And the Winner is...
Wir sind so II

Wir sind so

Es ist und bleibt die Frage des angeborenen und anerzogenen Verhaltens. Nun bin ich keine Sozialpädagogin, aber das Anschauungsmaterial um mich wird ständig mehr. Und dann sieht man, dass auch bei Eltern, die ihr Kind versuchen, geschlechtsneutral zu erziehen, die Mädchen zu Puppen und die Jungs zum Auto greifen. Wahrscheinlich laut 70er Jahre Feminismus liegt das am bösen Kindergarten. Wie auch das Faible für Rosa bei kleinen Mädchen, deren Mütter ganz sicher kein rosa tragen. Gehen wir also in die Vor-Kindergarten-Zeit. Und bleiben wir bei Kleidung. Ab einem gewissen Zeitpunkt lieben kleine Mädchen einkaufen. Nämlich dann, wenn sie die Großen imitieren. Sich schön machen wollen. Wobei das Putzen im Sinne von Rausputzen ist nicht spezifisch weiblich. Auch kleine Jungs können Tobsuchtsanfälle bekommen, wenn sie ein bestimmtes Kleidungsstück anziehen wollen und nicht dürfen. Allerdings nennen wir das anders. Und wahrscheinlich würden kleine Jungs ebenfalls mit Nagellack experimentieren, wenn nicht andere kleine Jungs im Kindergarten sagen würden, dass das total uncool und weibisch sei. Aber ich schweife ab. Der eigentliche Punkt: die Lust des Einkaufens ist definitiv keine angeborene. Die Frage ist nur, ab wann sie einsetzt. Wie ja auch der Flirt mit der Kamera sehr früh einsetzt - also das posieren. So kann ja auch das Schmücken-Wollen, das Haben-Wollen irgendwann mal einsetzen. Ich werde das beobachten. In meinem Leben gibt es nämlich seit einem halben Jahr neues Beobachtungsmaterial. Wir nennen es mal das süßeste Baby der Welt (kurz: dsBW) - soviel Objektivität sollten Patentanten haben. Also das süßeste Baby der Welt durfte mit shoppen gehen. Was dem süßesten Baby der Welt herzlich egal war. Doch dabei bot es Raum für eine interessante Beobachtung. Man meint ja immer als Nicht-Baby-Besitzer so ein kleines Wesen hätte nur eine Möglichkeit sich auszudrücken, besonders wenn es um Misswillen geht. Weit gefehlt. Ich sage ihnen, die Körperhaltung, der Gesichtsausdruck - gelangweilt, genervt - wie eine Große. Meine Herren, das ist der Beweis, Zickigkeit ist angeboren. Wir müssen dafür weder schreien noch toben - nur schauen. Sie kennen alle diesen Gesichtsausdruck. Und, als Generalabsolution für alle Frauen: Dieser Gesichtsausdruck wurde uns in die Wiege gelegt. Wir können nicht anders.

Kommentare

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Don Alphonso

Geburtsfehler also. Das sollte aber nicht der Mann, sondern die Krankenkasse übernehmen.

T.M.

Och, Zicken sind meistens ganz nett.

Wortschätzchen

Habe jede Menge kleine männliche Zicken in meiner Umgebung, die gerne Röcke tragen und sich anmalen. Und weibliche Miniwesen, die mit Spielzeugautos laut "brummbrumm" machen, nie eine Prinzessinnen-Rosa-Phase hatten und mit Vorliebe auf Bäume klettern und bolzen. Alles eine Frage der kulturellen Prägung sowie der Mentalität und Vorliebe, nicht des Geschlechts. Zum Zicken-Gesichtsausdruck: mir wurde er z. B. nicht in die Wiege gelegt, bis heute habe ich dafür keinerlei Talent entwickelt. Kann ich aber sehr gut mit leben.

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