Ein langer Abschied (2)

Du gehst. Langsam. Aber unaufhörlich. Du nimmst niemanden mehr wahr. Oder zeigst es zumindest nicht. Ich bin hin- und hergerissen, ob meine Anwesenheit, dich beim Gehen behindert oder dir hilft. Zu meinem eigenen Schutz hab ich beschlossen, dass mein Leben weiter geht. Das funktioniert so mäßig. Manchmal denke ich, die Zeit, die ich verbringe, an dich zu denken, sollte ich bei dir sein. Also fast immer? Ein alter Freund von dir hat, als er es erfahren hat, tatsächlich Mama ins Gesicht gesagt, sie hätte dich abgeschoben. Sie wäre unter dem Satz beinahe zerbrochen. Ich wäre beinahe vor Wut zersprungen. 20 Jahre Krankheit. Abwärtsspirale. Pflege. Ihr Leben nicht existent außer in der Definition auf dein Leben. Und jemand sagt, sie hätte dich abgeschoben. Gleichzeitig bin ich mir sicher, er sagt, was du denkst. Weil die Erkenntnis, dass es nicht mehr leistbar wäre - auch nicht mit Hilfe - die kommt nicht zu dir durch. Und wenn wäre es dir möglicherweise auch egal, weil du deine Bedürfnisse schon immer über ihre Bedürfnisse gestellt hast. Ich würde dir gerne die Hand reichen, aber diesen Weg musst du alleine gehen.


Ein langer Abschied (1)

Ach Papa. Es tut so weh, Dich so zu sehen. Immer weniger und weniger werdend - geistig und körperlich. Letzteres wurdest Du schon die letzten Jahre. Man gewöhnt sich so ein bisschen daran und erschrickt doch immer wieder aufs neue. Aber jetzt bist Du kaum noch da. Dein Zustand von wenig allein machen zu können zu nichts mehr allein machen zu können, ist schlimm anzusehen. Aber damit kann ich umgehen. Dass es aber keine Chance mehr gibt, mit Dir zu kommunizieren, weil Dir die Sprache abhanden gekommen ist, tatsächlich und im übertragenen Sinn, ist schier unerträglich. Auch für Dich. Das merke ich. Und doch fehlen mir die Möglichkeiten. Ich würde Dich so gern verstehen und kann es nicht. Und ich weiß nicht, in welchem Moment, Du klar bist und mir etwas sagen möchtest - und es nicht kannst. Und in welchem Moment Du es nicht kannst, weil Du es nicht mehr weißt, was Du sagen wolltest. Das kleine große Glück, wenn Du Dich freust, mich zu sehen. Auch wenn es nur kurz andauert.


Mein Opa

Als ich in der Grundschule war, machten sich meine Mitschüler einen Spaß daraus. wenn mich mein Vater abholte, zu rufen: Dein Opa ist da. Das hat weh getan. Mein Vater war 40, als ich geboren wurde. Für die frühen 70er Jahre erwähnenswert. Heute: kein Thema. Ich kenne 50jährige und 60jährige, die Väter geworden sind.

Ich persönlich sehe das skeptisch. Denn mein Vater ist relativ früh erkrankt. Ich war damals im Studium - wäre er später Vater geworden, wär ich noch in der Schule gewesen. Also, was ich sagen möchte, bin ich mir 40 oder 50 noch gesund und alles ist gut - woher weiß ich, dass es 20 oder 30 Jahre später immer noch so ist.

Und, ja ich weiß, das weiß man nie. Aber ich geh mal davon aus: ich bekomme ein Kind. Das macht 18 Jahre später Abitur. Ist 25 Jahre später mit dem Studium fertig. Bekommt 30 Jahre später selbst Kinder. Meine Panik wäre heute: bekomme ich das noch hin, erlebe ich das noch mit, verpfusche ich meiem Kind nicht sein Leben?

