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Februar 2007

Geschenkte Zeit

Und dann gibt es die Tage, an denen du, statt nach einem Termin an deinen Schreibtisch zu eilen, durch die Straßen schlenderst, in einer Buchhandlung kruscht - und dich mit dem neuerworbenen in einem Café niederlässt. Und erst mal die ersten 66 Seiten liest. Grandiose 66 erste Seiten: Philip Roth - Verschwörung gegen Amerika.


Emanzipation mal anders

Ui, die Silvsterparty zum Baby produzieren genutzt? Nicht gewusst, was man im schneefreien Winterurlaub machen sollte? Sturmfreie Bude gehabt? - Das schoss mir alles gleichzeitig durch den Kopf, beim Betreten des Wartezimmers beim Frauenarzt. Und gipfelte in der einen Frage: Sind Teenagerbabys mal wieder angesagt? Anders konnte ich es mir ja nicht erklären. Gleich drei Teenie-Paare im Wartezimmer. Also sie, jugendlichen Alters in Begleitung eines gleichaltrigen er. Händchenhaltend.

Allerdings, so den typischen Panikhaften Gesichtsausdruck, der auf eine mögliche Schwangerschaft schließen ließe - hilfe, es könnte sein, ich weiss es nicht, der Test ist einmal so und einmal so ausgefallen. Diesen Ausdruck fand ich bei den Mädchen nicht. Und ich weiss, wie man da schaut. Ich war oft genug dabei. Und ich hab mir selbst auch schon die Pille danach besorgt. Oder einen Schwangerschaftstest. Dazu waren sie zu cool. Für meinen Geschmack.

Wie alt waren sie eigentlichß Ich kann ja Menschen vom Alter ganz schwer einschätzen. Menschen zwischen 14 und 22 noch viel weniger. Alles irgendwie jung. Und sicher jünger als ich. Merkmale wie Autoschlüssel sind dann schon hilfreich oder Bücher auf denen soetwas wie "Grundkurs Geschichte" steht. Also damit für "wir lassen uns gemeinsam die Pille verschreiben, damit wir es endlich tun können" schon fast zu alt. Oder nicht? Jedenfalls auch wieder fast zu cool.

Blieb nur eines: Für diese drei Jungs, so um die 18, war es schlicht selbstverständlich, ihre Freundin zum Frauenarzt zu begleiten. Hui, da haben die Mütter ganze Arbeit geleistet. Wenn ich ehrlich bin, bin ich baff. Und ich versuche mich zu erinnern, ob ich das jetzt toll gefunden hätte, wenn mich mit 18 mein Freund begleitet hätte. Aber wahrscheinlich hätt ich auch damals gesagt: Solang hier nichts anliegt, kann ich da auch allein hingehen. Mich begleitet ja auch niemand zum Zahnarzt. Obwohl ich da eine Beruhigung manchmal nötiger hätte...


Wenn der Winter kein Winter ist

Dass der Herr Gemüsetandler im Winter seinen Stand zumacht, ist zu verstehen. Schließlich ist ja nicht nur ihm kalt, sondern auch dem Obst. Und die Minusgrade machen selbiges auch nicht besser. Wenn aber ein Winter, wie dieser Winter ist, bei dem von Winter keine Rede mehr sein kann und du zu deiner Verwunderung feststellt, dass der Herr Gemüsetandler dennoch in die Winterpause über Monate gegangen ist, stellt man sich dann doch die Frage, ob er seine Überwinterung in Spanien oder einer Karibikinsel wohl nur nicht absagen wollte, die du ihm mitfinanziert hast. Und ob er deswegen so teuer ist. Und ob du dich dennoch wieder freust, wenn er seinen Stand an einem Frühlingstag wieder aufbauen wird.


Asche auf euer Haupt

Habe ich mich die letzen Tage mehr als einmal gefragt: Geht der jetzt zum Fasching oder läuft er immer so rum? Ab heute lässt sich das überprüfen im Alltag. Und ich befürchte doch sehr, die Faschingsgänger waren in der Minderheit.


