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Juni 2011

Sommerabend

Ich ging gestern abend den Mond suchen. Es war ein lauer Sommerabend. Verliebte Pärchen, die den Nymphenburger Kanal entlang schlenderten. Manche vielleicht wie ich auf der Suche nach dem Mond. Wäre ja auch romantisch gewesen. Nur, der Mond zeigte sich nicht. _MG_4254

Meine Mutter, Sauce Hollandaise und ich

Es war die perfekte Hollandaise. Soviel fürs Protokoll und als Resümee der Spargelsaison 2011. Dummerweise weiß niemand davon. Außer mir - und ich kann Ihnen ja alles erzählen. Und dem Begleiter - und dem könnte man mangelnde Objektivität ob meiner Kochkünste unterstellen. Das entscheidende: wer davon nichts weiß, ist meine Mutter. Und damit ist diese perfekte Hollandaise quasi nie gelungen. Denn zwischen meiner Mutter und mir ist die Sauce Hollandaise ein immerwährendes Missverständnis. Welches vor vielen Jahren begann.

Damals, meine Eltern kamen zum Spargelessen. Es war vor der Zeit, als mein Vater sich umständehalber bedingt von mir das ein oder andere Mal zwangsbekochen lassen musste - und entsprechend misstrauisch war er. Ist er noch heute, wenn ich in der Küche bin, aber das liegt in der Natur der Dinge. Es gab also Spargel. Damals ohne Hollandaise, denn ich konnte keine Hollandaise und Tüten kamen mir schon damals nicht ins Haus. Und so Butter zum Spargel ist auch schön. Fand meine Mutter nicht und wedelte mit einer von ihr mitgebrachten (!) Convenience Hollandaise-Tüte vor meiner Nase - in meiner nicht allzu großen Küche - während ich die geschmolzene Butter im Töpfchen gerade ins Esszimmer tragen wollte... Es kam, wie es kommen musste und war der Beweis, dass eine Küche einfach zu klein für zwei erwachsene Frauen ist, die miteinander verwandt sind. Und mit so einem geschmolzenen Viertelpfund Butter kann man eine Altbautreppe vom Erdgeschoss bis zum 4. Stock zum Glänzen bringen. Das war damals. Und was blieb, war die Erkenntnis, dass eine Küche, egal wie groß sie ist, für uns beide immer zu klein sein wird.

Viele Jahre ist es her. Dazwischen lernte ich kochen. Und inzwischen gibt es auch bei mir zum Spargel eine Hollandaise. Und so in diesem Frühjahr dachte ich mir, ich beglücke meine Eltern mal wieder mit Spargel. Und Hollandaise. Und was passierte? Sie geronn. Das war seit Jahren nicht mehr passiert. Aber sie war eine Zumutung. Und die perfekte Hollandaise entstand ein paar Wochen später ganz unaufgeregt ohne Publikum in meiner Küche. Und keiner weiß es. Und meine Eltern winken in Zukunft wahrscheinlich ab, wenn ich zum Spargelessen einlade.

Sommerabend

Ich weiß ja nicht, ob ich es tatsächlich könnte. Tatsächlich habe ich nämlich nie auf dem Land gelebt. Abgesehen von Teilen meiner Kindheit und da war das Land ein großes Abenteuer und die Frage, ob du zum Einkaufen ins Auto steigen musst oder ob du mal ins Kino oder zum Essen gehen willst oder ins Kaffeehaus stellte sich nicht. Heute stelle ich mir schon die Frage, ob das Leben auf dem Land ein glücklicheres ist. Aber wer das jeden Tag hat, ist schon vom Leben verwöhnt...
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Kein Anschluss unter dieser Nummer

Irgendwann hatte ich es schon einmal geschrieben: als Kunde bist du der Depp vom Dienst. Jedenfalls als Endkunde. Kunden sind die unerwünschten Begleiterscheinungen eines Geschäfts. Ein neues Beispiel dafür ist die Telekom. Im Kundenservice der Telekom sind die Aussagen nämlich: Könn mer net, wiss mer net, mach mer net - ihre Telefonanlage muss kaputt sein, so alt wie die ist - kaufen sie sich eine neue. Diese Aussage ist etwa genau so unbefriedigend wie ein kaputtes Telefon. Dann hab ich mich aber erinnert - und zwar, dass wir durchaus schon telefonische Hilfe bekamen und zwar nicht vom Kundenservice. Denn es gibt da noch den technischen Service der Telekom. Dessen Fokus des Wohlergehens ist nicht der Kunde, sondern das Produkt. Und das mag er. Und damit auch den Kunden. Und dann dachte ich mir, ehe ich nicht weiß, was von diesen Teilen der Telefonanlage ersetzt werden muss, frag ich doch mal. Und siehe an: ein Mitarbeiter, hörbar aus den neuen Bundesländern, erklärte mir in aller Freunlichkeit, runtergebrochen auf mein technisches Niveau, dass das Gerät zwar reif fürs Museum sei, aber wohl einwandfrei funktioniere. Und es tue ihm leid, es liege an der Leitung. Die von einer Kollegin umgehend in Stand gesetzt wurde. Wieso aber der Kundenservice, der per definitionem dazu da wäre, Kunden Hilfe anzubieten (und es es sie an den technischen Service zu verweisen) statt dessen die Kunden mit einem "Könn mer net, wiss mer net, mach mer net" zur Verzweiflung bringt, steht in den Sternen. Vielleicht ist es auch der feine Unterschied, dass an der einen Hotline studentische Aushilfskräfte sitzen und an der anderen Profis (für ersteres hab ich keinen Beweis, vermute es aber). Ach ja. Die Kundenhotline ist kostenfrei. Von den Folgekosten mal abgesehen...