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Mai 2012

Mia san mia

Eine Trotzreaktion.

Katerstimmung in München. Anderes konnte man den Sonntag nicht beschreiben. Nach der kollektiven Festtagslaune am Samstag, die weit in alle Stadtteile hineinreichte, war der Sonntag gedämpft wie ein Neujahrstag im Sommer. Mit dem Unterschied: Zum Jahreswechsel ist die Laune um Mitternacht eine andere. In der Nacht zum Sonntag wankten die Leut lautlos aber wie kopflose Hühner durch die Straßen - einmal quer über den Frankfurter Ring - das Spiel hat sie wohl lebensmüde gemacht. Sonntag mittag beim Bäcker sind noch alle Regale voll, kollektives ausschlafen. Zum obligatorischen Small-Talk ist keiner in Stimmung. Die Ruhe hängt auch am frühen Abend noch über der Stadt, trotz der Menschen auf den Straßen. Wir schweigen auch beim Spaziergang.

Und doch scheint München vereint an diesem Wochenende - vereint in Euphorie und vereint in Trauer. Mia san Minga. Die schönste Stadt der Welt. Und da kann ruhig jemand behaupten, dass es irgendwo besser ist und er mag vielleicht recht haben und dann sind wir mal kurzzeitig beleidigt, aber nur kurz, denn letztlich wissen wir, dass er falsch liegt. Denn mia san mia.


FC Bayern, Kandinsky und Rilke

Auch in Irland wird am Samstag das CL-Finale geschaut.

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Das Land ist nämlich durchaus fußballvernarrt.Weit spannender als die eigene Meisterschaft fanden die Iren allerdings die englische. Ständig wurde im Pub ein Fußballspiel übertragen.

Wir Münchner waren auch nicht diejenigen, mit dem großen Bierfestival und den großen Biergläsern - auch mal ganz angenehm. Und kein Wunder, denn Bier haben die Iren selbst und auf ihr Guinness lassen sie nichts kommen.

389Nein, die Assoziation mit München ist: wir sind die Stadt mit dem großartigem Fußballverein und dem großartigem Stadion. Ansonsten ist hier alles sauber und die Bahnen pünktlich. Zum ersten Mal sagte mir jemand: Deutsch sei eine so wunderbare melodische Sprache. Und schwärmte von Rilke.

Nicht nur die Iren kennen München. Auch beim Small-Talk mit anderen Reisenden konnte man mit der Heimatstadt jenseits von Hofbräuhaus punkten. Zwar sind sie von Biergärten an sich fasziniert, aber das schönste an München war beispielsweise für eine US-Amerikanerin aus der mittelwestlichen Cowboyhut-Gegend (!) die Museen und besonders das Lenbachhaus mit seinen Kandinsky Bildern.

Es war schön, dass Deutschland weder das ungehobelte Sauerkraut und Knödel Land ist noch ausschließlich der unsympathische Geldgeber auf europäischer Ebene. Manchmal muss man auch überprüfen, wie man selbst auf andere wirkt. Diesen Test haben wir bestanden.

Und jetzt hoffen wir mal, dass uns am Samstag weder unser FC Bayern, noch wir Münchner, noch die Fans und die Stadt an sich blamieren. Alles was hier passiert, geht hinaus in die Welt.


Yes, I love it

Irland ist wunderschön. Die Landschaft einzigartig und die Menschen freundlich. Und die besorgte, immer gestellte Frage, ob es dir gut geht und ob es dir gefällt und ob du das Land magst, sei an dieser Stelle nochmals beantwortet: it's great. it's unique. it's really beautiful. thank you so much - we had a wonderful time.

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Das Nest ist leer

Wir haben den Traum aller flügge werdenden Kinder erfüllt und ihnen das Reich überlassen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge, denn gerne hätte ich unsere Amselkinder aufwachsen sehen. Aber während Sie, liebe Leser, noch zeitversetzt staunen durften, waren wir schon weg. Und als wir wieder kamen, war das Nest leer.

Aber Vogelkinder haben uns als Thema begleitet - denn auch in Irland war Brutzeit. Bei den Krähen, bei Staren - und Rotkehlchen und Pfaue und Dohlen und überhaupt: alle Vögel waren da und bescherten ein großes Konzert.

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