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Oktober 2010

Bücherherbst - Tag 19

Ein Buch, das ich schon immer lesen wollte

Ulysses. James Joyce. Und wie lange schon. Seit ich vor zwanzig Jahren Dubliners gelesen habe. Vielleicht würde es helfen nach Irland zu fahren. Das will ich ja auch schon lange.


Münchner Nachmittag

Als Münchner fällt einem das alles ja so gar nicht mehr auf, was anderen Menschen so auffällt. Also Besuchern dieser schönen Stadt. Wir halten uns jetzt nicht lange mit Klischees auf, die es schon in jeden Reiseführer geschafft haben - wie die Biergärten. Und dennoch staune ich wiederum über die immer wieder leuchtenden Augen von Fremden, wenn sie in einen Biergarten kommen. Auch die Geschäfte in der Innenstadt bringen Frauenaugen zum leuchten, habe ich bemerkt. Den dazugehörigen Mann kann man derweil getrost irgendwo an der Maximilianstraße absetzen und er darf die neuesten teuersten Automodelle bewundern. Wie viele teuere Autos hier rumfahren fällt einem selbst ja schon gar nicht mehr auf. Ich habe einen Geschäftstermin, ich bin im Anzug, sagte M. wie zur Warnung vor unserem Treffen. Das wiederum fällt nicht auf. Gutgekleidete Menschen nutzen die Herbstsonne für einen Cappucino auf Münchens schönster Freiluftterasse. Und mit Sonnenbrille auf der Nase kann selbst der Münchner nicht umhin seine Stadt mal wieder zu preisen. Man nimmt manche Dinge einfach zu selbstverständlich. Wie die Kulturbeflissenheit der Münchner. So ist an einem ganz normalen Donnerstag nachmittag eine Ausstellung einfach mal voll. Ein Phänomen, das der Nicht-Münchner mehrfach beredet. Hier geht man halt ins Museum und am Abend ins Theater - wie anderenorts zum Bäcker und auf die Coach. Mag das Münchner Kulturpublikum zwar spießig sein, wie oft gelästert, interessiert ist es allemal.

Bücherherbst - Tag 17

Augen zu und irgendein Buch aus dem Regal nehmen

Wohn- und Arbeitszimmer haben wir. Bleibt der Flur. Hier stapeln sich Koch- und Reisebücher. Und hier dürfte dringend mal wieder aufgeräumt werden. Welches Buch ziehe ich jetzt wohl intuitiv aus dem Regal?

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Bücherherbst - Tag 15

Das 4. Buch in deinem Regal von links

Ok. Heute gehen wir ins Arbeitszimmer. Und dort zum großen Bücherschrank.

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Und was ich jetzt unten links herausziehe, könnte den ein oder anderen überraschen...

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Bücherherbst - Tag 16

Das 9. Buch in deinem Regal von rechts (wir springen jetzt ein bisschen durch die Liste)

Welcher Raum? Welches Regal hätten Sie denn gerne? Ich habe mich für das Wohnzimmer entschieden, für das Regal gleich neben der Tür. Und habe beschlossen, nach oben rechts zu gehen.

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Erste Reihe, hier ist nämlich zweifach besetzt. Im Wohnzimmer gibt es nur Belletristik und ein paar Bildbände. Das ganze nach einem Prinzip sortiert, das nur mir einleuchtet: getrennt nach Genre, Land und Epoche. Also alles ganz einfach...

Ich bin jetzt bei den Krimis und ziehe aus dem Regal:

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Bücherherbst - Tag eins reloaded

Ich habe am Wochenende mit einem köstlichen Buch begonnen: Heartland von Joey Goebel. John, geläuterter Vorzeigesprößling eines bigotten Tabakclans im Mittleren Westen, kandidiert für den Senat. Dafür braucht er die Hilfe seines Bruders, des schwarzen Schafs der Familie, der die einfachen Leute erreicht. Dessen Bedinung ist erst einmal simpel: John soll ihn auf eine Monstertruck-Veranstaltung begleiten. Dabei merken sie, dass sie für die gleichen Werte stehen: Freiheit, Waffen, Army, Gott. Und Blue Gene beschließt seinem Bruder zu helfen...