Kehraus für Faschingsverweigerer

Dieser Eintrag wurde leider in den Weiten des WWW-Orbits bezogen. Und ich hab wieder mal gelernt, dass man zwischenspeichern sollte... Also keine Bösartigkeiten zum Faschingsdienstag, Typepad hat sich verweigert so wie ich mich Fasching. Gleich springt mit hier ein Clownsgesicht entgegen und stinkt nach Alkohol...


Helau! Jawoll!

Und es gibt nur einen einzigen Grund, diese Tage nicht aufzubrechen in Faschingsfreie Gebiete. Ja, auch Karnevalsfreie, Fasnachtsfreie oder wie dat Ding halt wo auch immer heisst. Ich dachte eher an Hamburg oder Berlin. Da begegnen einem zwar Clowns, aber ohne rote Nase. Aber ich bleibe ja hier. Und dafür gibt es nur einen Grund:

Krapfen

Nur echt mit Marmelade. Und nur von meinem bevorzugten Zuckerdealer Neulinger. Daily Krapfen sozusagen. Damit der Zuckerentzug ab Mittwoch auch besonders weh tut...


Streicheleinheiten für's Ego

Helga ist gorgeus.
Helga ist einfach mehr wert.
Helga ist eine sehr schöne Frau.
Helga ist witzig.
Helga ist perfekt.

Nein, das habe ich mir nicht selbst ausgedacht. Obwohl es natürlich stimmt. Google ist aber lieb zu mir. Danke. Und alles andere: pah!

via


Dicke Kartoffeln

Ach, der Huber hat Angst, dass wir zu einem Volk von Kleinwagenfahrern degradiert werden. Klar, Verkehr gehört ja in Bayern zur Wirtschaft und nicht zur Umwelt. Was ist noch mal sein Wahlkreis? Das ist doch der mit den  Auto-Bauern. Da, in der Nähe von Ohu. Und in Zukunft können die Grünen dann nicht mehr gegen das Kernkraftwerk protestieren, sondern gegen die Dreckschleudern aus Dingolfing. Wie wäre es mit einer Fahrraddemo um den Marktplatz?


Posh Fair

Vergegenwärtigen wir uns doch mal kurz, was posh eigentlich heisst: schick, vornehm, nobel. Also eben das, was Vanity Fair sein soll. Naja, Fußballersgattin Victoria B. wurde und wird ja auch posh genannt. Und die bekommt immerhin eine Seite im neuen Heft - sind ja auch viele Seiten zu füllen. Ob man besagte Dame dann tatsächlich posh findet, lässt sich nicht genau erschließen - und was ist übrigens ist eine "Poshe Pose"? Aber von Posh Spice zu Posh. Ulf Posh. Seineszeichens Chefredakteuer der Poshtille und erreichbar unter posh@vanityfair.de. Jetzt stellt sich doch glatt die Frage, ob Herr Posh, der ja begeistert ist, dasss wir alle weniger neurotisch geworden wären, sich nun auch begeistert in Selbstironie übt. Was ich nicht weiss, das ich ihn nicht persönlich kenne. Was ich einen Zug fände, der mich wiederum begeistern könnte. Was aber dem Erfahrungswert über Selbstironie bei Chefredakteuren widerspricht und wahrscheinlich muss man sich und sein Blatt auch für den Nabel der Welt halten, wenn man es verkaufen will... Es könnte auch sein, dass Herr Posh nicht genau weiss, was posh eigentlich heisst - siehe Frau Victoria. Doch vielmehr ist zu befürchten, dass der Jahrmarkt der Eitelkeiten zugeschlagen hat (Hau den Lukas - Ding!).

Ist nun Vanity Fair posh? Mit einem Titel, der mehr an eine Fernsehzeitschrift als an ein Hochglanzmagazin erinnert - nein. Inhaltlich viel People. Also doch nur die Konkurrenz zu Bunte und Gala? Viel Kultur, aber eigentlich auch vor allem wieder People, also fast ausschließlich Porträts. Und gar nichts zum Thema Literatur, nicht mal ein Porträt.

