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Februar 2008

München soll ein Dorf bleiben, Teil II

Und damit zu einem anderen Lieblingsthema - der Verkehrspolitik. Um eines vorab klar zu stellen, hatte ich aber auch schon mal, ich bin nicht der Ansicht, dass der Transrapid uns in die Großstadtliga bringt - vielleicht kann ich in dieser Hinsicht halt auch nicht über meinen eigenen Misthaufen rüberschauen. Allerdings der Spagat, dass man gegen den Transrapid ist, aber für einen Flughafenausbau - den mach ich auch nicht mit Herr Oberbürgermeister. Und dem Gedanken, den Transrapid durch München unterirdisch fahren zu lassen, dem kann ich viel abgewinnen - aber Herr Oberbürgermeisterkandidat, rechnen kann ich so gut wie hochdeutsch - und ich kann Hochdeutsch.

Jetzt ist es ja nicht so, dass der Flughafen erst seit gestern da im Erdinger Moos steht - das tut er seit 16 Jahren und beschlossen wurde das ganze auch schon 1969. Dass er da aber immer noch relativ einsam im Erdinger Moos steht, ist schon verwunderlich oder auch nicht. So was wird gerne ausgesessen. Und hätte man sich schon vor Jahren für eine Express-S-Bahn ausgesprochen, dann wäre das Thema Transrapid erst gar nicht auf den Tisch gekommen.

Aber mit der S-Bahn hat man ja eh so seine Schwierigkeiten. Seit 1992 weiss ich gesichert - weil ich's verfolgt habe - dass hier hin und her und wieder hin streitet, ob man jetzt den Südring bauen soll oder die zweite S-Bahn-Stammstrecke. Das sind 16 Jahre. Irgendwen werdet ihr immer vergrätzen - aber vielleicht würde es Menschen auch Planungssicherheit geben. Anstatt dieses erst her dann hin dann wieder her und am End den Misthaufen da stehen lassen wo er ist - soll sich doch jemand anderer drüm kümmern.

Ja wer? Ich hab's. Wie wäre es mit dem Bürger? Der Bürger hat sich ja auch dafür ausgesprochen, dass Tunnel am Mittleren Ring gebaut werden. Ein Konzept, das im übrigen ausbaufähig ist. Vielleicht hätte er ja auch eine Meinung zu dem Thema zweite S-Bahn-Stammstrecke, wenn die Kommunalpolitik schon nicht zu einer gemeinsamen Meinung findet.

Aber jetzt darf er ja erst mal am Sonntag seine Meinung äußern - mal schauen, was dabei rauskommt...


München soll ein Dorf bleiben

So scheint es. Anders gesagt: Lokalteil lesen bildet, besonders vor einer Kommunalwahl. In dieser Süddeutschen (kein Link, da natürlich nicht online) stand heute eine Meldung, die der Rede wert ist: Rot-Grün stoppt Bauprojekt in Thalkirchen.

Für alle, die es nicht mitbekommen haben - rund um den Thalkirchner Bahnhof sollte ein neues Wohnquartier entstehen. Der Bahnhof selbst in Lofts umgebaut (nicht Frau B.'s Preisklasse) und dann vor Richtung U-Bahn ein neues Viertel. Urban, mit klarer Formensprache - architektonisch interessant. Kurz: alles was in München unter dem Gemaule, das wollen wir nicht, das ist nicht kleinbürgerlich genug - offizielle rot-grüne Stadtsprache: nicht sozial und ökologisch. Also dasselbe Spiel wie bei der Werkbundsiedlung Wiesenfeld.

Wieder einmal ein ambitioniertes Projekt abgeschossen - München könnte ja irgendwo an einer Stelle ein bisschen großstädtische Entwicklung zeigen. Was dem dörflichen Charakter natürlich zuwider laufen würde.

Kommt aber noch etwas anderes dazu: die beiden Projekte, die da gestoppt wurden sind nicht irgendwelche überflüssigen Prestigeobjekte. Es sind Wohnungen. Und Wohnraum ist etwas, das München nicht im Überfluss hat.