Ich hatte von Goebel schon "Vincent" gelesen - das fand ich großartig. Und Heartland ist ebenso eine bissig, böse Satire. Eines der Bücher, bei denen man weiterlesen will...


Bücherherbst - Tag 12

Ein Buch, das du empfohlen bekommen hast

Auf Martin Suter kam ich auf Empfehlung. M. sagte irgendwan "wie du kennst Suter nicht?!" - und das in einem Tonfall, dass ich mich ganz ungebildet fühlte. E. bohrte nach: "musst du lesen!". Angefangen habe ich dann mit "Lila, lila" - und ich wollte mehr... Von "Small world", "Ein perfekter Freund" und "Die dunkle Seite des Mondes" war ich regelrecht elektrisiert. Und ich gebe die Empfehlung, die ich bekommen habe hiermit weiter. Aber dann gab's auch noch "Den Teufel von Mailand" und leider auch "Der Koch"...

Die komplette Liste


Gut, besser, Wohnraum

Weißbier ohne Schaum also. Ich mag Weißbier – alkoholfrei nach dem Radeln oder Wandern. Allein deshalb hab ich mich wahrscheinlich schon disqualifiziert. Weißbier ohne Schaum sei die Au ohne Paulaner – sagt die Süddeutsche. Also eigentlich sagt es der Pfarrer von der Au und die Süddeutsche kommentiert: „Recht hat er.“ Weil, wenn jetzt die Brauerei wegzieht und da Wohnungen entstehen, würde ja sich das Gesicht der Au verändern und außerdem würden da Wohnungen entstehen, die sich der eingesessene Au-Bewohner nicht leisten kann. Da haben wir es wieder: das Schreckgespenst der Gentrifizierung.

Ja, nur lieber eingessene Au-Bewohner: Sie brauchen ja keine Wohnung. Sie haben ja schon eine. Das ist ja die Krux am Münchner Wohnungsmarkt. Wer seit geraumer Zeit irgendwo wohnt – egal wo, tut den Teufel dran und zieht um. Weil inzwischen die Mieten explodiert sind. Ich wette mit Ihnen, dass Sie jetzt schon nicht umziehen, weil eine neue Wohnung teurer ist als die, in der Sie heute leben. Und warum explodieren die Mieten? – Das ist die Geschichte mit Angebot und Nachfrage....

Und wer jetzt da so scheinbar sozial argumentiert wie es die SZ macht, macht eigentlich das Gegenteil: es ist ein Plädoyer für die Wohnraumverknappung. Ist ein Gut knapp, wird es teurer und nur noch wenigen zugänglich. Eigentor.

Würde die Au durch den Wegzug der Brauerei ihr Gesicht verändern? – Ja. Würde sie es verlieren? – Nein. Denn gesichtslos sind die Viertel am Stadtrand. Wo einfach gebaut wird – wo es keinen Tandler gibt, keine Tante Emma, keinen Bäcker, keinen Metzger, keinen Schuster. Wer in die Innenstadt zieht, möchte doch gerade nicht mit dem Auto zum Supermarkt, sondern zu Fuß seine Einkäufe erledigen können. Möchte doch gerade, dass „sein Viertel“ lebt.

Sollte Paulaner an den Stadtrand ziehen, ist das ein Gewinn. Und es will auch nicht jeder Yuppie am Nockherberg wohnen. Ich glaub, Herr Pfarrer, da müssen Sie keine Angst haben.


