & räusper Zigarette - dann duschen und anziehen. Wenn dass bedeutet, dass ich am morgen durchs Treppenhaus muss, bitte schön! Und ob Frau B. des Nachts Chanel Nr 5, Seide oder Flanell zu tragen pflegt, sei der Phantasie des Fragenden überlassen...

Sollte jemand anderer noch gerne eine Peinlichkeit aus seinem Leben loswerden wollen - bitte schön!


Auf geht's auf d'Wiesn...

Mein Verhältnis zum Oktoberfest ist ja wie zu vielen Dingen ein durchaus gespaltenes. Nach einigen Jahren Zwangsverpflichtung zum täglichen Wahnsinn hatte ich doch das Gefühl, das sei eher die Hölle und jaulte, dass ich doch lieber heim wolle. Oder gleich daheim blieb beziehungsweise fluchtartig die Stadt verlassen habe: What the fuck is Oktoberfest? Andere wiederum schwören, Marmor Stein und Eisen bricht, aber die Liebe zur Wiesn nicht.

Riesenrad1
Mal schaun. Jedenfalls nach '98, '99 hab ich 2006 das Dirndl mal wieder gebügelt...


Wir war'n Fußball, dann Papst - was sind wir jetzt?

Jetzt ist er also wieder weg. Il Papa. Ruhe kehrt deswegen noch lange nicht ein. Denn ab Samstag strömen sie wieder und huldigen dem heiligen Stoff. Aber wo blieben die Massen die letzten Tage? Hätte sich doch gut verbinden lassen getreu dem alten katholischen Motto: z'erst bet' ma, dann sauf ma. Für alle nicht Bayern: ich spreche vom obligatorischen Stammtisch am Sonntag nach der 9 Uhr Messe. Nur für Männer natürlich, für die Frauen ging's heim an den Herd. Aber das Ideal-Katholische Reiseprogramm: a bisserl Kirch, a bisserl Kultur, a bisserl Karusellfahrn - besichtigen Sie München in einer Woche - blieb anscheinend aus. Überraschend leer war's in der Stadt.

Woran lag's? Sind alle daheim geblieben, weil sie den Massenansturm befürchtet haben oder war es den Menschen einfach nicht wert? - Stundenlang irgendwo zu stehen und sich auf die Füße treten zu lassen für ein oder zwei Sekunden Papst sehen, auch für eingefleischte Katholiken nicht jedermanns Sache. Ausserdem wurde es eh am Fernseher übertragen - wobei die Kirche sich beeilt hat zu versichern, dass der päpstliche Segen auch im heimischen Wohnzimmer gültig ist. Und anderen hat vielleicht das Drumrum gefehlt. Das Miteinander - das Beten, das Feiern, auch das Auseinandersetzen. Denn Kirche ist mehr als Papst.

Und was bleibt? Bleibt irgendwas oder war's einfach nur der Abschied eines alten Mannes von seiner Heimat?


Desperate Housewives Reloaded

Die Fenster sind sauber. Der Balkon ist herbstlich aufgehübscht. Die Wäsche nicht nur gewaschen, sondern auch gebügelt. Der Müll beim Container. Das Wohnzimmer sowas von sauber. Der Kleiderschrank müsste ganz dringend mal wieder ausgemistet werden. Die Bibliothek sollte geordnet werden. Ich könnte die Küche streichen. Den Keller aufräumen. - Und ja, ich müsste sowas von dringend eine Arbeit abgeben...


Erinnerung

Es ist mein Namenstag. Nicht dass das von irgendeiner Bedeutung für mich wäre. Als ich ein Kind war, wurde der Tag gefeiert - nicht wie früher bei den Katholiken, für die der Namenstag immer wichtiger als der Geburtstag war. Aber in irgendeiner Form wurde er gefeiert und ich bekam ein Buch oder so geschenkt. Dann wurde er vergessen wie alle Namenstage in der Familie. Bis vor fünf Jahren - an dem Tag bekam ich eine Karte von meiner Mutter, die sie irgendwo gefunden hatte und sich erinnert hatte. Was umso rührender war, da sie zu der Zeit jeden Tag mehrmals im Krankenhaus war, um meinen Vater zu besuchen. Aufgemacht habe ich den Brief, der am 11. September vor fünf Jahren bei mir ankam, an jenem Tag nicht mehr. Ich wusste nicht einmal, dass ich ihn bekommen hatte. An jenem 11. September sah ich nur die Bilder - fassungslos und immer wieder. Gelesen habe ich den Brief einen Tag später. Einen fröhlichen, liebevollen Brief. Da habe ich geweint.


