Ein eigenes Bad ist keine Luxussanierung

Neues von der Else Kling

oder auch: des is doch mir alles wurscht (also den anderen)

Und weil mir nicht alles wurscht ist, mutiere ich regelmäßig zur Else Kling. Ohne Kittelschürze versteht sich.

Da man sich aber auf ein Spezialthema spezialisieren muss, ist mein Spezialthema im Haus der Müll. Ich sehe zwar durchaus noch andere Potentiale, aber solange dieses Thema nicht durch ist, setze ich meinen Focus, weil ich will ja nicht hauptberuflich unbezahlte Hausmeisterin werden, so fühle ich mich ja eh manchmal schon. Ich sag's Ihnen: das Thema Müll in einem Mehrfamilienhaus... Da kommt man an Punkte, bei denen man sich fragt... Aber die Hausverwaltung sagt, das sei überall so. Da frag ich mich auch...

Wertstoffhof? - Ach, da muss ich ja erst hinfahren. Das entsorge ich doch lieber im Restmüll. Oder ich stell es im öffentlichen Bereich ab, wo es dann so richtig versifft, aber sich keiner traut, wegzutun, weil es könnte ja Privateigentum sein.

Container? - Da muss ich ja erst 50 Meter über die Straße gehen. Dabei könnte man da ja auch seinen Wertstoffmüll abladen, jedenfalls sieht es so aus dort.

Und wenn dann alles da ist, wo es sein sollte, sagt die Müllabfuhr: nein, also die Tonnen bringen wir nicht auf die Straße - weil da stehen ja Räder im Durchgang. Die nirgendwo anders stehen können, weil die Stadt München ja eine Verordnung hat, wieviele Radstellplätze zur Verfügung zu stellen sind. Und eine weitere Verordnung hat, dass man die nicht einfach im Hof abstellen kann, weil da eine Spielfläche ausgewiesen ist. Aber der Durchgang zwischen Rädern und Wand zu schmal ist - und als Spielfläche würde das auch nicht durchgehen. Also sagt die Müllabfuhr: wir leeren die Tonnen nicht. Es sei denn, ihr stellt sie raus. Und der Hausmeister sagt: also wenn ich sie rausstellen soll, will ich das dreifache meines Monatsgehalts - weil wir sind ja in München. Und für Müll bin ich nicht zuständig.

Und dann diskutierst du noch mit jemanden, ob man nicht das ganze runterleveln könnte: wir zahlen das doppelte  und die Tonnen fahren wir selbst rein. Und derjenige, der diesbezüglich erfahrener und desillusionierter ist als du, sagt nur: der Depp bist du.

Und er hatte Recht. Weil der Hausmeister sagt: ich rechne das zwar ab, aber machen tu ich es nicht. Der Rest der Hauses sagt: des ist doch mir wurscht. Und die einzige, die die Mülltonnen wieder reinbringt, nachdem sie die halbe Woche abgewartet hat, ob es jemand macht, bin ich.

Und dazwischen gehen die Mitbewohner halt vors Haus, um ihren Müll zu entsorgen. Oder schmeißen die Tüten dahin, wo die Müllltonne stehen sollte. Weil irgendjemand kümmert sich schon. Werd ich auch wieder Mieter, weil dann ist mir alle egal? Wobei mir das auch als Mieter nicht war. Ich hab immer den Standpunkt gehabt: wir leben hier zusammen. Das ist unser Haus. Lasst uns gemeinsam schauen, dass es so läuft, dass es für uns alle gut ist.

Aber das ist ja allen völlig wurscht. Den einen, weil es ihnen wirklich wurscht ist. Den anderen, und das finde ich völlig absurd, weil sie sagen, ich bin ja hier nur Mieter. Ja und? Ist eine Hausgemeinschaft, die nur aus Mietern besteht, mehr wert als eine die sowohl als auch? - Fakt ist: wir leben hier zusammen. Und wir wollen gut zusammen leben. Davon gehe ich jedenfalls aus. Aber ich hab immer mehr das Gefühl, das mein nur ich.

Kommentare

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Hauptschulblues

So ist es leider sehr oft.
Hauptschulblues ist völlig angeekelt von der Wertstoffinsel, an der er Plastik, Glas und Blech entsorgt. Die wird regelmäßig von CBA gesäubert und gepflegt. Nach ein paar Stunden stellen die Leute wieder alles dort ab, was nicht hingehört, bis hin zu kaputten Kloschüsseln. Einmal spürte er eine Dame auf, die hatte leider vergessen, ihre Adresse abzuziehen, ein andermal blieb er so lange, bis der Herr seinen Riesensack Restmüll wieder mitnahm. Offen ist, was er damit anschließend gemacht hat.

Hans-Georg

Das kommt mir in Teilen sehr bekannt vor. Wir leben in einer "neudeutsch" Stadtvilla mit 10 Wohneinheiten, alles Eigentumswohnungen, es wohnen aber nur 3 Eigentümer im Haus, alle anderen Wohnungen sind vermietet. Alles das, was nicht in den Restmüll gehört, landet doch da. Die Leute sind zu bequem, die Mülltrennung vorzunehmen, kommt ja eh alles in die Verbrennung. Aber darum geht es gar nicht. Es geht darum, dass nach einer Woche beide Behälter voll sind, die Deckel gehen kaum noch nur. Nur mit viel quetschen krieg ich unseren kleinen Restmüllbeutel noch rein. Ist wohl ein allgemeines Problem, die Sache mit dem Müll. Und Rücksicht ist doch eh immer das, was die Anderen nehmen müssen. Hauptsache, ich bin meinen Abfall los.

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