Previous month:
Juni 2008
Next month:
August 2008

Juli 2008

Druck von außen

Natürlich kommt der DHL-Mann in der Stunde, in der du gerade das Auto aus der Werkstatt holst. Aber du bist ja nach zehn Tagen warten geschult - vor Verlassen des Hauses in der kritischen Zeit, in der seine Runde an deinem Haus vorbeiführt, überprüfst du natürlich, ob eine Nachbarin, gelobt sei die hohe Rate der Selbständigen im Haus, auch DA ist. Bitte kein Zettel am nächsten Tag im Briefkasten, man möge doch am übernächsten Tag auf die Post fahren... So, jetzt liegt es also da das Packerl. Da wo es schon vor zehn Tagen liegen sollte, aber leider ging ja beim Versand durch die Telekom was schief. Sehr bedauert haben sie es, als du irgendwann mal nachgefragt hast. Unerklärlicherweise. Natürlich. Und eigentlich sollte es auch nicht vor zehn Tagen da liegen. Sondern vor zwei Wochen funktioniert haben. Aber man kann nicht alles haben.Stellt sich jetzt nur die Frage, wann auch alles am heimischen PC wieder funktioniert. Dann tatsächlich.... Immerhin ließ sich die internetfreie Zeit für ein Projekt nutzen, das schon lange auf die lange Bank geschoben war. Dass auf selbiger nun andere Projekte liegen... Aber gut, wenigstens das ungeliebte erledigt zu haben. Manchmal braucht es Druck von außen. Wie auch einen TÜV-Termin, um das Auto mal wieder zu putzen. Auch wenn der TÜV davon nur mäßigt beeindruckt war.


Auf der Suche

Eine Bloggerin ohne Netz ist wie ein Läufer ohne Fuß, aber der kann ja auch bei den Paralympics mitmachen. Ist wie ein Journalist ohne Hirn – und für wen der schreiben kann, sag ich jetzt nicht. Ist wie ein Sommer ohne Sonne – bitte schauen Sie dazu aus dem Fenster. Auf jeden Fall fehlt etwas. Ob es das wesentliche ist, ist die Frage, denn das wesentliche sind die Geschichten. Aber auch die beste Geschichte ist ohne Medium nichts wert. Und wir sind halt in München und nicht in Berlin, wo die Kaffeehaus-Blogger leben. Hier ist es nicht so einfach, sein Büro  umzusiedeln. Aber wenigstens hin und wieder sollte man seine Emails überprüfen, geht ja jeder inzwischen davon aus, dass man daueronline ist. Das ist aber gar nicht so einfach. Gerade die Plätze, die mit einem Hotspot werben, erheben gewisse Hürden, um tatsächlich ins Netz zu kommen. Und das in Form von Bezahlung. Was dir erst offenbart wird, wenn du deinen Latte irgendwas am Tisch stehen hast, das Laptop aufgeschlagen und loslegen wolltest - drei Euro die Stunde bitte. Wie bitte? Konsumiere ich hier nicht eh schon was? Ich dachte immer, die Leute gingen in die Coffee-Shops, weil es da ein kostenloses Wlan gäbe - welchen Grund gäbe es sonst, dahin zu gehen? Jedenfalls habe ich jetzt doch noch ein Kaffeehaus-Office gefunden. Weiss ja kein Mensch, wie lange der Offline-Status daheim noch dauert.


Hochmut usw

Ist mal wieder Zeit für einen passenden Oma-Spruch... Denn ich darf mir grad an die eigene Nase fassen. Auf Nepper-Schlepper-Bauernfänger reinfallen? - Hey, ich doch nicht. Aber seien Sie bitte schlauer als ich. Unterschreiben Sie NICHTS an der Tür. Auch und vor allem nicht, wenn ein Vertreter einer großen Telekommunikationsfirma dasteht, die gerade ein bisschen in die Schlagzeilen geraten ist. Denn dann kann es passieren, dass Sie plötzlich keine Verbindung zum Internet mehr haben, auch wenn Sie eigentlich nur einen besseren Tarif bekommen sollten. Es kann passieren, dass Sie sich um zwei Uhr nachts mit jemanden anschreien, mit dem Sie um diese Zeit, wenn Sie schon wach sind, eher was anderes tun sollten. Dann stellen Sie vielleicht fest, dass Sie in einem Viertel wohnen, in dem Wlan-Cafés rar gesäht sind und außerdem konnten Sie eh noch nie im Café arbeiten. Am Ende des Tages erwägen Sie einen Umzug - allein. Und das alles nur, weil Sie an der Tür...


