Previous month:
Juni 2007
Next month:
August 2007

Juli 2007

Happy Birthday

Mei, eigentlich sollte es ein reiner Münchenblog werden als diese Seiten vor zwei Jahren online gingen. Die Idee war ähnlich wie Isarstadt, über das ich mich vielleicht deshalb auch gefreut habe und das ich gerne lese - ich seh das mit das und der Blog nicht so eng, immerhin bin ich aus Bayern und habe deshalb eh Schwierigkeiten mit den Artikeln. Aber das mit dem reinen Themenblog ist gar nicht so einfach - kostet viel Zeit: Man arbeitet quasi als Lokalreporterin aber ohne Bezahlung. Nix gegen Lokalreporter, eher was gegen letzteres. Und ausserdem gibt's Zeiten, in denen einen die Stadt einfach egal ist, in denen einen andere Dinge beschäftigen und man ebensogut in der Provinz leben könnte. Ein Problem, das sich auch bei Isarstadt wiederholt.

Aber zurück zu den Anfängen. Vor zwei Jahren. Da gab's Minga auch noch - das waren die mit der Blog-Praktikantin. Und ziemlich zeitgleich starteten  Münchenblogger. Schlechtes Timing. Aber die beiden haben mir nach einiger Zeit im Untergrund des www durchaus dann auch den ein oder anderen Leser beschert, als sie nämlich über diese Geschichte berichtet haben - und sich einige Leute ganz persönlich angegriffen fühlten.

Und so wurde aus dem Notebook München immer mehr das Moleskine der Frau B. - Ähnlichkeiten mit real existierenden Personen sind im übrigen rein zufällig. Aber ich gebe zu, die ein oder andere Münchengeschichte mehr würde dem ganzen schon stehen. Gute Vorsätze braucht es zum Jahreswechsel.

Schau mer mal, dann seng ma scho... Nach dem Spiel ist vor dem Spiel... Neue Runde neues Glück... usw usw


Nachhilfe für Studenten

Du spuist ja net mit Studenten. Ist der Lieblingssatz von Spezl J. beim Schafkopfen (soviel zu den Dingen, die Sie garantiert noch nicht von Frau B. wussten). Was aber ist, wenn man mit Studenten spielt, spielt sich gerade ab. Alle paar Tage kommt eine Anfrage - Facharbeiten, Semesterarbeiten, Diplomarbeiten. Und jetzt ist das hier wahrlich kein A-Blog.

Aber macht man ja gerne. Fragebogen ausfüllen. Für Studenten. An sich. Aber...

Ich will wissen, wer was warum von mir will. Ist doch nicht zuviel verlangt. Im übrigen auch nicht, schon mal mein Blog angeschaut zu haben. Vor einiger Zeit ereilte den Doktor und mich eine Anfrage: Studenten wollten einen Abschlussfilm drehen - wer was warum Kontaktadresse Fehlanzeige. Und dann aber auch: am Montag morgen zwischen 8 und 10 in deiner Wohnung. Hallo Studenten! Ihr spielt hier nicht mit Studenten! Aber ok, wir sind ja nicht so, wir fragten nach, diskuttierten untereinander, ob wir das wollen. Ergebnis: daheim nein, im Kaffeehaus ja. Aber dann, schau an, war ihnen das alles wohl zu kompliziert.

Also jetzt für alle Studenten eine kleine Hilfestellung. Ein Anschreiben geht so:

Guten Tag, ich bin ...
Im Rahmen meines Seminars bei Prof soundso an der Uni soundso (Link einfügen), mache ich... In diesem Zusammenhang bitte ich Sie...
Sie erreichen mich: Name, Adresse, Telefonnummer.
Für Nachfragen: Adresse des Lehrstuhls.
Danke für Ihre Hilfe. Die fertige Arbeit können Sie daunddort einsehen.