Bücherherbst - Tag 11

Ein Buch, das du mal geliebt hast, aber jetzt hasst

Hab ich doch quasi schon beantwortet: kann ein erwachsener Mensch tatsächlich "Demian" von Hesse noch gut finden? Aber in der Hochpubertät ist das Buch eine Offenbarung... Gilt übrigens für "Erbauungsliteratur" aller Art.


Bücherherbst - Tag 10

Ein Buch von deinem Lieblingsautor

Tag 9 wird geschoben, gehen wir zu Tag 10. Was es nicht einfacher macht. Ich habe ebensowenig einen Lieblingsautor wie ein Lieblingsbuch. Ich habe von manchen Autoren alles gelesen, weil ich ihren Stil sehr schätze, aber deswegen möchte ich noch lange nicht, von meinem Lieblingsautor sprechen. Von anderen habe ich alles gelesen, weil ich eine hohe Erwartungshaltung habe - und bin auch manchmal enttäuscht (wie beispielsweise von Suter). Kann ich also auch nicht als Lieblingsautor durchgehen lassen.

Ich winde mich und überwinde mich und entscheide mich für "Zärtlich ist die Nacht" von Fitzgerald. Fitzgerald finde ich großartig. Das Buch spiegelt den Rausch, den Glamour und den Niedergang der High Society an der Côte d'Azur in den End 20er Jahren. Steht ganz oben auf meiner "Wiederlesen"-Wunschliste.

Hier nochmals die komplette Bücherfrageliste


Samstag nachmittag

Mit dem Kälteeinbruch Mitte Oktober ist es wie mit Mutter- oder Valentinstag. Eine reine Erfindung der Geschäftsleute. Er dient nur dazu, dass wir alle (meint: alle Frauen) voller Panik in die Innenstadt stürmen - Wintermantel! Stiefel! Und was soll ich sagen: es funktioniert doch jedes Jahr aufs neue...


Bücherherbst - Tag 8

Ein Buch, das dich an einen Ort erinnert

Eines? - Unzählige! Schließlich mache ich ja meine Reiseziele von der Lektüre abhängig - manchmal jedenfalls. Hier nur eine kleine Auswahl....

Ascona
Alfred Andersch "Vater eines Mörders" (bitte lesen!)

Antibes
Guy de Maupassant - Kurzgeschichten

Lissabon
Erich Maria Remarque "Die Nacht von Lissabon" (großartig!)

Soller
Carlos Ruiz Zafón "Der Schatten des Windes"

Müritz
Kurt Tucholsky "Rheinsberg"

Ostsee
Irene Dische "Großmama packt aus"

Berlin
2009 Bernhard Schlink "Der Vorleser" und vor Jahren Peter Høeg "Fräulein Smillas Gespür für Schnee" - es war im Winter und der Berliner Winter wurde über Nacht weiß, so weiß, dass die Autos aufhögehört haben zu fahren - und Berlin wurde auf einmal still.

Radein
Tim Parks "Stille". Seitdem weiß ich - immer ein Ersatzbuch mitnehmen.


Bücherherbst - Tag 7

Ein Buch, das mich an jemanden erinnert

Ja. Gibt es. Wobei die Anzahl der Menschen mit denen ich über Bücher spreche, mit denen ich sie vielleicht sogar gemeinsam lese, bedauerlicherweise weniger geworden sind, im Laufe der Jahre. Viele Bücher erinnern mich an eine enge Freundin, mit der ich seit bald 30 Jahren immer wieder Bücher teile. Leider haben wir nicht immer denselben Geschmack - sie hat mir in den letzten Jahren allen Ernstes die Habenichtse und "Was ich liebte" empfohlen.

Eine andere Erinnerung geht noch weiter: ich weiß nämlich noch genau, mit wem ich Nesthäkchens Leben durchlebte und danach "Hanni und Nanni".