Dies und das

Hab ich schon erwähnt, dass ich leicht knatschig bin? Vielleicht haben Sie's ja schon geahnt - zuerst läuft die Nase. So ganz gesund klingt mein Husten immer noch nicht. Dann zieht hier der Herbst ein. Nebenbei kümmere ich mich um meine speziellen Freunde vom Amt (unser aller Freunde) und sitze auf einem Berg von Unterlagen. Plötzlich fällt mir noch ein, dass ich einen TÜV-Termin brauche - und das bei diesem Montagsauto... Zu allem Überfluss hört meine Internetverbindung von jetzt auf gleich auf zu existieren - ohne Vorwarnung natürlich. Wenigstens fragt der Mann von der Störungsstelle frauenfreundlich nach (blinkt das Licht?). Als ich meinen Frust in Hausarbeit ersäufen will, stelle ich fest, dass auf meiner Lieblingstischdecke ein Fleck ist, der beim Waschen nicht rausgegangen ist - dafür ist das lange Sommerkleid trotz Handwaschprogramm nicht mehr lang. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.


Wetterfühligkeiten

Sanft steigt der Rauch aus dem Kamin im Haus gegenüber und bahnt sich seinen Weg durch den Regen. Du liegst auf dem Sofa, um dich die Decke und die Sonntagszeitung auf dir verteilt. Nein, heute ist kein Tag, um aus dem Haus zu gehen. Es scheint, als hätte sich der Sommer vor zwei Abenden mit einem Donnerschlag verabschiedet und der Herbst wäre eingezogen. Vor zwei Abenden, als du ins Auto eingestiegen bist und dich die Hitze erst mal nach Luft schnappen lies. 35 Grad hat das Display angezeigt bei der Fahrt durch München. 35 Grad und du bist der dunklen Wolkenbank im Osten entgegengefahren. Auf der Fahrt konntest du die Regenbogen zählen. Bis du selbst mittendrin standst in der Wand aus Wasser. Und nur vier Stunden später waren es fast 20 Grad weniger - und die erste Ahnung von Herbst war da. Mitten im Juli.


Alles gleich

Du hast es ja eigentlich gleich gesehen. In dem Moment, als er an diesen Tisch kam und fragte, ob der Platz noch frei wäre. Unter dem Arm ein Stapel Papier. Ausgedruckte Immobilien-Exposés. Und dann, als die Begleitung kam, konntest du nicht umhin, trotz eigenem angeregtem Gespräch, das ein oder andere Wort aufzuschnappen: "In dieser Straße ist es doch viel zu laut" - "Wie kommen die eigentlich auf die angegebene Zimmeranzahl?" - "Naja" - "Das ist doch völlig adw" - "Wenn man dann noch Renovierungskosten miteinrechnet..." Wie sich Gespräche doch gleichen können, auch wenn die Gesprächsteilnehmer, auch wenn sie an demselben Tisch sitzen, so unterscheiden. Aber wahrscheinlich unterscheiden sie sich gar nicht so. Und der Beweis liegt darin, dass sie an demselben Tisch sitzen. In derselben Kneipe. Wahrscheinlich imselben Viertel wohnen. Diesselben Vorstellungen haben. Nein, gegen den Strom schwimmen ist etwas anders...


Hatschi

Da nimm mal, sagt Freundin E. und drückt dir ein Kind in die Arme. Sie wissen schon, so ein kleines Wesen, das nicht in ganzen Sätzen sprechen kann und häufig etwas unangenehm riecht.Und noch häufiger dir erstmal herzhaft ins Gesicht hustet oder niest. Denn kleine Kinder sind fast immer krank. Und zwei Tage später kratzt mein Hals. Also meine Virenphobie kommt nicht von ungefähr. An mir klebt so ein imaginäres Herzlich Willkommen und alle Erkältungsviren folgen der Einladung. Wenn Sie mich also im Übergang schon mit Lederhandschuhen in der U-Bahn sehen, hat das nichts mit Damenhaftigkeit zu tun, es ist reiner Schutz, nur etwas eleganter verpackt. Es sind ja nicht nur kleine Kinder, die gerne etwas abgeben. Letze Woche zum Beispiel sperrte ich die Tür des Elternhauses auf, die Freude ist groß - Umarmung. Kräftiges Niesen. Nase putzen. Eine leichte Allergie, so die Erklärung. Von wegen Heuschnupfen. Eine ausgewachsene Sommererkältung wars. Die dann bei 30 Grad, Klimaanlage an mit mir zurück nach München gereist ist. Ich für meinen Teil hab mich über die Abkühlung gefreut...