Mein Leben ist ein frühes Beispiel von Spätgebärenden - auf die Zeit gesehen. Nicht nur meine Eltern, auch meine Großeltern waren für die Zeit damals richtig alt, als sie Kinder bekamen. Was für mich bedeutet hat: eine Großmutter war schon gestorben, als ich auf die Welt kam. Der Großvater war alt und mir unheimlich.

Meine Oma war eine Klasse für sich. Eine Frau, unglaublich dizipliniert, was vielleicht kein Wunder ist, bei jemanden, der zwei Weltkriege, die Weltwirtschaftskrise und die Nachkriegszeit überstanden hat. Und trotzdem: mein Verhältnis heute ist auch, 24 Jahre nach ihrem Tod, immer noch: schau mal Oma, dein Tisch, der bei uns in der Küche steht. Und dein Sonntagsgeschirr ist auch meines. Und so sehr ich mir eine Rund-und-Weich- und Liebhab-Oma gewünscht habe, meine Oma ist sehr präsent in meinem Leben. Auch wenn sie schon lange tot ist.

Und mein Opa. Mein Opa ist eine große Leerstelle. Vielleicht auch ein Großvater, der im selben Jahr starb, aber zu dem ich kein spezielles Verhältnis hatte. Aber meinen Opa hab ich heiß und innig geliebt als Kind. Es sind keine großartigen Erlebnisse, die mich mit ihm verbinden. Nur das Gefühl, dass nie irgendwas wichtiger ist als ich.

Was meine Erinnerung diametral zu der Erinnerung meiner Mutter macht. Was aber zeigt: die Opa-Rolle wäre die seine gewesen. Nicht die Vater-Rolle. Ich weiß nicht, wie unser Verhältnis sich durch meine Schulzeit und Jugend hinweg entwickelt hätte. Vielleicht nicht positiv. Vielleicht aber doch. Und ich habe heute noch Aufzeichnungen von ihm, die ich nicht entschlüsseln kann. Und offene Fragen.

Was die offenen Fragen betrifft, werde ich mehr Leerstellen in meinem Leben haben. Obwohl man die Chance hatte, Fragen zu stellen. Aber manchmal traut man sich nicht. Und machmal werden sie nicht beantwortet.

Wie auch immer: Großeltern sind großartig.

Punkt. Auch wenn Fragen jetzt offen bleiben.


Lange war es hier ruhig. Vielleicht weil es auch ein bisschen offen war und ist, wie es mit dem Notebook München weitergehen soll. Ob der Schwerpunkt auf München liegt oder auf meinem Moleskine oder... Ich bin mir sicher, dass es hier auch weitergehen wird. Aber es gibt auch ein neues Projekt - und ich hoffe, Sie mögen es.

Bitte folgen Sie mir zu den Bergspaziergängen...

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Münchner Realität

Was ist denn das für eine polemische Frage von der SZ? Ob es jemanden in der Redaktion gibt, der gerne mit Etagen-Klo wohnt? Wobei der Stadtratsbeschluss ja tatsächlich mehrere Fragen offen lässt. Die dringendste: Wieso gelten für die Stadt andere Regeln als für private Bauherren? Will man ein Dachgeschoss in einem schon bestehenden Mietshaus ausbauen, muss man einen Parkplatz nachweisen (oder eine Ablöse zahlen). Bei einem Neubau, wo es die Möglichkeit gäbe, Parkplätze zu schaffen, wird auf den Bau einer Tiefgarage verzichtet. Grün träumt vielleicht von einer autofreien Stadt, aber das ist nicht die Realität. Oder dürfen nur Mieter einziehen, die nachweisen können, kein Auto zu besitzen - und sich keines anzuschaffen? Und wieso gehört ein Aufzug zum allgemeinen Standard und ist gleichzeitig in einem Erhaltungssatzungsgebiet ein Indix für eine Luxussanierung? Selbes gilt auch für neue Balkone.

Achso, ist ja keine Sanierung. Ist ja ein Neubau.

