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Juli 2011

Endlich Prinzessin

Natürlich habe ich als Kind Prinzessin gespielt. Was Mütter in den 70ern übrigens gar nicht so schlimm fanden. Erwachsene Frauen tun sich da schon schwerer. Es gibt nun Frauen, die an ihren kleinen Mädchen ihre Prinzessinnen-Phantasien ausleben - Frauen, die ich kenne, natürlich nur reflektiert. Kinderlose Frauen tun sich da noch schwerer und können das ganze Theater nur ablehnen oder heimlich bei der 1000. Sissi-Wiederholung heulen.

Ich gehöre zu letzteren. Wobei, es kommt darauf an, in welchem intellektuell relevanten Stadium ich mich befinde, ob ich mir das überhaupt anschaue: PMS? Depri-Phase? Lange nicht mehr geheult? Aber um Sissi geht's ja gar nicht. Ich wollte nur klarmachen, dass ich an der ein oder anderen Stelle durchaus empfänglich bin... Umso mehr freut es mich, Ihnen mitteilen zu können, dass ich mich durchaus in die Riege der modernen Prinzessinnen einreihen darf: Nicht nur mein alter Golf ist ein wahrhaft königliches Fahrzeug - royal blue, Baujahr 2001. Ich bin auch nicht so vermessen, dass ich ein Gebot von 48.000 Pfund ablehnen würde. Gut, ich bin jetzt nicht Kate. Aber...

...so ähnlich. Ich würde sie an Mary von Dänemark erinnern, sagte jemand zu mir. Also ich kontaktiere demnächst ihren Diät-Koch, ihre Modeberaterin, ihren Frisör - und wenn man mir noch das entsprechende Budget zur Verfügung stellt, schauen wir mal, ob ich als Zwillingsschwester der dänischen Prinzessin durchgehe. So lebt man Kleinmädchenträume aus. Aber ihre vier Kinder kann sie behalten...


Lieber Sommer,

ich habe ja gehört, du würdest morgen mal kurz auf einen Kaffee vorbeischauen - so auf deinem Weg von Nord- nach Südeuropa oder umgekehrt. Das ist ja sehr nett, noch netter wäre es, du würdest ein bisschen bleiben. Aber vielleicht findest du ja Bayern für dieses Jahr auch schon fad, nachdem du überraschend früh schon mal angereist bist, und hast beschlossen, diese Gegend nun zu meiden. Weisst Sommer, das ist keine Arbeitseinstellung: zuerst dem Kollegen Frühjahr das Geschäft kaputt machen und dann, wenn er auf Urlaub gehen könnte, sich wieder aus dem Staub machen. Wo kommen wir denn hin, wenn ihr vier keine Arbeitsteilung mehr kennt?

Das, was du machst, ist eine Schande: meine Verabredung mit Juli heißt Terasse und Sommerkleid. Wir treffen uns gewöhnlich im Biergarten, gehen radeln oder auf den Berg. Mit Rollkragenpulli, dicken Jacken, Decke auf dem Sofa und Kaminfeuer hat das wenig zu tun. Das kommt erst wieder. Wir pflegen auch leichte Kost zu uns zu nehmen, aber dank deiner vergammelt der Salat und das Gemüse kann gar nicht so schnell beiseite springen wie es im Eintopf landet.

Sommer, du undankbares Wesen: Ich habe noch zwei Kleider im Schrank hängen, die in dieser Saison noch kein einziges Mal getragen wurden. Und das liegt nicht daran, dass ich unvermessen eingekauft hätte. Neben zwei anlassbezogenen Kleidungsstücken habe ich mich auf ein (!) Top beschränkt. Nennst du das etwa unangemessen? Vermessen? Geh bleib doch ein bisserl, wennst vorbeischaust. Wirst sehen: Bayern ist schön. Und wir freuen uns, dich zu sehen. Wirst merken: wir sind sofort alle wieder im Biergarten. Wir ziehen uns auch was hübsches an für dich. Und es ist auch in Ordung, wenn du sagst, dass du heuer ein bisschen fad bist. Musst dich ja gar nicht auf 30 Grad anstrengen. Aber ruh dich doch hier einfach mal aus. Und lass dich nicht wieder sofort von den Regenwolken vertreiben.


Munich Diversity, Folge 1: Reich und Schön

Und dann habe ich noch behauptet, das München der 80er Jahre sei tot. Wie man sich irren kann. Nur weil unsereins relativ unbehelligt davon lebt. Aber das wäre wahrscheinlich auch in den 80ern so gewesen. Nur die Erben von Schimmerlos gehen nur noch zur feinen Gesellschaft, wenn sie geladen werden. Aber andere Gäste kommen auch ungeladen zur Party...

Hotel-Schnäppchen à la Frau B.

Die Hotelauswahl bei Reisen kann so und so erfolgen. Die meisten Menschen gehen in eine dieser Hotelsuchmaschinen und suchen ein Schnäppchen. Ich such mir in der Regel das Hotel aus. Beim Land/Meer/Berge Urlaub sowieso. Aber ich mache das auch bei Städtereisen. Immerhin stellt sich die Frage, in welches Viertel will ich: was will ich machen? was brauche ich? Eine gute Hotellage bedeutet beim Stadturlaub schon mal verminderte Taxikosten. Ein ungünstig gelegenes Schnäppchen ist nämlich schnell keines mehr. Habe ich dann mögliche Übernachtungsmöglichkeiten ausgemacht, frage ich persönlich ganz altmodisch bei den Hotels an. Ich hätte gerne ein Zimmer mit Aussicht - oder auch nicht. Im Hochsommer zur Nordseite. Am liebsten mit Balkon. Bitte mit Parkett. Und so weiter und so weiter. Das versuchen Sie mal bei einer Buchungsmaschine. Das geht nur persönlich. Und was eben auch nur persönlich geht: den Aufenthalt kurzfristig doch noch um einen Tag zu verschieben. Buchungsmaschinen stellen sich da stur. Und unterm Strich hat man auf diese Art doch das Zimmer in der günstigsten Variante gebucht.