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Januar 2008

Jenseits meiner Vorstellungskraft

Sollte es wirklich Menschen geben, die daheim bei Bier und Schnittchen auf dem Sofa sitzen und vielleicht ganz ausgelassen eine Luftschlange pusten - während sie Karnval im Fernsehen schauen? Oder warum muss jede dieser Sendungen tatsächlich zur Hauptfernsehzeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen übertragen werden? Finanziert von meinen Gebühren?


Prä-Helau

Fasching wird's und das Wetter wird schlecht. Kirchenkonervative Kreise würden nun sagen, dass so dem unmoralischen Treiben einhalt geboten werden soll. Die liberal katholisch bayerische Meinung dazu: Petrus ist halt ein Faschingsmuffel. Versteh ich, ich neige auch eher dazu mich einzuigeln während der Tage und mein einziges Zugeständnis an die närrischen Tage ist der Faschingskrapfen. Wobei der, wie so vieles, inzwischen auch schon inflationär gegessen werden kann - am Aschermittwoch ebenso wie am Gründonnerstag und im Advent. Also zieh ich die nächsten Tage mal wieder die Spaßbremsenkarte... oder bewege mich zumindest in garantiert Faschingsfreiem Umfeld. Mei bin ich froh, dass ich nicht im Rheinland wohn...


Figaro als Stubenfliege mit Schmalzlocke

Also irgendwie schauen die Damen und Herren Opernregisseure zu viel film und fern. Frau Dörrie pflanzt ihren Rigoletto auf den Planet der Affen. Entmenschlichung will sie damit ausdrücken - und es fällt ihr kein eigenes Bild dazu ein. Und junge Menschen will sie in die Oper locken - die wollen doch so traditionell wie möglich. Krzysztof Warlikowski hat ein ähnliches Problem: für ihn ist Eugen Onegin schwul. Naja, muss man nicht so sehen. Kann man vielleicht so sehen. Aber auch er hat keine eigenen Bilder dafür und da fällt ihm ein, dass es doch diesen Schwulenfilm gibt und deswegen wird die russische Oper mal kurz zum Cowboyfilm ala Brokeback Mountain. Nicht neu, aber noch gespielt und von mir gestern gesehen: Der Barbier von Sevilla im Gärternplatztheater. So. Und irgendwie hatte ich auch da den Eindruck, dass Claus Guth zu viel fern sieht - in meinen Augen hat er zu viel Biene Maja angeschaut. Und weil ich die Zeichentrickserie schon als Kind doof fand, fand ich auch die Insekteninszenierung auf der Bühne leicht lächerlich. Ob ich es im Gedächtnis letztlich als charmante Idee oder als völlig daneben abspeichern werde, da bin ich mir noch nicht schlüssig.


Kinder gefährden Ihre Gesundheit

Nicht nur, dass dir Eltern gerne ihre total erkälteten Rotzlöffel Kinder entgegenhalten, die dir dann erst einmal ins Gesicht niesen (ehe sie deinen Kaschmirpulli als Schnupftuch verwenden) - so dass die Bazillen vor Freude in deine Nase hüpfen. Sie (also die Kinder) fordern auch deine Reaktionsschnelle, sie aufzufangen, ehe sie von Schaukeln herabstürzen, an Tischecken knallen, heulend auf den Boden liegen. Und am Ende sitzt du selbst da, schaust deinem demolierten Handgelenk zu, wie es auf die doppelte Größe anwächst und grün und blau wird. Während die Kids und deren Eltern die Situation schon längst vergessen haben.


Bayerisch für Anfänger

Verwunderlich finde ich es schon, wenn mich die Fleischereifachverkäuferin wie ein Auto ansieht, wenn ich ein dreiviertel Pfund Hackfleisch möchte - mir dann 480 Gramm offeriert - und sehr genervt ist von der Forderung doch davon bitte 100 Gramm wegzunehmen.

Ebenso verwunderlich allerdings finde ich auch die Verwunderung, die meine Zeitangabe, etwas würde Fünfviertel Stunden brauchen, auslöst.

Bricht da das niederbayerische Idiom bei mir durch? Sind das Ausdrücke, die man nicht mehr kennt oder hier nie gekannt hat?