In der Süddeutschen las ich auch vor einigen Tagen, es sei ja schlimm, dass inzwischen schon Häuser aus den 70er Jahren sanierungsgefährdet seien. Sanierungsgefährdet. Nach 40 Jahren sind Dächer und Fenster halt fällig. Und im Stadtbild gibt es genügend alte Häuser, die offensichtlich so sanierungsgefährdet sind, dass sie wahrscheinlich irgendwann nicht mehr sanierbar sind. Aber macht ja anscheinend nichts, stellen wir halt dann was neues hin.


München wählt

Zuerst die Abendzeitung, jetzt der Münchner Merkur - schon die zweite Homestory über OB-Kandidat Dieter Reiter. Das muss man schon mögen, die Presse ins Wohnzimmer zu lassen, auch wenn da sicher nichts böses geschrieben wird. Immerhin kann man sich so gut positionieren - auch gegenüber dem jetzigen OB, den er ja beerben will. Eine Mietwohnung am Harras ist da sicherlich bodenständiger als ein Haus am Kaiserplatz. Dass man da erst hingezogen ist aus dem Eigenheim im Münchner Süden, um sich überhaupt als OB-Kandidat aufstellen lassen zu können, geschenkt.

Es gibt aber auch so Punkte, da gilt es aufzupassen, denn die können schnell zu einer Steilvorlage für die anderen Kandidaten werden. So erfahren wir zwar, dass Frau Reiter seit Herbst ihre Arbeitszeit reduziert hat, um ihren Mann im Wahlkampf zu unterstützen, der Dieter aber nach wie vor hauptberuflich Wirtschaftsreferent und nicht Wahlkämpfer ist. Was seine Mitbewerberin Sabine Nallinger auf Twitter zu einer Klarstellung veranlasst hat

Dann sind wir ja mal gespannt auf Frau Nallingers Homestory und auf den Besuch beim Schmid Sepp. - Ich les ja sowas tatsächlich gern.

Und während sich die einen mit den potentiellen Oberbürgermeistern beschäftigen, gibt es bei der Süddeutschen schon mal einen Abgesang auf den Amtsinhaber.


Was von der Woche übrig blieb

Persönlich muss ich ganz klar an meinem Karma arbeiten. Konkret habe ich seit gewisser Zeit ein Problem mit Wasser. Also Wasser in Form der undichten Regenrinne über meinem Balkon. Wasser in Form des Wassers, das durch meine Fugen in die Wohnung unter uns geflossen ist. Wasser in Form von: sobald ich Urlaubspläne schmiede, ist dort Land unter. Ja, ernsthaft.

Es ist besorgniserregend. Im vergangegen Jahr fiel der klassische Frühsommerurlaub ja aus wegen Umzug. Einen Tag nach dem Umzug begann es zu regnen - für die nächsten sechs Wochen. Im September wollte ich gerne gen Sachsen. So Urlaub in Deutschland: Dresden, Meißen, Elbsandsteingebirge. Drei Monate nach der Flut, die Tourismusvereine schrieben schon wieder auf der Homepage, dass alles trocken sei - gleichwohl, die Hotels und Unterkünfte waren es noch nicht. Wir sind dann nach Mecklenburg (ja, ich weiß, ein Urlaubsbericht fehlt bis heute, obwohl er es wert wäre, geschrieben zu werden). Diesen Frühsommer möchte ich eigentlich nach Südwestengland. Sie verfolgen den Wetterbericht?

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Gesellschaftlich lässt mich diese (und schon letzte) Woche etwas ratlos zurück, ob der Maßstab der Berichterstattung über gesellschaftliche bzw. politisch relevante Dinge beziehungsweise das politische Handeln an sich mehr unsere persönlich moralische Empörung denn das Rechtsstaatsprinzip ist?

