Münchner Gschichten im Kurzformat
Münchner Gschichten im Kurzformat

Vor einem Jahr - Rückblick I

Für Jahrerückblicke ist es eigentlich noch zu früh... Aber das letzte Jahr fing für mich tatsächlich noch vor dem Kalenderwechsel an. Also Zeit für einen Rückblick: Es ist etwas mehr als ein Jahr her, als Herr Buddenbohm eine Welle in den Blogs lostrat auf die Frage, ob ein Platz jenseits seines Viertels lebenswert sei. Er war (und ist??) auf Wohnungssuche. Wir waren das zu diesem Zeitpunkt auch. Und bei der Liebeserklärung, die ich damals an mein Stadtviertel schrieb, war mir eigentlich schon klar, dass unsere gemeinsame Zeit vielleicht schon bald vorbei sein würde.

Wenn ich ehrlich bin, lag mir ganz besonders viel daran, dass möglichst viele Münchner mitschreiben würden, um zu sehen, ob auch andere Viertel als die, die ich eh schon in Betracht gezogen hatte, in Betracht kämen. Um die Frage zu beantworten: Nein. Jedenfalls für uns nicht - und jeder hat andere Prioritäten und ich hatte mich schon lange mit den Verschiedenheiten der Viertel beschäftigt.

Mein München ist jedenfalls seit ein paar Monaten ein anderes. Ich kann darüber noch nicht in der Ausführlichkeit schreiben wie über mein altes, dazu kenn ich es noch nicht genug. Aber mein München ist heute Schwabing. Genau gesagt "Neuschwabing" - das neu bezieht sich auf einen Status um 1900 und bezieht sich auf die Gegend nördlich der Maxvorstadt bis hin zum Luitpoldpark. Es ist ein geplantes Viertel, aber vor dem Franzosenviertel und der Isarvorstadt geplant, also zu einer Zeit als die Bevölkerung noch nicht so stark in München angestiegen war. Was bedeutet: großzügiger geplant. Die Straßen relativ breit mit Alleecharakter, Plätze und je weiter im Zentrum des Viertels auch so großzüger die Wohnungen.

Die Mischung ist hier auch sehr unterschiedlich: zwischen großherrschaftlich und Genossenschaft ist alles vorhanden, zwischen "saniert und sauteuer" und "außen hui und Klo auf dem Gang", zwischen "schon immer hier" und "zugezogen". Es ist eine spannende Mischung und das erstaunlichste ist wohl, dass es ein sehr friedliches nebeneinander ist.

Vielleicht liegt es daran, dass die Hype-Zeiten von Schwabing-West, wie es heute heißt, schon lange vorbei sind. Also wer hier lebt, lebt halt. Und das nicht schlecht. So zwischen Englischer Garten und Luitpoldpark, der vor allem deshalb zu toll ist, weil er ein echter Vorgarten der Anwohner ist, während sich im Englischen Garten und im Nyphenburger Park halb München und der Rest der Welt auf die Füße treten.

Was mich nach wie vor fasziniert ist die Nähe. Also zu allem. Auch zur Innenstadt. Auch wenn ich glaube, dass es vom Radius her keinen großen Unterschied macht - wir sind einfach von Neuhausen aus Richtung Osten gezogen und wohnen jetzt nicht nordwestlich sondern nörlich des Marienplatzes. Aber speziell im Sommer ist es näher. Man radelt durch die Stadt in die Stadt. Man ist in der Stadt.

Außerdem ist hier eh alles. Und nach wie vor viel zu entdecken. Also Fortsetzung folgt...

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