Bücherherbst - Tag 6

Ein Buch, das ich nur einmal lesen kann

Ich hab's ja nicht so mit dem mehrmaligen Lesen, wie ich schon erwähnte. Manchmal sei vor einem wiederholten Lesen auch ausdrücklich gewarnt. Gerade bei Büchern, die einem einmal sehr viel bedeutet haben - Sie wissen schon, die berühmten pubertären Erkenntnisschübe, wie sie in diesem Alter die Lektüre von Hesse auslöst. Ich glaube, der einzige Hesse, den ein erwachsener Mensch nochmals in die Hand nehmen kann ist der Steppenwolf. Ansonsten akzeptieren wir doch einfach mal, dass jedes Buch seine Zeit im Leben hat.


Bücherherbst - Tag 5

Ein Buch, das du immer und immer wieder lesen könntest

Ich hab's nicht so mit dem immer und immer wieder. Natürlich habe ich Bücher mehrmals gelesen, aber hauptsächlich durch das Studium. Oder in der prä-/post- und vor allem hochpubertären Phase. Ich sag nur: Hesse....

Beschränken wir uns also auf ein Buch, das ich wieder lesen könnte. Sollte. Ich habe vor langer Zeit einmal den Zauberberg gelesen und meine selbstkritische Reflexion dieser Tat 20 Jahre wirft die Frage auf: habe ich ihn verstanden? Ich fand mich ja so was von intellektuell damals. Also mein Vorsatz seit geraumer Zeit, ihn nochmals zu lesen. Meine Lieblingsvorstellung dabei ist, ihn in Sils Maria zu lesen.


Ein herzliches Danke...
...an Susanne, die mich mit Melody Gardot "My one and only thrill" überrascht hat. Jetzt freue ich mich noch mehr auf schöne Herbstabende mit einem Glas Rotwein und wunderbarer Musik!


Bücherherbst - Tag 4

Ein Buch, das ich hasse.

Hass. Was für ein Wort. Man kann ja nicht alles mögen - aber in der Regel finde ich ein Buch dann langweilig oder überschätzt. Eines, bei dem ich dann tatsächlich ein gewisses Aggressionspotential entwickelt habe, war "Die Habenichtse" von Katharina Hacker. "Die Mittagsfrau" von Julia Franck fand ich übrigens auch entsetzlich. Seitdem ist der deutsche Buchpreis eine gewisse Anti-Empfehlung für mich...


Bücherherbst - Tag 3

Mein Lieblingsbuch.

Natürlich hatte ich schon Lieblingsbücher. Mit 15 Jahren beispielsweise "Demian" von Hesse. Heute schätze ich Bücher - die einen mehr, die anderen weniger. Ich habe kein Lieblingsbuch, aber Bücher, die ich geliebt habe zu lesen. Wie Franzens "Korrekturen", Eugenides "Middlesex", "Schatten des Windes" oder Feuchtwangers "Erfolg".


Bücherherbst - Tag 2

Das Buch, das ich als nächstes lesen werde/will.

Also das Buch, das ich als nächstes lesen WILL, ist "Freiheit" von Jonathan Franzen. Die Korrekturen fand ich genial und freue mich sehr auf sein neues Buch. Aber wahrscheinlich wird es nicht das nächste Buch sein, das ich lesen werde. Momentan habe ich das Gefühl, es könnte ein klassischer Januar-Schmöker sein. Und auf meinem Stapel ungelesener Bücher liegen ja auch noch unter anderen "Letzte Nacht in Twisted River" von John Irving und "Der Mann, der durch das Jahrhunder fiel" von Moritz Rinke und "Rot ist mein Name" von Orhan Pamuk. Letzteres liegt da seit Istanbul und macht die Tragik des Bücherstapels deutlich: irgendwann findet ein Buch seinen Weg in die Wohnung - und wenn es aber nicht gleich gelesen wird, führt es irgendwann ein Schattendasein, weil sich immer wieder andere Bücher vordrängeln.

übrigens, die Liste ist auch hier und hier in Bearbeitung...