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Ob sich der Mattusek ärgert, dass ihm der Fall Edathy und der Rücktritt Friedrichs die Chance genommen hat, Jauch-Thema zu werden? Über diesen unsäglich dummen Artikel habe ich mich ebenso unsäglich geärgert. Einer Aussage, dass eine Liebe defizitär ist, wenn sie ohne Kinder bleibt, möchte ich nur erwidern: das Mutterkreuz ist glücklicherweise Vergangenheit. Und es ist nicht (mehr) Sinn und Zweck einer Partnerschaft oder einer Ehe, Kinder in die Welt zu setzen. Oder doch wieder?

Update: Mir blieben ja vor Ärger fast die Worte im Hals stecken. Isabel Bogdan glücklicherweise nicht. Dem ist nichts mehr hinzuzufügen.

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Apropos oder doch wieder: Im Netz)Feminismus gibt es einen neuen Richtungsstreit: Ost gegen West. Zumindest hat das ganze Trara ein schönes Wort in die Welt gesetzt: Barbie-Feminismus. Hat aber außer den üblichen #aufschrei-Schreierinnen niemanden so wirklich tangiert. Was lernen wir daraus: Nur Ost-Feministinnen sind wahrhafte Feministinnen? Beziehungsweise wenn man den Artikel und die Netz-Reaktionen auschaut: Ost: Nur selbsterwirtschafteter Wohlstand berechtigt zum Feminismus? Vs. West: die Zustände sind inakzeptabel, sie müssen von oben verändert werden. - Fällt jetzt dabei nur mir etwas auf?

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Jetzt fehlt natürlich noch die Schweiz. Ich seufze und möchte nicht wissen, wie eine Abstimmung hier ausginge. Und ja, ich war noch nie ein Freund von zu viel direkter Demokratie.


Zum Valentinstag

Wann hat das eigentlich so überhand genommen, die Geschichte mit dem 14. Februar? Valentinstag wird ja inzwischen fast mehr beworben wie Muttertag. Kaufen Sie! Nicht nur Blumen! Weihnachten ist ja schon sechs Wochen her. Und gehen Sie groß zum Essen. Es gibt ja nichts romantischeres als in einem überfüllten Lokal zu sitzen mit lauter anderen Paaren, die, gestresst von der Woche, am liebsten auf dem heimischen Sofa rumlungern würden, aber sich in Schale geschmissen haben, denn schließlich ist Valentinstag. Wir haben alle definitiv zu viele US-Serien gesehen.

Ich habe mir, wie jedes Jahr, heute meine Blumen selbst gekauft. Weil, ich find das ja alles doof. Und wie jedes Jahr bin ich ein klein bisschen beleidigt, weil ich keine Blumen bekomme.


Februar Farben

Blog-tulpen
Ob der Winter, den es ja in Bayern bis jetzt nicht gab, schon vorbei ist, wie einem das Wetter grad vorgaukelt? Ich befürchte ja immer noch, er kommt dann, wenn ihn keiner mehr haben will. Also noch keine Frühlingsgefühle meinerseits.


OB-Wahlumfrage, die zweite

War ja klar: auch die CSU hat eine Umfrage in Auftrag gegeben. Nach der wiederum gibt es ein Kopf-an-Kopf-Rennen der Kandidaten. Was aber viel interessanter ist: die SPD verliert massiv an Stimmen für den Stadtrat. Ist das der Grund, weshalb die SPD die Ergebnisse ihrer Stadtratsumfrage gestern verschwieg?

Unser Noch-OB sorgt sich derweil um sein Lieblingschinarestaurant und möchte bei den Schrebergärtnern in guter Erinnerung bleiben. Der Vorruhestand lässt grüßen.

Aber erst einmal noch ein paar Stimmen zur ersten Umfrage


München wählt

Und die SPD hat eine Umfrage in Auftrag gegeben, nach der der Oberbürgermeisterkandidat der SPD die Wahl klar gewinnt. Da konnte besagter Oberbürgermeisterkandidat doch entspannt als amtierender Wiesnreferent zur Präsentation des diesjährigen Oktoberfest-Plakats gehen.

Reiter findet das Plakat "pfiffig".