Aber dass es Menschen gibt, die in München Wohnraum suchen und diesen gar käuflich erwerben würden - das macht einen ja in den Augen manchner Parteien eh zum suspekten Individuum. Man muss sich das einfach mal bildlich vorstellen - der eine Bürgermeister, nämlich der, der, wie jeder weiss, in einer Altbauwohnung in Altschwabing sitzt, umgeben von seinen Alt-68er-Spezln, sagt: da haben wir ein Biotop geschaffen, das müssen wir schützen. Vor Zuzug - jedenfalls vor Zuzug relativ normaler Münchner, die können sich das nämlich eh nicht leisten nach Altschwabing zu ziehen.

Das sind eh nicht meine Wähler. Die können wir auch an den Stadtrand schicken, wo der Seppi wohnt. Prima Idee, sagt der andere Bürgermeister, also der, der nochmehr Rad fährt wie der eine, von da aus, können sie nicht mehr mit dem Rad in die Stadt fahren. Und weilst mit dem MVV schier nicht da hinkommst wo du hinwillst, können wir von denen allen Geld verlangen - jetzt mach ma a City-Maut.

Wobei ich eigentlich bei der rot-grünen Verkehrspolitik wäre... das führt an dieser Stelle zu weit. Aber da es mich ebenfalls an den Rand des Wahnsinns bringt - wenngleich nicht mal halb so sehr wie die Wohnraumpolitik dieser Stadt - besteht ja die Chance, dass man dies noch vor Sonntag an dieser Stelle lesen wird....


Von Kuhfladen und dem alten Peter

Was willst du in Amerika, du traust dich doch noch nicht mal allein nach Minga - sagt der Tschamsterer zur  Kati.  Eine  Szene aus  "Beste  Zeit"  -  und  wer  den  Film noch nicht gesehen hat, bitte unbedingt anschauen!  Ob als  pubertätsdurchgeknallter Teenie - als ewig beste Freundin - als verkannter bester Freund oder als  besagter Tschamsterer, irgendwo finden wir uns alle wieder. Auch wenn wir unsere Jugend nicht im Dachauer Hinterland verbracht haben. Aber das Hinterland der Pubertät und die beste Zeit, die manchmal ganz beschissen war, kennen wir alle...

Aber darum geht's eigentlich grad gar nicht. Es geht um diesen Satz. Denn diese Aussage scheint auch weit nach der Pubertät noch zuzutreffen. Ob man sich nicht traut oder nicht mag, auf jeden Fall scheint dieses München im Rest von Bayern suspekt zu sein. Also auf Minga fährt man vielleicht einmal im Jahr - dann zum einkaufen in die Fußgängerzone. Ich kenne allerdings auch genügend Menschen, die seit Jahren nicht mehr in München waren - und das nicht, weil sie München nicht mögen würden - es ist eher eine Scheu vor München.

Diese Scheu, auch so eine Ehrfurcht, macht sich auch bei Menschen bemerkbar, die man durch unser Provinznest, genannt Landeshauptstadt führt - egal woher sie jetzt kommen: ui, das ist so sauber - mei, gschleckt halt - die Preise in den Cafés gesalzen, die Autos teuer und die Menschen, die sich in dieser Umgebung bewegen, tun dies mit einer Selbstverständlichkeit als müssten sie nicht drüber nachdenken, woher das Geld kommt, um in dieser Stadt zu bestehen.

Was natürlich Blödsinn ist - erstens gibt es ausser diesem inneren Zirkel genug Stadtteile, die das alles nicht sind. Zweitens denken die Menschen, die sich drinnen so scheinbar selbstverständlich bewegen, durchaus drüber nach, zum Beispiel, wenn sie spätabends oder am Wochenende mal wieder arbeiten, während normale Menschen in normalen Städten schon längst privat sind.

Und so schlägt einen, outet man sich als Münchner - in Bayern und im Rest der Welt entweder Verachtung (ein herzliches Grüß Gott Richtung Berlin), ein Glitzern in den Augen (Rest der Welt) oder Entsetzen (Bayern) - mei a Großstadt und so teuer und wie kann man da nur leben?

All denjenigen sei versichert, man kann.


Nächsten Sonntag ist Wahl

Und ich bin ja der festen Ansicht, dass es Pflicht ist, wählen zu gehen. Auch wenn es einem nicht immer einfach gemacht wird. Weil ich aber gegen Wählen in einer butterweichen Wohlfühl-Wolke diffuser Image-Kampagnen bin, hab ich mir doch tatsächlich die Mühe gemacht, mich durch die Wahlprogramme zu lesen. Kurz zusammengefasst findet sich das ganze hier bei der Süddeutschen - allerdings zum Beispiel ohne Kultur, vielleicht wird das aber noch ergänzt, ist ja erst heute in der gedruckten Ausgabe erschienen. Ganz interessant find ich den München Wahlomat der Abendzeitung - mit dem kleinen Schönheitsfehler, dass er nur die vier großen Parteien berücksichtigt. Aber vielleicht gibt es ja Überraschungen, mit wem man tatsächlich mehr inhaltliche Übereinstimmungen hat....


