Ich habe ja mehr Verständnis für kleine Kinder als man gemeinhin von mir annimmt - ihr Trotz amüsiert mich, ihr Weinen erweckt mein Mitleid. Beides sind Dinge, die man als Erwachsener einfach nicht mehr macht, weil man sie reflektiert. Aber wenn wir ehrlich sind, wollten wir auch immer wieder aus Wut weinen oder uns auf den Boden werfen und "ich will aber" schreien. Nur wissen Sie und ich, dass das nichts bringt. Und normalerweise beißen wir einfach die Zähne zusammen. Und wenn wir uns verletzen und keiner ist da, sagen wir "aua" und weitergeht's - ist jemand da, wollen wir wie ein kleines Kind wenigstens kurz mal bemitleidet werden. Wachen wir aus einem schlechten Traum auf, erschrecken wir auch, aber reflektieren, dass dies ein Traum war. Genauso bei nächtlichen Schmerzen - tief durchatmen, Schmerztablette, irgendwann weiterschlafen. Nur wer das nicht kennt, versteht nicht, dass das kleine Kind in der Wohnung über oder neben einen nachts zu weinen beginnt. Ja, normalerweise haben wir uns unter Kontrolle. Doch manchmal verlieren wir sie... Zum Beispiel, wenn man im Fahrradladen sich zu einem Radl beugt und beim Aufrichten übersieht, dass über jenem Rad noch eine sehr massive Glasplatte mit einem anderen Rad ist, die Kante knapp über Augenhöhe... Ich schwöre Ihnen, ich habe Sterne gesehen. Und mich auf den Boden gesetzt und geheult. Dann ließ ich mich mit Schokoladenkuchen trösten, während auf meinem Hirn die Beule das Wachsen anfing.
Also haben Sie Verständnis mit kleinen Kindern - und empfehlen mir bitte hier in München einen Fahrradladen. Vielen Dank.
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