Ich war 17 und so unfrei wie man mit 17 in Niederbayern nur sein kann. Dass die Mauer in Berlin fiel, war die eine Sache, um mich baute ich sie gerade auf. Der Herbst vor 20 Jahren... Zu Hause Stress, die große Liebe meist unglücklich, die beste Freundin gerade schwanger. Die kleine Welt war durcheinander, so dass der Umbruch der großen Welt gar nicht die Bedeutung hatte. Berlin war weit weg.
Eineinhalb Jahre zuvor war ich das erste Mal in Berlin gewesen. Die Eindrücke von damals, heute noch präsent. Die Mauer, das graue Ostberlin. Das Glück heute, durch das Brandenburger Tor zu gehen. Präsent auch der Sommer 1989. Die Bilder aus der Prager Botschaft. Die Züge, die dann im Westen ankamen. Präsent auch der Berlin-Besuch im Jahr darauf, das Kribbeln des Umbruchs. Doch ausgerechnet der 9. November nicht präsent. Doch präsent das Gefühl der Absurdität, was es mit diesem Datum des 9. Novembers wohl auf sich hat, da sich an einem Datum die Ereignisse so häufen.
Es gibt Situationen, an die hat man eine Erinnerung zu haben. Um Teil des Ganzen zu sein. Ich habe die Bilder gesehen. Damals und seitdem immer wieder. Die kollektive Erinnerung ist Teil von mir.
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