Mutationserscheinungen

Sätze, von denen ich nie gedacht hätte, sie je zu sagen:

  • Es ist mir egal, wie das aussieht, hauptsache ich friere nicht.
  • Soll ich dir ein Brot schmieren?
  • Ich habe einen Korb voll Bügelwäsche.
  • Ständig ist irgendwas zu nähen.
  • Da muss ich zuerst zum Frisör.
  • Es könnte regnen (man sollte einen Schirm mitnehmen).
  • Es gibt MEINEN Lippenstift nicht mehr zu kaufen.
  • Was willst du essen?
  • Die Handtasche passt nicht zum Kleid.
  • Ich brauch ich zuerst ein neues  Kleid.
  • Die Schuhe  müssen  zum Schuster.
  • Ruf an, wenn du da bist.

Hilfe, ich hör mich an, wie meine Mutter...


Kommentarlosigkeit

Ich find es nervig: Es gibt Bloganbieter, da kann man nur noch kommentieren, wenn man bei jenem Bloganbieter registriert ist - und verlinkt werden nur noch eigene Blogs. Blöderweise habe ich aber festgestellt, dass auch TypePad irgendwie spinnt - und gerne mal Kommentare, auch von regelmäßig kommentierenden in den Spam-Ordner schiebt. Deswegen der Hinweis: Wenn eure Kommentare hier verschluckt werden, bitte erstens nicht sauer sein und mir zweitens im Zweifelsfall eine Mail schreiben. Danke.

A fade Zeit

Gehört Januar ja traditionell schon nicht zu den spannendsten Monaten des Jahres, übertrifft dieser Januar alles seit Jahren dagewesene noch bei weitem. Das scheint jedenfalls so, virifizieren lässt sich das nicht, vielleicht war jeder Januar schon so fad. Dennoch gibt es Gründe für die Annahme, dass das Januar-Syndrom (arbeiten und ansonsten schmollend zurückziehen) in diesem Jahr stärker aussfällt als sonst: Raucher bleiben daheim - jedenfalls gehen sie nicht aus, um mit anderen Rauchern trinken zu gehen, denn dazu wollen sie ja rauchen und rauchen geht ja nicht mehr. Wenn sie denn doch ausgehen, ziehen sie es vor, zum Essen zu gehen, denn da isst man eben und raucht nicht. Was mit Nichtrauchern, das sind die, die wollten, dass Lokale rauchfrei sind, grad nicht geht, denn die sind entweder gerade Ex-Raucher und somit ungenießbar oder zwar inzwischen clean aber auf Diät. Aber eigentlich bin ich im Januar noch nie viel ausgegangen...


Frau B. zieht das Dirndl an

Als ich diese Ankündigung im Kaulwein-Blog gelesen habe, war eigentlich klar: ohne mich. Alles außer Glas lautet das Programm der ersten Weinralley 2007: Weine aus Tetra Pak, Bay in Box und Co. Das trinkbar hab ich mal unter den Tisch fallen lassen, zu der Frage kommen wir noch.

Doch, wie es der Zufall dann so will, was bekomme ich kurz vor Weihnachten als Geburtstagszugabe von einer Freundin?

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Ein Gag sei es, sagte sie. Und der Gag lagerte bis gestern abend im Kühlschrank. Gestern abend aber dann zog ich nach Paris Hilton Art das Dirndl an und beschäftigte mich mit der Frage, ob man den Prosecco ebenfalls auf der nächsten Wiesn im Hippodrom bewerben könnte. Ob ich den selben Medienrummel hervorrufen würde, das sei jetzt mal dahin gestellt...

Dosen-Prosecco also. Ich fand ja schon Dosenbier albern. Wie trinkt man das jetzt? Lasche rein, ansetzen. Hm. Schmeckt...naja ein bisschen dosig. Blechig. Aus dem Strohhalm? Strohhalme gibt's in diesem Haushalt nicht, hier leben keine Kinder. Ausserdem ist es albern - ich bin etwa doppelt so alt wie die Mädels, die eventuell Prosecco mit Strohhalm trinken. Probieren wir's mit einem Glas, auch wenn es das System des Dosen-Proseccos ad absurdum führt. Heraus kommt ein trinkbarer aber mäßiger Prosecco, der geradezu schreit, auf Eis getrunken zu werden. Eis gibt's grad auch nicht in diesem Haushalt. Was gibt's hier eigentlich?

Mei, vielleicht ist es ein Gag. Aber es gibt auch nette und trinkbare Proseccos in Piccolo-Flaschen, wenn man kleine Einheiten braucht und keine Gläser mitschleppen will. Eine Kühltasche braucht man eh, denn Wärme, nein Wärme verträgt dieser Prosecco gar nicht.