Man könnte auch so sagen

# Eine pfiffige Idee hatte die SPD auch bei der Debatte um die Isar (die gefühlt 100.000). Da müssten jetzt "endlich(!) Sofortmaßnahmen" ergriffen werden. Ist ja sagenhaft, wer hat denn die letzten (gefühlt 100) Jahren hier regiert? Grad, dass sie nicht gesagt haben: wir wollten ja immer, aber die Staatsregierung hat verhindert, dass die Münchner Isar ein bürgernaher Fluss wird.

Ansonsten kann man sich jetzt auch die Wahlprogramme der Parteien mal anschauen - für den, der sich nicht nur auf sein Gefühl verlassen will. Da haben wir einmal, das "wir sind seit Jahrzehnten super"-Programm der Regierungspartei. Dann das "nein, wir haben hier nicht seit 24 Jahren mitregiert, jetzt auf jeden Fall machen wir alles neu"-Programm der Grünen. Stimmt, das ist ja eigentlich der Wahlkampf-Slogan der städtischen Hauptopposition CSU, die auch ein Wahlprogramm hat.

Ob Wahlumfragen anderer Parteien andere Kandidaten vorne sehen. Ob Frauenverbände oder die Rosa Liste das Wiesnplakat diskriminierend finden. Welche "jetzt aber machen wir mal"-Ideen die Parteien vor der Wahl noch haben. - Bleiben Sie dran, wenn es wieder heißt: München wählt.


Statt grau: Januar-Farben

Jan_Tulpe1

Zum Thema Kommentare: ich hatte diese auf einen Super-Safe-Status gestellt, weil diese Seite von Spam erdrückt wurde. Mit dem Erfolg: eigentlich konnte und wollte niemand mehr kommentieren. Weil ich sie aber dann gleich abschalten könnte, dies aber schade fände: also eigentlich sollte alles wieder funktionieren - allerdings erscheinen Kommentare nicht mehr gleich, sondern werden freigeschaltet. Wenn es nicht klappt, schreibt's mir a Mail...


Monaco am Morgen

Oder: Neuhausen und West-Schwabing sind unterschiedlicher als man denkt und Giesing und Schwabing sind nicht kompatibel

Früher habe ich ja meinen Espresso aus Italien importiert. Das fand ich irgendwie cool. Bis ich es irgendwie blöd fand, italienischen Espresso, den man auch hier in (fast) jedem Supermarkt kaufen kann, aus Italien ranzukarren. Abgesehen davon schmeckt frisch gemahlener Espresso einfach besser. Ja, frisch gemahlener - jeder Kapsel, Pad und sonstwie Trend geht hier spurlos vorbei. Es steht ausschließlich die Carmencita auf dem Herd.

So wirklich treu wie der Kanne war ich aber dann erst mal keinem Espresso. Bis ich irgendwann auf Fausto stieß. Eine kleine Kaffeerösterei aus Giesing. Fand ich schon von der Idee her toll. Den Espresso auch. Ab dann wurde der Espresso dann aus Giesing importiert - was von Neuhausen aus gesehen ungefähr genauso spleenig ist, wie ihn aus Italien zu importieren.

Nach dem Umzug hatte ich dann aber auch erst mal was anderes zu tun als extra nach Giesing zu fahren, um Espresso zu kaufen. Vor allem da das zugehörige Café dann plötzlich Sonntag geschlossen war. Also erst mal Schwabing ohne Monaco. Eigentlich unvorstellbar. Ein Lichtblick: die Boulangerie in der Bauerstraße führt Fausto.

Endlich daheim. Und dann die Erkenntnis: Schwabing ist nicht Neuhausen. Ob es an den Leitungen liegt, ob es am unterschiedlichen Kalkgehalt im Wasser liegt - mein Lieblingscaffè ist plötzlich bäh. Er hat so eine ganz unangenehme Spitze im Geschmack, die ich schon mal festgestellt hatte, als ich ihn als Mitbringsel mitgebracht hatte (Münchner Espresso!) und als Reaktion ein erstauntes "und das ist also dein Favorit?" erntete. Giesing und die gutbürgerliche Einfamilienhausgegend waren offensichtlich auch nicht kompatibel.

