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Dezember 2007

Was vom Jahre übrig blieb

2007 in Buchstaben

Jonathan Franzen „Schweres Beben“
Cornelia Funke „Tintenherz“
Philip Roth „Verschwörung gegen Amerika“
Andrea M. Schenkel „Tannöd“
Ralf Dahrendorf „Liberal und unabhängig. Gerd Bucerius und seine Zeit“
Alice Schwarzer „Marion Doenhoff. Ein widerständiges Leben“
Donna Leon „Wie durch ein dunkles Glas“
William Somerset Maugham „Oben in der Villa“
Joanne K. Rowling „Harry Potter and the Deathly Hallows“
J. R. Moehringer „Tender Bar“
Katharina Hacker „Die Habenichtse“
Patricia Highsmith „Ediths Tagebuch“
F. Scott Fitzgerald „Die Liebe des letzten Tycoon“
Beigbeder „Letzte Inventur vor dem Ausverkauf“
Greene „Der dritte Mann“
Bánk „Der Schwimmer“
Thomas Bernhard „Der Untergeher"
Wolf Haas "Silentium!"
F. Scott Fitzgerald „Drei Stunden zwischen zwei Flügen“
Truman Capote „Die Grasharfe“
Sybille Bedford „Ein Liebling der Götter“
Merce Rodoreda „Auf der Placa del Diamant“
Patricia Highsmith „Venedig kann sehr kalt sein“
Truman Capote „Frühstück bei Tiffanys“
Philip Roth „Ghost Writer“


Silvestervorschau und Jahresrückblick

Wie verabschiedet man dieses Jahr, von dem man eigentlich schon zu Beginn die Nase voll hatte? Zum letzten Jahreswechsel war ich so krank, dass ich die Silvesterfeier absagen musste. Nachmittags des 31. Kein gutes Zeichen für das kommende Jahr. Dass aber eine Freundin eingesprungen ist und ich so wenigstens ein paar Stunden Gast auf meiner eigenen Feier sein konnte, nahm ich dann doch als "es wird schon werden"-Zeichen. Ähnlich wechselhaft ging es dann weiter...

Nun möchte Lars vom Schreiberswein-Blog zur neuen Weinralley wissen, mit welchem Schaumwein man denn das neue Jahr begrüßt.

Silvestersekt

Was passt zu diesem Jahreswechsel? Es passt schon mal, kein Fest zu veranstalten, ihn eher ruhig zu verbringen. Der dazu passende Schaumwein bewährt - feinperlig und nicht übersprudelnd. Dezent - harmonisch im Geschmack. Und die Wahl fiel auf...

Etikettt

...einen Cremant aus dem Loiretal. Ich persönlich bevorzuge die Rosé-Variante. Champagner halte ich eh weitgehend für überschätzt. Nichtsdestotrotz ist dieser Cremant, ein reiner Cabernet franc,  nach dem Champagnerverfahren hergestellt. Für mich ist er das perfekte Understatement - kein Angebersekt, sondern zurückhaltend stilvoll. Er eignet sich für den Abend zu zweit (...) ebenso wie als Aperitiv für Gäste.

Apropos stilvoll - ein Tipp für alle, die um Mitternacht mit vielen Gästen auf die Straße gehen: Die teuren Gläser mitnehmen? - Nein. Plastik-Sektgläser? - Geht gar nicht! Also bleiben zwei Möglichkeiten: entweder sich rechtzeitig mit günstigen Sektgläsern eindecken oder jedem Gast einen Piccolo in die Hand drücken. Da die Champagner-Piccolos völlig überteuert und nur von den allseits überschätzten Marken zu haben sind, empfehle ich den Rieslingsekt von Dallmayr oder den Klassiker von Geldermann.

Piccolo

Beide um die 3 Euro. Der Bouvet-Ladubay um die 15 Euro - in München gesehen bei: Weinzentrum, Landshuter Allee 61.


Familienehre gerettet

Schon als Kind habe ich Plätzchen backen geliebt...

Kigaplaetzchen

Was dazu führte, dass  irgendwann, Jahre, um nicht zu sagen Jahrzehnte, nach dem Kindergarten, diese Familienehre an mir hängenblieb. Was wiederum dazu führt, dass ich es nicht mehr ganz so liebe. Nachdem ich aber keine selbstgemachten bekomme und die gekauften überteuert und nicht mal gut sind, hab ich mich mal wieder in die Küche gestellt - und präsentiere hiermit: die Weihnachtsplatzerl 2007

Rumherzen_3
Rumherzen
Weihnachtssterne

Weihnachtssterne

Butterpltzchen
Butterplätzchen

Haferflocken
Haferflockencookies - ursprünglich unechte Zimtsterne


Frau B. kauft...

... einen Mantel. Was an und für sich ein klassisches Shopping-Event ist. Oder eben auch nicht. Auf jeden Fall: Frau B. shoppt keinen Mantel. Frau B. kauft einen Mantel. In Chemnitz. Was natürlich als erstes zu der Frage führt, wieso Chemnitz. Eine Stadt, die nicht wirklich als Lifestyle-Metropole gilt. Aber vielleicht hat der Sektempfang bei den Feierlichkeiten zur Eröffnung des Museums Gunzenhauser etwas beschwingt, vielleicht hat auch der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt beim anschließenden Chemnitzbummel etwas nachgeholfen. Vielleicht ist die Geschichte zwischen dem Wintermantel und mir nun doch schon eine lange gewesen, die endlich ein Ende finden musste.