Mit freundlichen Grüßen, xxx

Was Studenten ja auch gerne machen sind Praktika. In diesem Zusammenhang möchte ich zuerst darauf hinweisen, Anschreiben von einem gmx-Spaß-Account sind nicht hilfreich. Richten Sie sich einen anständigen Account ein (Name!!). Sagen Sie wer Sie sind. Es ist auch keine Schande ein Praktikant zu sein, so haben wir alle mal angefangen. Stellen Sie ausserdem sicher, dass die Kollegen in der Redaktion auch wissen, wer Sie sind, wenn man die angegebene Telefonnummer anruft. Und last but not least: Sich zurückmelden, ist eine Frage der Höflichkeit, auch wenn die Geschichte inzwischen gestorben ist. Wer von den Münchnern hat denn eigentlich noch diese Anfrage bekommen??

Journalistisch gesehen ist Vorrecherche übrigens ein MUSS. Du spuist ja net mit Studenten. Ich selbst halte ja von lernen bei tun immer noch jede Menge. Also rein, liebe Journalistik-Studenten in die Redaktionen. Und weil es grad passt: Damit Sie meinen Gedankengang nachvollziehen können - Studenten - Fragebogen (übrigens sehr höflich!!) - Lisa Sonnabend. Münchenbloggerin, über die im letzten Journalisten berichtet wurde. Ein Paradebeispiel des oben erwähnten Zitats: Dass nämlich Frau Sonnabend das Bloggen als "Schreibübung" (Zitat) betrachtet (für richtigen Journalismus?), wie im Branchenblatt "Der Journalist" geschrieben hat. Thomas Mrazek war übrigens Dozent am KW-Institut, wo Lisa Sonnabend studiert hat. Hätte er ihr als socher nicht besser den Tipp gegeben, dass man "schnelles Arbeiten" doch immer noch ganz gut in einer kleinen Lokalredaktion "trainiert" (Zitat)?

In diesem Sinne: schöne Semesterferien. Spielt mal wieder Schafkopfen. Das bringt was für's Leben.


Chronik eines sich ankündigenden Verfalls

Die Waschmaschine spinnt - immer noch. Der PC zeigt mir im minutenabstand, dass er nicht mag. Und das Auto putzt lieber den Kofferraum als die Scheibe. Ich steig jetzt um auf Flohpulver, Federkiel (der eh von selbst schreibt, sehr schick) und - äh, mit was waschen die eigentlich?

Und es ist nur ein schwacher Trost, dass ich weder mit PC- noch mit Waschmaschinen-Problemen alllein da steh...


Jetzt wird geodelt

Ok, Bananen wachsen nicht vor der Haustüre. Aber Äpfel und Birnen und Beeren in allen Variationen. Gemüse und Salat. Und das alles so nach und nach, dass einem beim Essen nie fad wird. Ich brauche keine Äpfel aus Neuseeland, auch wenn sie Bio sind. Die Gemüse-Ecken in den Biomärkten unterscheiden sich nicht mehr von den Gmüse-Ecken in den Supermärkten. Alles kommt irgendwo her. Vielleicht ist es daher auch konsequent, dass sich Billig- und Bio-Markt zu einer Kooperation zusammenschließen, wie auch Bionade schon seit geraumer Zeit von Coca-Cola vertrieben wird.  Als Beweis, dass Bio in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist, deklariert Basic das ganze. Heisst das Erdbeeren im Dezember und am Wochenende mit den Billigflieger mal kurz weg? Geht's hier irgendwem noch um ökologisches Handeln?


Kollektiver Sofa-Sonntag

Gestern morgen noch beim Kaffee: Also ich glaub, das brauch ich alles grad gar nicht. Gestern nachmittag durch die Gegend geradelt und wie durch Zauberhand zur nächsten Buchhandlung... Sie hat diesselbe Tüte wie ich, sie war schon um Mitternacht da, sie ist schon durch - und von ihr hätte ich mir eigentlich eine Zusammenfassung der ersten sechs Bände im Vorfeld gewünscht, wenn sie schon alle nochmal gelesen hat. Aber das beste: Hexenschuss und Live-Blogging - aparte Idee Herr Knüwer.

PS: Wer nicht selber lesen will - hier wird übrigens gespoilert.


Esst mehr Obst

Vorher

Es war einmal ein kleines unschuldiges Schälchen Blaubeeren...