Exotik einheimischer Gemüse

Nach jahrzehntelanger Verweigerung festgestellt: Kohlrabi schmeckt wirklich saugut...

Zuerst hätte ich der Protestantin ja gerne widersprochen bei ihrer Behauptung, wir Bayern würden ja nur ans Essen denken. Und hätte gern gesagt, dass nicht alles hier Barock und Bier ist. Doch je länger ich darüber nachdenke, um so mehr muss ich ihr wohl recht geben - und ihr dann doch widersprechen. Die Schilderung, was es wo und wie zu essen gab, nahm schon bei meiner Großmutter einen zentralen Stellenwert ein. Gleichzeitig gab es bei ihr - auch an einem ganz normalen Tag - immer mindestens zwei Gänge zu Tisch. Der immense Gemüsegarten wurde dabei schlicht rauf und runter gekocht. Und zum Nachtisch gab's Kompott. Apfel, Zwetschke, Birne, Johannisbeere... Ein Schwelgen in Hülle und Fülle. - Meine Großmutter hatte übrigens nie Gewichtsprobleme.

Und heute. Heute lese ich beispielsweise von Designerküchen zum Kaffeekochen besitzenden Journalisten Geschichten über eine arme Frau, die tatsächlich so Haushalten muss: Sie kauft ein Stück Rindfleisch und davon gibt es drei Tage etwas zu essen - als Suppe, als gekochtes Fleisch mit Gemüse, als geröstetes Fleisch mit Kartoffeln. Der Journalist ist entsetzt. Ich auch, darum hat sich die Geschichte bei mir auch eingeprägt. So hat man gekocht - das ist wirtschaftlich, das ist vorausschauend, das ist zeitsparend. Und wenn es bei mir an einem Herbstwochenende mal wieder gekochtes Rindfleisch gibt, gibt's am nächsten Tag eine Pfannkuchensuppe. - Und dafür muss mich keiner bemitleiden. Und dafür darf man auch studiert haben.

Aber das Verhältnis zum essen ist ja in diesem Land ein gespaltenes. Hauptsache viel. Hauptsache günstig. Und wohin das ganze führen kann, hat man ja jetzt mal wieder gesehen. Und was wird sich ändern? Nichts. Nur noch die Engänder geben weniger für Nahrunsgmittel aus, hab ich grad erst wieder gelesen. Ist das was, worauf man stolz sein soll? Und vor allem, für was es ausgeben wird! Da wird das Geld in einen drittklassigen Fast-Food-Laden oder ein sonstiges Kettenrestaurant getragen, aus Billigsupermärkten Berge von eingefleischten Fleisch rausgetragen - für dasselbe Budget trägt man aber auch einen vollen Korb vom Wochenmarkt heim.

Vielleicht bin ich die Falsche, mich da aufzuregen. Ich bin in der glücklichen Lage, Geld für Nahrungsmittel auszugeben. Mach ich auch. Ich liebe Fleisch, aber ich kauf lieber weniger Fleisch - und dafür gutes. Das Geld, das ich an Wurst spare, wandert in einen gut sortierten Käseladen. Ich kauf statt Industriebrot lieber beim kleinen Bäcker. Und Erdbeeren ganz sicher nicht im Januar.

Vielleicht bin ich aber auch die Richtige, mich da aufzuregen. Wenn ich mittags an einem der Läden mit dem Clown vorbeiradle und die verfetteten Mütter mit ihren verfetteten Kindern sitzen sehe, möchte ich sie am liebsten packen, vor eine Gemüsetheke zerren und ihnen sagen: ich zeig euch jetzt, wie man Eintopf kocht und ich verspreche euch auch noch, dabei habt ihr nur einen Bruchteil dessen ausgegeben, was euer Supersparmenü gekostet hat.

Und eines hab ich gelernt, und lern es immer noch: Wer regional einkauft und das einkauft, wofür halt grad die Zeit ist, der kauft meistens auch nicht überteuert ein. Das wusste schon meine Großmutter. Das wusste meine Mutter. Und in unserer Generation wissen die wenigsten, was der heimische Boden grad hergibt. Und eines ist auch klar, ohne sich ums Essen Gedanken zu machen, geht es nicht. Aber gibt ja schlimmeres als ans Essen zu denken...