Sauber eingschenkt

Jetzt bin ich mal gespannt, was diejenigen sagen, denen die Fastenpredigt im vergangenen Jahr schon zu derb war. Feinsinnig ist etwas anderes. Gespannt bin ich jetzt auch, wie der BR die Kunst des Schneidens der Rede für Sonntag hinbekommt.


Arbeitszimmer Feng Shui

Eine Pflanze ist anscheinend selten nur eine Pflanze - Primeln beispielsweise werden als Nervenmittel eingesetzt, aber sie können auch Irritationen auslösen. Ist der Platz neben dem Schreibtisch nun gut oder schlecht?


Jeder Satz ein Treffer....

Jetzt möchte man meinen, dass Männer lernfähig sind - so in einem gewissen Alter durch den persönlichen Umgang mit dem weiblichen Geschlecht geschult. Sie haben Beziehungen, Zusammenleben, Scheidungen hinter sich und sollten aus diesen Erfahrungen ein gewisses Wissen ob der weiblichen Psycho zusammengetragen haben. Und dennoch gibt es immer wieder Überraschungen. Deswegen hier mal Klartext: Es gibt Dinge, die sagt Mann nicht. Genauer: Es gibt Komplimente, die macht Mann nicht. Weil sie keine sind. Vorallem nicht in weiblichen Ohren.

Ganz oben auf der HIT-Liste

Du siehst phantastisch aus seit du etwas zugenommen hast

merken Sie's? So beim Lesen? Das Signalwort heisst: ZUGENOMMEN. Völlig egal, was dabei im Zusammenhang noch erwähnt wird. Finden Sie noch so sehr, dass sie gut aussieht - der Satz ist gleichbedeutend mit: Du hast einen fetten Arsch. Denn Sie haben gesehen, dass eine minimale Gewichtsschwankung gab. Die allein schon schlimm genug ist, noch schlimmer, wenn sie bemerkt wird.

Frauen sind Zahlenabhängig. Was nichts anderes heisst, dass 100 Gramm über Wohl oder Weh entscheiden oder ob beim Kauf von Kleidung die Größe ein oder zweistellig ist (US-Größen, die eh viel schmeichelhafter gerechnet sind). Jetzt gehen wir mal davon aus, die Zeichen stehen grad eh auf Weh - wie wehleidig. Dann kann es passieren, dass die mit derartigen Komplimenten bedachte Dame in Tränen ausbricht. Oder sie bricht zumindest innerlich in Wehklagen aus. Vielleicht setzt sie sich auch zu Wehr. In jedem Fall, sie haben einfach verloren.

Apropos Zahlenabhängig: Merken Sie sich um Himmels Willen die Kleidergröße Ihrer Liebsten. Es könnte irgendwann die Anweisung beim gemeinsamen Einkauf kommen - bringst du mir bitte mal das gepunktete Kleid, ich möchte es doch noch anprobieren. So, jetzt stehen Sie da. Sie dürfen sich jetzt um maximal eine Kleidergröße vertun. Zu groß bedeutet: Sie halten sie für so dick. Zu klein bedeutet: Sie hätten sie gern schlanker. Und nein, aus der Nummer kommen Sie in den seltesten Fällen heil raus.

Ich würde Ihnen ja persönlich raten, um den ganzen Themenkreis einen weiten Bogen zu machen. Was natürlich nicht immer geht, denn manchmal wird das Thema ja dummerweise auch von Frauen angeschnitten - bei Sätzen die mit "findest du" anfangen während eine Frau vor dem Spiegel steht, haben Sie hoffentlich rechtzeitig die Flucht ergriffen. Ansonsten hilft nur die Flucht nach vorne - kein ja - nie nie nie! Du bist so sexy ist die beste Antwort. Und den Worten Taten folgen lassen.

In diesem Sinne: Happy Valentinsday!

Update: Man beachte die Illustration des Themas bei Lisa...


