Heinerlandgeschichten

Extra Bavariam

In Heinerland trägt keine Frau ihre Sonnenbrille im Haar. Schon gar nicht abends. Aber das tut außerhalb von München wahrscheinlich keine Frau nirgends. Und wahrscheinlich ist es das Signal überall als Münchner Tussi identifiziert werden zu können. Und ebenso wahrscheinlich hat der Mann das gar nicht gemeint, als er sagte: du fällst hier auf. Aber das sagte er kürzlich schon mal in einem ganz anderen Kontext - und ebenso wahrscheinlich ist es die Story of my life, dass ich grundsätzlich irgendwo nicht hinpasse, auch wenn ich mich gar nicht von etwas distanzieren möchte. Weil meine bewusst Anti-Phase hatte ich zwischen 17 und 19 und das ist schon eine Weile her. Und davor und danach versuche ich mich auch gerne anzupassen, wobei das ja nicht zu funktionieren scheint. Gruppenzugehörigkeit, egal zu welcher Gruppe, kann ich nicht stringent durchziehen und am Ende vermittle ich mal wieder den Eindruck der arronganten Einzelgängerin.

Arroganz ist grundsätzlich gefährlich. In dem Fall ganz besonders. Eine Schwabinger Schmeißfliege, die sich über die Heiners lustig macht, sind wir mal ehrlich, geht gar nicht. Drum sag ich an dieser Stelle auch nur, dass ich die Stadt gewöhnungsbedürftig finde. Aber das gilt für viele Städte und Landstriche, denn: Extra Bavariam nulla vita, et si vita, non est ita. Und Bayern ist nicht so groß wie es die Landesgrenzen scheinen lassen - in diesem Bayern laut Landesgrenzen gibt es ja auch noch Franken und Schwaben.

Was ich auch noch gewöhnungsbedürftig finde, ist die Tatsache, dass sich die Bewohner einer Stadt mit einem Begriff oder Namen identifizieren, der ursprünglich einfach nur negativ besetzt war - Tagelöhner, grobe Kerle - und was das über die Bewohner einer Stadtt aussagt, das muss ich noch ergründen.