Ein notorischer Fremdgänger

So ist das also. Typisch Mann. Das macht man sich Sorgen, denkt, weiss Gott was passiert sein könnte. Und dann ist es einfach ein Fremdschläfer. Fremdfresser. Fremdgekraulter. Wenn es mir daheim nicht gefällt, geh ich halt woanders hin. Es gibt Männer, die schieben angewidert den Teller weg und sagen, ich geh ins Wirtshaus zum Essen. Der Kater marschiert einfach zur nächsten Haustür rein. Ja, ganz offensichtlich sucht unser Hauskater ein neues Zuhause. Dabei hat er eines - direkt gegenüber. Mit Frauchen, Fressen und Katzenklappe. Aber er hat beschlossen, dass Fremdwohnen besser ist. Nur bleibt er nirgends lang. So gut ist es dann anscheinend auch nicht. Wenn beispielsweise die Freiheit fehlt kommen und gehen zu können - die gibt es nur mit eigenem Eingang. Nebenbei legt er sich mit allen Katzen im Viertel an, wenn er deren Menschen und Fressnapf ausprobiert. Na dann, du Besuchskater  - auf bald. Ich hab ja noch Katzenfutter daheim...

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...und Streicheleinheiten gibt's auch.


Hey 2008...

...das war so nicht ausgemacht. Du fängst nicht an, wie das alte Jahr aufgehört. Du machst Spaß, das hast du versprochen in der Silvesternacht. Also fang nicht schon nach einer Woche an zu zicken.


Dreikönig

Gegenüber steht noch der Baum im Wohnzimmer. Er steht immer weit bis in den Januar da - Jahr für Jahr. Auch wenn die Kerzen an ihm nur einmal angezündet werden. Nur an Heilig Abend. Und dann steht der Baum da und nadelt vor sich hin. Wochenlang. So ein nadelnder Weihnachtsbaum hat etwas deprimierendes an sich. Wobei die Bäume ja heute nicht mehr nadeln, sondern nur eintrocknen und die Nadeln einrollen. Aber du weisst, dass ihre Zeit vorbei ist. Die Zeit, die schon vorbei war, als sie in der Wohnung standen, wo sie nicht hingehören, denn sie gehören in den Wald. Aber zuerst geben sie dir noch die Illusion von Frische und Leben, auch wenn sie schon nicht mehr leben. Und doch machen sie die Wohnung heimelig - der Geruch von Tannenzweigen im Zimmer ist vielleicht ein Kindheitsgeruch, ist vielleicht ein Gegenpol zu dem durch das Fenster hereindrückenden niederdrückenden Wintergeruch, der so schwer atmen lässt - in der Stadt jedenfalls. Es ist das Leben im Gegensatz zur Tristess. Doch jetzt ist der Himmel nur einfach wieder verhangen und du wartest auf die Tage, an denen es aufreisst, an denen die Wolken weggeblasen werden, an denen der Smog über der Stadt verschwindet. Und es kann ein langes Warten werden.


Kein Kater

keine Gäste - kein Fest. Ein ruhiges Verabschieden des alten und Begrüßen des neuen Jahres. Ein perfektes Jahreswechsel für dieses Mal.  Vom  Neujahrsspaziergang zurückgekehrt  und den Pizzamann vor der Haustür getroffen und froh gewesen,  nicht nachmittags Pizza frühstücken zu wollen.  Dann doch Pizza gegessen, aber selbstgemachte.

Kein Kater. Nicht einmal unser Hauskater.

Katze

Diese wunderschöne Hauskatze, die anscheinend seit ein paar Wochen obdachlos ist und immer wieder bei uns im Haus zuflucht sucht. Am Anfang hab ich so noch rausgeschmissen, wenn sie in der Nacht im Hausflur lag. Jetzt hatte ich sogar Katzenfutter besorgt, weil die, die sie in den letzten Wochen immer wieder gefüttert haben, im Urlaub sind.  Wohin sie sich wohl vor den Böllern verkrochen haben mag? Auch Weihnachten blieb sie weg - zu wenige Menschen, die hier ein und ausgehen und ihr die Tür öffnen. Danach war sie völlig zerzaust. Ob sie weggelaufen ist? Oder ihr Mensch krank oder gestorben? Denn scheinbar wird sie nicht vermisst oder was macht sie auf der Straße?