Nun kann ein Kleiderschrank noch so voll sein, es kommt der Augenblick, in dem wir hineinblicken und ihn mit den Worten "Ich habe nichts anzuziehen" wieder schließen. Die Gründe dafür sind natürlich vielfältig. Entweder passt nach Weihnachten das ein oder andere grad nicht so optimal bis gar nicht. Vielleicht haben wir auch keine Lust, das Haus zu verlassen und wollen eigentlich nur wieder zurück ins Bett. Vielleicht braucht es aber auch nur einen Vorwand, um shoppen zu gehen.
Nun kann ein Kleiderschrank noch so voll sein und diesen angehäuften Kleidungsstücken wird es immer den ein oder anderen Liebling geben. Vorzugsweise uralte Pullover - dreimal schon geflickt. Die Jeans mit der verdächtig dünnen Stelle an der Stelle, an der sie besser nicht reißen sollte. Oder das Teil, das irgendwann einmal ein verdächtiges "haben will"-Glitzern in unseren Augen hat aufleuchten lassen.
Lieblingsstücke sind der letzte Verlass, wenn das "Ich habe nichts anzuziehen"-Gejammer winterdepressionsbedingt ist und werden dann schon mal kurzerhand auch aus dem Schmutzwäschekorb wieder rausgezogen. Ich selbst mach das natürlich nie.
Aber wie das so ist mit Lieblingsstücken - die Leidenschaft dafür wird in der Regel nicht geteilt. Sie gehört uns allein. Die Waschhoheit in einer Beziehung ist dabei von unschätzbaren Vorteil. So können ungeliebte Lieblingsstücke von Mitbewohnern irgendwie auf Nimmerwiedersehen verschwinden oder aus Versehen im falschen Waschgang landen. Das macht man natürlich auch nicht. Ich auch nicht. Aber die Versuchung ist manchmal groß.
Aber in Beziehungen muss man Kompromisse schließen. Beidseitig. Und so begleitete der Begleiter am Wochenende mich und die Pferdedecke. Die natürlich keine Pferdedecke ist, sondern ein violett-roter Karorock. Ein Gute-Laune-Rock. Für mich jedenfalls.
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