Gesehen hatte ich den Wintermantel, der mein eigen werden sollte schon vor geraumer Zeit. Zu dieser Zeit war es aber erstens noch nicht so kalt. Und zweitens, was noch viel wichtiger ist, ich war auf der Suche nach einer Jacke. Einer Übergangsjacke. Auch wenn ich das lieber eine Jacke für die kühleren Tage nenne. Einer bestimmten Jacke. Die ich nämlich wiederum in der kleinen Stadt gesehen hatte, nicht gekauft hatte - und mich danach maßlos geärgert hatte.

Also ging ich in München auf die Suche nach jener bestimmten Jacke. Und diese Suche führte mich an Mänteln vorbei. Und da hätte ich beinahe einen Mantel gekauft. Einen bestimmten. Da es aber unsinnig ist, einen Mantel zu kaufen, wenn man eine Jacke braucht, und da es ebenfalls noch nicht klar war, ob das Budget beides zulassen würde, lies ich den Mantel Mantel sein und suchte weiter nach der Jacke.

Jacke gefunden. Glücklich.

Es wurde kälter.

Wintermantel überzeugt nicht mehr.

Anruf von Mutter: heute bei xxx habe ich übrigens einen Mantel gesehen! Ein Traum! Der ist für dich gemacht - den schenk ich dir zu Weihnachten. Es war DER Mantel. Und nein, ich hatte ihr nicht davon erzählt. Eine Fügung des Schicksals. Ich also zu xxx. Mantel nicht mehr in meiner Größe vorhanden.

Wahnvorstellungen bekommen: Haben will. Die halbe Bundesrepublik und definitiv ganz Bayern nach diesem Mantel abtelefoniert. Fest davon überzeugt, ihn aufzutreiben. Mantel nicht vorhanden. In mein Schicksal gefügt, den Bogen diesmal überspannt zu haben.

Nach Chemnitz gefahren. Dort der Kunst gefrönt. Über den Weihnachtsmarkt gebummelt. Glühwein getrunken. Ich will eine Wurst, sagt der Begleiter. Wir sind nicht in Thüringen, sage ich. Und mein Blick schweift über die Weihnachtsmarkt-Stände. Und darüber hinweg. Und bleibt hängen. An dem Namen eines Geschäftes - des Geschäftes, der Marke des Mantels meiner Träume. Hochhackige Schuhe haben Frauen noch nie vom Sprinten abgehalten.

Und was hängt drin? Der letzte seiner Art. Dafür reduziert. Wie auf mich wartend... Er ist es nicht exakt, aber fast - und eigentlich noch schöner. Und hier in Bayern nicht gesehen. Und jetzt mein. Und der Begleiter bekam danach die Bratwurst, die sächsische.


Kunden(un)zufriedenheit XXX.

oder auch, wie schaffe ich es, mir das Weihnachtsgeschäft kaputt zu machen

Gehen wir davon aus, dass Fotoarbeiten in diversen Ausführungen ein beliebtes Geschenk sind. Gehen wir weiterhin davon aus, dass die Produktion dieser Arbeiten Zeit braucht und je näher Weihnachten rückt, umso ungewisser ist, dass das geplante Geschenk tatsächlich unter dem Weihnachtsbaum des Beschenkten liegt. Wer also, wie ich, schon im vergangenen Jahr gezittert hat und noch am 24. dem Postboten aufgelauert hat, um dann im letzten Moment das Geschenk für die Eltern (ausgerechnet!) wie eine Beute von dannen zu tragen, der hat aus der Erfahrung gelernt und ist in diesem Jahr planend vorausschauend.

Theoretisch. Praktisch sieht die Sache anders aus. Da hab ich die Rechnung doch offensichtlich ohne den Anbieter gemacht. Der kam nämlich vier Wochen vor Weihnachten auf die Idee, seine Seite zu relaunchen. Über Nacht und ohne Vorankündigung. Dass danach schon fertige im Warenkorb abgelegte Produkte WEG sind, was soll's. Dass nahezu alle Fotos, die schon hochgeladen waren, nicht mehr angezeigt werden, ja mei. Dass Fotos erst gar nicht hochgeladen werden können - liegt wohl an deiner eigenen Dummheit. Dass man auf Anfragen und Beschwerden erst mal nicht reagiert, könnte daran liegen, dass man mit selbigen überhäuft wird.

Dass man aber erst nach einer Woche auf die dritte Beschwerde antwortet und zwar so:

"Aufgrund der neuen Umstellung von unser Homepage, ist Ihr gespeichertes Produkt verloren gegangen und es kann auch vorkomen, dass einige Funktionen eingeschränkt sind."

Und dass gleichzeitig jeden zweiten Tag lustige Werbe-Mails eintrudeln, das, das ist eine Frechheit.


Advent, Advent...

Adventskranz

Einige untrügliche Zeichen verwiesen in der vergangenen Woche darauf, dass sich der Advent nähert - voradventliches Bloggen an allen Fronten und hier ein rapider Anstieg der Suchanfragen, die sich mit Weihnachtsdeko befassten. Aber nicht vor dem 1. Advent. Da bin ich konsequent. Eine, die schon lange in Weihnachtsstimmung ist, ist die Frau über die schönen Dinge der Blogwelt. Und einer so charmanten Anfrage wie der von Liisa kann ich natürlich nicht wiederstehen und zeige ihn, meinen Adventskranz. Wobei es ja kein Kranz im eigentlichen Sinn  ist...