Wunschvorstellungen

Ich hätte gern - ein hübsches sonniges Plätzchen mit Aussicht für mich und mein Notebook. Internetanschluss und regelmäßige Mahlzeiten, die mir bitte serviert werden. Dann gäb's hier jeden Tag auch ein hübsches Bild.


Verzichtserklärungen II

Man könnte natürlich auch auf Worte verzichten - zumindest auf die überflüssigen und derer gibt es viele. Oder man verzichtet darauf, sich das Dummgeschwätz von anderen anzuhören, wobei das mitunter in die soziale Vereinsamung führen könnte. Ich für meinen Teil habe jetzt mit dem Wortverzicht begonnen, indem ich ein Buch nicht ausgelesen beiseite gelegt habe. Das mache ich öfter, denn es gibt auf der Welt soviele Bücher, die zu lesen eh ein einziges Leben nicht reicht. Also wieso sich mit schlechten Büchern belasten? Wobei schon jeder gelesene Satz aus solchen Büchern eine Belastung darstellt - nicht nur während des Lesens. Noch Jahre danach liegen sie wie ein Stein im Magen, während man von manch schönem Buch in der Erinnerung nicht viel mehr sagen kann als dass es gefallen hat. Tragisch ist das. Also zu meiner letzten schwerverdaulichen Lektüre - fairerweise sollte man wohl sagen, sie will nichts anderes sein als schwerverdaulich. Ich bekam sie geschenkt mit den Worten "grandios" - von derselben Frau, die mir mit denselben Worten vor einem Jahr Katharina Hacker in die Hand drückte (Buchpreis 2006), ein Buch, das denselben Brechreiz bei mir hervorrief. Neues Jahr. Neuer Buchpreis. Diesmal für "Die Mittagsfrau" (Buchpreis 2007). Rezept: man nehme alles, was schwerverdaulich ist (Inzest, lesbische Liebe, Drogenabhängigkeit, jüdisch, Nazi-Deutschland) quirle das alles durch und würze ja nicht (vorallem nicht mit Humor). In diesem Fall: mein Rat, verzichten Sie. Man muss nicht alles lesen.


Asche streuen

Dieser Faschingskrapfen kann ja so nicht mehr stehen bleiben, schließlich haben wir ja jetzt Fastenzeit und keine Krapfenzeit mehr. Ja, ich find die Idee einer Fastenzeit inzwischen richtig gut. Einfach mal wieder zurücknehmen, nachdem die Zurückhaltung gerade in der Weihnachtszeit nicht wirklich geklappt hat. Und auch wenn jetzt Weihnachten schon geraume Zeit her ist, werden da immer Dämme gebrochen, denen irgendwann mal Einhalt geboten werden muss. Interessanterweise ist der Begriff Fastenzeit auch wieder angesagt - auch bei Menschen, die mit der Kirche nichts am Hut haben. Ist eben doch letztlich ein meditativerer Begriff als Frühjahrskur oder Diät. Also, wie sieht es aus, verzichtet ihr auf etwas?


Verkehrsberuhigung - jawoll

Ui, jetzt dürfen also keine Lkws mehr unnötig durch die Stadt. Warum erst jetzt und nicht schon bei Beginn der Lkw-Maut als die Stadtabkürzung noch mehr verlockend war? - Bürokratie braucht eben Zeit. Und natürlich werden sich alle Lkw-Fahrer danach halten, es ist ja doch empfindlich teuer, wenn sie auf dem Mittleren Ring erwischt werden: 20 Euro. Sauber.

Für 20 Euro oder weniger bekomme ich nicht viel im Straßenverkehr - schnall ich mich nicht an, kostet es schon 30, telefonier ich ohne Freisprechanlage kassiere ich gleich einen Punkt in Flensburg. Wenn also ein Lkw jetzt ohne Grund durch die Stadt fährt, steht das nach Gebührenordnung etwa auf gleicher Ebene mit 10 Stundenkilometern zu schnell fahren (15 Euro), beim Überholen nicht blinken (10 Euro) oder Halten (obacht: das sind immer noch nur drei Minuten) in der zweiten Reihe (macht 15 Euro).

Würde mich ja so als Vergleich interessieren, wie teuer das Umfahren auf der Autobahn für einen Lkw ist...

Und wie viel Bußgeld gibt's nochmal für Radler, die eine Fußgängerzone befahren?