Ich hatte es versprochen. Ich hab den Frühling mitgebracht. Zugegeben, er hat anscheinend den Flieger verpasst, aber jetzt ist er da und jetzt, wo der Himmel auch in München endlich aufreißt (in der kleinen Stadt schien schon seit Tagen die Sonne, was eine Unverschämtheit ist, schließlich hat ja München die Sonne und den Föhn gepachtet und nicht Niederbayern), kann ich mich auch wieder zu Wort melden.
Ich war mal wieder Haustorten testen...
...allerdings ist die Haustorte, dort wo ich war, keine Torte. Es ist ein Blätterteigteilchen mit Puddingfüllung. Und die Begeisterung der Lissaboneser für ihr Nationalgebäck kann ich nicht ganz teilen. Aber sie sind eh unglaubliche Süßschnäbel, das hab ich noch nicht gesehen. Überall Bäcker- und Konditoreien und gegessen wird gleich an der Theke. Neben jener berühmten Konditorei in Belem hat jetzt auch der erste Starbucks von Lissabon aufgemacht - dabei gibt es in dieser Stadt für dumme Kaffeeketten wirklich keinen Bedarf - der Kaffee ist super und supergünstig.
Überhaupt kann man in Lissabon günstig essen - zu zweit inclusive
Vorspeise, Wein und Kaffee für 20 Euro das geht. Man kann aber auch für
ein einzelnes Hauptgericht allein 20 Euro hinblättern - irgendwo müssen
ja auch diese Bewohner der Stadt essen gehen, die die ganzen teuren Autos
fahren.
Also wir sind ja mit Begeisterung Tram gefahren...
...aber die Portugiesen haben ein Faible für neue deutsche Autos. Das Straßenbild kann in dieser Hinsicht fast mit München mithalten und das will einiges heißen. Mit der Eleganz der Autos kann halt leider die Eleganz ansonsten im
Straßenbild nicht mithalten, was dann schon verwundert. Was allerdings weniger verwundert: die Schuhmode ist flach in Lissabon. Man will sich bei dem ganzen Hügel rauf, Hügel runter, das ganze bei unebenen Kopfsteinpflaster nicht alle Bänder reißen.

Ja, und ich habe sogar den berühmten Kirschschnapps probiert. Zwar
nicht in einem dieser Läden, die nur ihre Stamperl Kirsch ausschenken...
...es
war vielmehr in einem kleinen Lokal, und anscheinend waren wir die
ersten Touristen seines Lebens, so sehr hat sich der Wirt gefreut. Und
uns am Ende seinen selbstgemachten Kirsch und noch weiteres
Eigengebranntes (dessen ich mich dann verweigert habe - als Frau darf
man das) offeriert und gleich sein Fotoalbum gezeigt hat mit den
Bildern seiner Kirschbäume.
Letzte Kommentare