Stil - wird in erster Linie definiert als Mode. Mal ehrlich, wenn ich Modetipps haben will, greif ich mir immer noch die Instyle. Eine kleine Reisegeschichte. Keine großartigen Hotels, schicken Ziele, Hotspots. Ach und eine Ferrari-Geschichte haben wir noch, auch nicht posh. Teuer ist nicht gleich stilvoll! Hm, auch da greife ich zu einem anderen Blatt - den Stil-Teil der Welt am Sonntag nämlich.

Bis jetzt, wenig überzeugend. Und das jede Woche? Also ich bin mal gespannt auf nächste Woche. Und wohin das ganze geht, zeigt sich eh erst in paar Monaten. - Ob vanity. Ob fair? Oder doch noch Posh?


Jahrmarkt der Eitelkeiten

Normalerweise würde ich ja ein Blatt, auf dem Til Schweiger mich angrinst schon erst gar nicht kaufen: Die Zeile dazu wäre "Das Schaf oder wer ist Til" - das wäre dann wenigstens intellektuell. Aber man will ja Deutschlands Superstar nicht vergrätzen. Und schon offenbart sich das Grundproblem: Deutschland hat eben keine Stars. Nur Sternchen. Und die sitzen in München bei der Bunten auf der Couch. Ok, lassen wir das. Denn wir sind ja neugierig und investieren gerne einen Euro. Oh je, auch noch Friedmann. Soll ich mit dem Euro nicht doch was sinnvolleres anfangen? Während ich noch überlege, empfehle ich Ihnen die schnelle Blattkritik der Netzeitung...


Wie Semmeln vom Vortag

"Die Wechseljahre sind entsetzlich", sagt die Bäckerin: "Nicht wahr Frau B.?" - Ein Satz und ich fühle mich wie eine Semmel von Vorvorgestern. Und dieselben kauf ich in Zukunft woanders. In der Zeit, die mir noch bleibt. Schließlich bin ich in einer Sekunde um 15 Jahre gealtert. Aber hey! Hat jemand was gegen alte Semmeln? Daraus lassen sich immerhin Knödel machen. Ist doch auch was feines...


Frau B. - pädagogisch wertvoll

Und wenn Sie sich dabei vor Lachen auf die Schenkel klopfen, nehme ich Ihnen das übel. Andererseits, lachen ist ja gesund. Auf jeden Fall, der Grund, weshalb sich dieses Moleskine nun mit diesem Titel schmücken darf, ist folgender und demzufolge könnte man diesen Eintrag auch betiteln: Deutsch lernen mit Frau B. Was in so weit eine Herausforderung ist, wenn Sie diesen grammatikalisch wirren Satzkonstruktionen folgen können...

Zur Sache, ehe Sie mit dem Lesen aufhören: An mich trat ein französischer Schulbuchverlag heran. Sie wollten einen Text aus diesem, von Ihnen sehr geschätzten Moleskine drucken. Damit französische Kinder deutsch lernen - und nebenbei noch etwas über die schöne Bayernmetropole erfahren. Diese Werbung für unsere wunderbare Stadt kann ich natürlich nicht verweigern (lieber Münchner Fremdenverkehrsverein - so läuft das heute!). Und wollen Sie wissen, welchen Text der Pariser Verlag wollte: Den allerersten auf diesen Seiten.

Leicht redigiert - die (von mir unentgeltlich geschriebene) Werbung musste raus. Und das mit dem Rauchen natürlich, schließlich soll's ja pädagogisch wertvoll sein.


Frau B. geht aus

Sollten wir uns heute abend begegnen, bitte verwechseln Sie mich nicht mit dieser Dame. Es ist nur dasselbe Kleid. Fast. Jetzt könnten Sie natürlich sagen, dies sei ausgeschlossen, da sie blond sei und ich ja nicht. Dann muss ich sie daraufhinweisen, dass das so nicht stimmt. Was kein Hinweis darauf ist, dass ich plötzlich erblondet wäre. Aber wahrscheinlich könnte sogar ich erblonden und in zwei Wochen würden mich alle Männer für eine Naturblondine halten. Denn zu meinem Erstaunen gehen Männer nach wie vor gerne von Natur bei den Damen aus. Und das, wo inzwischen immer mehr selbst zum Farbtopf greifen. Bei mir ist das etwas anderes: Das ist alles natur. Eh klar oder?