Nachher

...aus dem in einer halben Stunde fluffige Muffins wurden. Blaubeer-Muffins erinnern mich immer an Neuengland. Und so habe ich in ganz kurzer Zeit die Erinnerung an einen wunderbaren Urlaub wieder hergezaubert. Und noch ein Tipp für meine auf ihre Linie achtenden Leserinnen: Machen Sie den Teig mit wenig Zucker und mit 1,8% Bio-Joghurt.


Schauplatz rund um die Oper

Es festspielt und touristet gar sehr in der Innenstadt. Passend zur bayerischen Staatsregierung tragen die Damen auch alle tiefschwarz. Die einen lang und ausgeschnitten - die anderen auch lang aber die einzige Haut, die man sieht, ist die des Augenlids.


Summertime

Es ist einer dieser Abende, an denen das Leben satt ist. An denen die Welt abends lebt. An denen du das Gefühl hast, machen zu müssen, um dich deiner selbst zu bestätigen. Zu wissen dass du lebst. Und nur wenn es dir gut geht, wenn du keine Bestätigung von aussen brauchst, ist es auch einer jener Abende, an denen du einfach allein auf dem Balkon sitzen kannst. Mit einem Buch in der Hand und im Kerzenschein lesen. Zufrieden mit der Welt. Es sind diese Sommerabende, die eine echte Herausforderung an dich selbst stellen. Im Winter braucht man keine Rechtfertigung für den Rückzug. Nur im Sommer. Und dann im Zweifelsfall auch nur vor sich selbst. Und dabei sind es diese Abende, an denen man allein im Laternenschein da sitzt, auch einen ganz nah zu sich selbst führen.

Während es über einen schon blitzt und der Donner hallt - und noch kein einziger Tropfen Regen fällt.


Ich geb Gas - oder auch nicht

Ja, ich habe es schon mal erwähnt: Trotz aller ökologischen Fahrweise, manchmal zuckt der rechte Fuß - Richtung Gas. Gleichwohl gehörte ich noch nie zu den Menschen, die in der Stadt zu schnell fahren. Und auch ausserhalb richte ich mich in der Regel nach jeder Geschwindigkeitsbegrenzung. Innerhalb sind mir eh all diejenigen ein Gräuel, die mit 80 durch eine Zone 30 und mit 120 über den mittleren Ring brettern. Es macht Lärm. Lärm mag ich nicht. Und 30er Zonen haben ja durchaus ihre Berechtigung.

Machen Sie mal ein Experiment: Fahren Sie mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit durch München. Ziehen Sie es durch. Die anderen Autofahrer werden Sie hassen. Sie werden beschimpft, angehubt. Sie werden zum Verkehrshinderniss.

Und wenn mich mal ein paar Autofahrer zu viel genervt haben, werde ich tatsächlich zur Verkehrserzieherin. Es gibt da diese Strecke - am Nymphenburger Kanal entlang Richtung Ring. Alles 30. Jetzt kann man zwar durchaus diskuttieren, ob auf der Auffahrtsallee tatsächlich 30 gerechtfertigt ist, aber danach: Schule, Altenheim, Waisenhaus, Kindergarten eins und zwei etc. Das ist so eine Strecke, da schiebt man am besten sein Auto um die Kurve, weil dir ständig ein Kind davor rennt. Und wenn ich dann abgebogen bin und der Hinterherfahrende, der mich eh schon verflucht hat, Gas gibt, dass der Motor aufheult, dann wünsche ich ihm gleich hinter dem nächsten Auto eine Radarkontrolle.


Schuldfrage geklärt

Ja, ich war's. Ich habe zu Weihnachten Genesis-Karten verschenkt. Damit war klar, dass der Juli ins Wasser fällt. Aber es besteht noch Hoffnung für August und September: Ich habe noch keine Karten für die Bregenzer Festspiele und auch nicht für das Police-Open-Air. Beides würde ich gern sehen. Also schrumpft die Hoffnung, aber wie gesagt, Karten sind nicht gekauft...