Dabei sind Herdkanne und Gasherd grundsätzlich die perfekte Kombi. Beim Elektroherd kann es schon mal zu heiß und damit bitter werden. Fehlt nur noch der perfekte Espresso. Dem Monaco bin ich treu geblieben - nur kommt er für mich inzwischen nicht mehr aus Giesing sondern aus der Dienerstraße. In der Innenstadt ist man ja von hier aus eh gleich.


Reminder: München wählt

Der Wahlkampf scheint eröffnet. Also nicht mit großem Getöse, aber immerhin mit dem Thema, das vielleicht das entscheidende Zugpferd in München grad ist: Wohnungsmarkt. So scheint es jedenfalls. Dazu gab es eine Podiumsdiskussion, in der die OB-Kandidaten dann das wiederholten, was sie im vergangenen Jahr auch schon zu diesem Thema gesagt haben. Zusammengefasst: jeder OB-Kandidat weiß, dass da was von ihm erwartet wird - die Vision fehlt. Aber tatsächlich fiel doch mal der Satz: Umland. Spät, aber immerhin. Und immerhin hielte ich es für eine der größten Herausforderungen, den Dialog mit dem Umland vermehrt zu suchen, damit nicht jeder sein eigenes Süppchen kocht. Task-Force Großraum München sozusagen.

Aber bis jetzt kocht jeder so auf Sparflamme vor sich hin. Der Reiter Dieter, der meint, das jeder Ude-Wähler auch ein SPDler war und der, damit er als OB kandidieren darf, extra nach München gezogen ist. Dafür wirbt er mit dem Slogan: "Damit München München bleibt" Wirtschaftsreferent ist er bis jetzt und im Zuge der OB-Kanditatur hat er sich die Wiesn unter den Nagel als  gerissen - weil Wiesn bekannt, er bekannt. Klingt logisch, die Startegie ist aber nur bedingt aufgegangen.

Wobei, die anderen sind noch unbekannter. Sabine Nallinger, der Münchner Merkur nennt sie die stille Kandidatin, die Frau, der noch niemand einen eigenen Wikipedia-Eintrag spendiert hat, will München zur grünsten Metropole machen. Und wird sich dafür garantiert noch Schützenhilfe aus ihrer Baden-Württembergischen Heimat holen. Da sollte sie sich auch gleich eine Lektion in Realpolitik geben lassen, weil von 70% Gemeindebau (wie in Wien) für München zu träumen...

Dann gibt's ja noch den Sepp, der sich jetzt wieder Josef nennt, weil Sepp wahrscheinlich zu hinterwälderisch klingt und die CSU ja hier ein Großstadtimage aufbauen möchte. Der Josef Schmid hat ja richtig geackert im vergangenen Jahr: ist mit seinem Bulli durch München gefahren und hat sich mit den Leuten auseinandergesetzt. Hat dann auch gleich plakatiert, dass er zugehört hätte. - Haben nur die wenigsten verstanden, weil die wenigsten das mitbekommen haben. Die Wahlkampfplakate sind allerdings sehr professionell.

Zwei Monate noch. Ich persönlich bleibe dran, ist ja mal wieder spannend - die erste echte OB-Wahl seit langer Zeit in München...


Frohes neues!

Der Jahreswechsel wird von Jahr zu Jahr unaufgeregter. Ein Jahresendspaziergang bei strahlendem Sonnenschein, ein gemütlicher Abend bei Kerzenschein. Erstaunlich wenig geknaller um Mitternacht. Und das neue Jahr begrüßt einen wiederum mit Sonne. So bin ich entspannt nach 2014 gekommen.

PicMonkey Collage_neujahr2014

Möge es für uns alle ein gutes Jahr werden!