Fast schon November
Allerheiligen

Sozialdemokatrische Ansichten

Unser Oberbürgermeister, den man heute im schicken englischen Trench (und dazu passenden Schal) bewundern kann, freut sich. Und zwar über neue Mietwohnungen. Die entstehen da, wo Nymphenburg den Namen Nymphenburg noch verdient und sind, keine Frage, richtig schick. Und wer es sich also leisten kann, 18 Euro den Quadratmeter zu zahlen, kann in Zukunft nett neben der Schlossmauer, angrenzend an das Villenviertel wohnen. Lärmabgeschirmt ist er auch, denn zwischen dem schicken Neubaugebiet und den Bahngleisen kommt erst mal ein weiteres Neubaugebiet, in dem Leute wohnen, die meinen, wenn sie schon 1800 Euro im Monat für eine 100 Quadratmeterwohnung locker machen wollen, müssten sie diese nicht zwingend einem Vermieter in den Rachen schmeissen, sondern könnten damit auch einen Kredit abzahlen. Dafür dürfen sie jetzt als Lärmschutzwall fungieren, denn kaufen statt mieten gilt ja in dieser Stadt als suspekt. Denn das ist bourgeois. Und mieten nicht. Auch nicht bei 18 Euro den Quadratmeter.

Kommentare

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mawa

Ja, pervers sind die Preise in der Tat (wobei: so richtig hart wird's erst bei dem neuen Projekt in Gern neben dem Taxisgarten, das ja stadtweit an jeder dritten Litfaßsäule beworben wird).

Wobei die Anlage wirklich mal recht gelungen wirkt - von außen zumindest. Und die Lage ist natürlich Zucker. Da werden sich sicher ein paar solvente Menschlein finden. Oder ob die Kapitalmarktkrise mal wie ein reinigendes Gewitter über den Münchner Wohnungsmarkt hinweg fegen wird?

mawa

Nachtrag: Sind Immobilien-Journalisten eigentlich die neuen Reise-Journalisten (also eine eher, äh, unkritische Masse, die sich am Buffett schadlos hält)? Der Artikel, auf den Du verlinkt hast, klingt zumindest mal wieder so, als hätte das der für die Anlage zuständige Makler direkt in des Schreibers Feder rein diktiert...

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