Unser Oberbürgermeister, den man heute im schicken englischen Trench (und dazu passenden Schal) bewundern kann, freut sich. Und zwar über neue Mietwohnungen. Die entstehen da, wo Nymphenburg den Namen Nymphenburg noch verdient und sind, keine Frage, richtig schick. Und wer es sich also leisten kann, 18 Euro den Quadratmeter zu zahlen, kann in Zukunft nett neben der Schlossmauer, angrenzend an das Villenviertel wohnen. Lärmabgeschirmt ist er auch, denn zwischen dem schicken Neubaugebiet und den Bahngleisen kommt erst mal ein weiteres Neubaugebiet, in dem Leute wohnen, die meinen, wenn sie schon 1800 Euro im Monat für eine 100 Quadratmeterwohnung locker machen wollen, müssten sie diese nicht zwingend einem Vermieter in den Rachen schmeissen, sondern könnten damit auch einen Kredit abzahlen. Dafür dürfen sie jetzt als Lärmschutzwall fungieren, denn kaufen statt mieten gilt ja in dieser Stadt als suspekt. Denn das ist bourgeois. Und mieten nicht. Auch nicht bei 18 Euro den Quadratmeter.
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