Oma Memoriam

Messer, Gabel, Schere. Licht sind für kleine Kinder nicht. Ein typischer Oma-Spruch. Ich hab ihn schon als Kind gehasst. Aber Oma-Sprüche haben einen wahren Kern - auch dreissig Jahre später. Herdplatten sind heiss. Backrohre auch. Da kann man sich verbrennen. Ja.


Regen in der Servicewüste

Für's Protokoll und weil hier immer schlechter Service abgewatscht wird. Es gibt sie - den Paketpostzusteller, der dir drei dicke schwere Pakete den Altbau hochschleppt und nicht einfach die Karte unten einwirft. Menschen, die Fragen sofort und freundlich beantworten. Unternehmen, die, wenn du etwas von ihnen willst, es einfach raussuchen und auf den Weg bringen. Ein Tag ganz ohne "das weiss ich nicht". Und Regen ist dann auch nicht schlecht - in der Wüste jedenfalls: Sehen Sie das Blümchen blühen?

Img_1006


Tipps zum Immobilienkauf - der Besichtigungstermin

Es ist immer die Frage zwischen Angebot und Nachfrage. Und wenn die Nachfrage größer als das Angebot, sparen Sie sich diesselbigen - wenn Sie in München eine Immobilie erwerben wollen. Wollen Sie das ernsthaft, sollten Sie sich unauffällig verhalten: Also besichtigen Sie dann wenn die Wohnung am ruhigsten und hellsten ist - ein sonniger Sonntag zur Mittagszeit ist der ideale Zeitpunkt. Vergessen Sie bitte, dass sonnige Sonntage nicht der Alltag sind. Wer interessiert sich schon für Helligkeit oder Lärmbelästigung. Sie werden in Zukunft zu dieser Zeit eh im Büro sein...


Vorstellung vs. Realität

Es fühlt sich falsch an, bei Regen nach Hause zu gehen und es ist noch hell draussen. Nicht im Biergarten, im Straßencafé, auf dem Balkon zu sitzen. Es ist noch hell draussen. Es ist nicht die Zeit, Kerzen anzuzünden und Tee zu trinken. Es ist noch hell draussen. Es ist die Zeit, das Leben im vollen zu nehmen. Für den Rückzug, für das Daheimsein ist immer noch Zeit. Dann, wenn es wieder dunkel ist.

Regen verbindet

Es gibt Adjektive, von denen gibt es keine Steigerungsform. Zumindest keine inhaltlich sinnvolle Steigerung. Also bei Zustandsbeschreibungen wie hungrig oder durstig. Oder nass. Nässer als nass geht nicht. So ist es meistens völlig sinnlos bei einsetzenden Regen die Geschwindigkeit der Fortbewegung massiv zu erhöhen. Ausnahme: die Trockenheit gewährende Wohnung oder so ist schon in Sichtweite. Ansonsten gilt: Nass wird man trotzdem. Wenn man zum Beispiel das heranziehende Gewitter ignoriert und bei plötzlich und unerwartet einsetzenden Platzregen auf dem Tollwood ist. In solchen Momenten entstehen erst einmal Spontanfreundschaften: "Früher sind wir auch bei minus 10 Grad auf dem Roller gefahren." - Das verbindet Männer, egal, was sie heute machen. Und: "Das ist aber auch schon ein bisserl her," verbindet Frauen, egal, was sie sonst noch verbunden hätte. Die Freundschaft für die nächsten zwei Stunden ist geschlossen. Man nimmt gemeinsam Anteil an ersten Dates eines Paares, das eigentlich so aussieht als würden sie Silberhochzeit feiern und unter einem Dach bei Regen knutschen wie zwei 15jährige. Man teilt sich die letzten Zigaretten und trinkt noch ein Glas zusammen - hört ja eh gleich auf. Erst mit der Erkenntnis, dass man ganz sicher nicht mehr trockenen Fußes heimkommen wird, bricht man auf - immerhin nicht mehr bei Blitz und Donner. Und kommt daheim an wie eine nasse Katze, wo man nach einem Hochsommertag den Schlafanzug und warme Socken rauskramt und ins Bett geht als wäre über den Abend hinweg der Winter gekommen.