Sonntag nachmittag...

...vor der Konditorei Zeugin einer herannahenden Beziehungskrise geworden. Die den Beteiligten wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht bewusst war.

Sie: "Ich hätte gerne eine Kirsch-Mandel-Torte... (Pause) ...aber ich werde ja keinen Kuchen essen."

Oh wie gerne hätte ich im weiteren Verlauf des Nachmittags Mäuschen gespielt. Denn es gibt nun mehrer Varianten.

Möglichkeit A: Der Mann ist klug - und kauft von vornherein ein zweites Stück. Für sie.
Möglichkeit B: Der Mann ist bescheiden - und begnügt sich im Zweifelsfall mit zwei Bissen seiner Torte.

Die einzige Möglichkeit, die dazu dient, die heraufziehende Krise sicher zu umschiffen, ist letztere. Bei ersterer kann je nach Tagesverfassung eine Trotzreaktion - "ich wollte doch keinen Kuchen" erfolgen, so dass er auf beiden sitzen bleibt. Oder sie ihn doch isst - und ihm danach die Kalorien vorhält. Denn natürlich ist er diesem Fall auch Schuld, dass sie jene zu sich genommen hat. Das ist dumm, aber noch lange nicht so dumm wie die dritte Variante des Geschehens.

Möglichkeit C: Der Mann ist unerfahren - und nimmt sie beim Wort.

Autsch. Das ist also nur in langjährigen Beziehung zu empfehlen, wenn er auch einschätzen kann, dass sie in diesem speziellen Fall auch tatsächlich meint, was sie sagt.

Dieses kleine Lehrstück soll nun dazu dienen, den hier mitlesenden Männern einige Tipps im Umgang mit uns Frauen zu geben. Das Zauberwort im Umgang miteinander heisst: teilen. Und das gilt für die Lieblingslederjacke ebenso wie für den Schweinebraten, der im Zweifelsfall halt doch besser schmeckt als der bestellte Salat. Natürlich kann Mann darauf beharren, dass er das bestellt hat, was er essen wollte - und das nun auch essen will. Aber welcher Mann möchte schon in das lange Gesicht seiner Begleiterin schauen, während sie lustlos im Salat stochert. Wieviel klüger ist es da doch, einfach ein Stückchen abzugeben... Denn ich kann ihnen versichern meine Herren: In der Regel essen ihnen Frauen all die Dinge nicht weg, die normalerweise auf ihrem Index stehen. Sie wird nicht mehr als einen Bissen von der Bratwurst essen und auch nicht mehr als ein paar Pommes. Egal ob sie sich einen Wurstsalat, Obatzden, einen Eisbecher oder eine sonstige Kalorienbombe teilen. Sie sind auf der sicheren Seite. Es geht ums Probieren, um das Gefühl des Teilens - was von uns Frauen häufig gleichgesetzt wird mit Zuneigung. Um das Zeigen von Zuneigung. Also teilen Sie meine Herren - auch das Stück Torte. Sie wird eh nicht mehr als ein paar Bissen davon essen...


Vom Vorteil des Alleinreisens

Die Fortbewegung von A nach B hat allein im Auto schon den ein oder anderen Vorzug. So stört es niemanden, wenn die Musik laut - und die eigenen Töne falsch sind. Keiner zieht die Augenbraue hoch, wenn man nach einer Stunde Fahrt die nächste Pipipause machen möchte. Es mischt sich keiner in die Frage ein, wann man in welchem Gang fährt. Und es stört sich auch keiner dran, wenn man lieber über Kilometer hinweg hinter dem Laster auf der Landstraße schleicht, weil man einfach keine Lust hat zu überholen. Natürlich ist auf der anderen Seite das Alleinreisen auch fad - keiner löst einen ab am Steuer, keiner bringt einen mal zum Lachen, keiner kann in fremden Städten einem die Orientierung abnehmen und sagen, wo denn der Weg langgeht. Aber auch nur bei alleinreisenden Frauen springt an der Tankstelle schnell jemand herbei (nicht in Deutschland, ehe hier ein falscher Eindruck entsteht), um die Scheibe zu putzen, das Kühlwasser zu kontrollieren - und festzustellen, dass der Ölstand sich gegen Null neigt... Und die Frage, wann man denn das letzte Mal den Ölstand kontrolliert hätte, ja die wird auch nicht gestellt...