Abschied nehmen
A Radler, a Radler!

Ausgepackte Kisten

Es ist schon seltsam, wie sehr eine Stadt ihr Gesicht verändert, wenn man umzieht. Selbst, wenn man sie gut kennt. Selbst, wenn man nicht an den Stadtrand zieht oder an das andere Eck. Selbst, wenn man nur in den Stadtteil nebenan zieht. Aber die Wege werden andere. Die kurzen, die man täglich gegangen ist, gibt es nicht mehr. Man muss sie neu finden. Die längeren führen einen durch neue Straßen oder durch lange nicht gegangene Straßen. Und so stromert man seltsam zeit- und raumlos durch die Stadt. Immer auf Entdeckung. Und nachdem das Gerüst des Alltags weggebrochen ist, entdeckt man die Stadt neu. Und irgendwie ist es nach wie vor wie Urlaub.

Münchnerischer ist es hier. Schon allein der Blick aus meiner Küche in die Hinterhöfe, wo einer in den anderen übergeht. Die Nähe zum Englischen Garten. Und wenn du in die Stadt radelst, radelst du durch die Stadt in die Stadt. Kleine Geschäfte, nach wie vor Werkstätten und dankenswert wenig Coffee-Shops. Und natürlich der Elisabethmarkt, den ich schon geliebt habe, als ich noch nicht hier gewohnt habe. Und das Bairisch ist auch noch nicht ausgestorben und dazu braucht es auch keine lächerlichen Schilder an der Geschäftstür, die suggerieren, dass der Zuzogene unerwünscht sei.

Und so sind die ersten Wochen ins Land gegangen zwischen sich sofort heimisch fühlen und fremd sein. Zwischen entdecken und zurückziehen. Kisten auspacken, einräumen, umräumen. Vielen ungeschriebenen Geschichten und nicht geknipsten Bildern. Aber es ist ja noch Zeit. Neue Geschichten kommen und warten darauf, erzählt zu werden.

Kommentare

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Ilse

Du wohnst im besten Flohmarkteck in München. Du klingst recht happy, würde ich mal sagen. Gratuliere, liebe Helga!

Saxana

Das hört sich sehr nach einer Verbesserung an. Gutes Eingewöhnen!

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