Ich bin ja in manchen Dingen eher einfach gestrickt. Mit einem Telefon telefoniere ich. Ich höre damit weder Musik, noch schaue ich fern, noch fotografiere ich. Ich reduziere ein Telefon auf seine Grundfunktion. Ähnlich ist es beim Auto. Ich definiere: ein Auto ist ein Ding auf vier Rädern mit Blech drumrum, das mich von A nach B bringt.
Eine Definition, die schon im Widerspruch steht, dass ich durchaus ein Faible für schöne Autos habe. Dennoch habe ich in meinem Leben in erster Linie praktische Autos gefahren - quadratisch, parktisch, gut. Ich gebe zu, der Generation, über die es auch schon mal ein Buch gab, zu entspringen und seit dem Tag meines Führerscheins ein derartiges Auto zu fahren. Was sich ändern wird, denn die neueste Modellreihe ist einfach nur hässlich. Und man kann es auch übertreiben mit dem praktischen Ansatz. Aber da ich eh kaum fahre - ich glaube, ich schweife ab.
Trotz meiner Rudimentärdefinition, was ein Auto betrifft, weiss ich durchaus, was ein Auto noch alles können kann. Und es fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Nun ist es ja nicht so, dass ich nicht regelmäßig das Vergnügen hätte, in einem richtigen Auto gefahren zu werden oder auch zu fahren, denn der Begleiter hatte beschlossen, dass es Zeit für ein Erwachsenenauto ist. Und das kann eben mehr als nur fahren.
Was für ein Spielzeug. Ich staune immer noch. Und finde auch plötzlich, dass es Dinge gibt, die durchaus Sinn machen. Telefonieren im Auto - wunderbar. Ein Tempomat - sehr entspannend. Und: Das Navigationssystem, deine Freundin.
Für ein Navigationsgerät hatte ich ja selbst plädiert - nach einer Verzweiflungsfahrt irgendwo in den nordöstlichen Outskirts von München. Schlimmer hätte ich mich auch in den östlichen Bundesländern nicht verfahren können. Und ich finde es immer noch schön, wenn einem eine freundliche Frauenstimme den Weg weist. Allerdings, und jetzt kommen wir zu den Fundamentalunterschieden bei den Geschlechtern: Es ist eine Frau. Und mich erstaunt doch immer wieder aufs Neue, dass Männer so leichtfertig glauben, was ihnen eine Frau erzählt. Als Frau begegnet man dem Ganzen doch mit natürlichen Misstrauen.
Es ist nicht so, dass wir auf der Fahrt nach Usedom zum ersten Mal irgendwo jenseits von Berlin gefahren wären. In den Jahren davor war war ich das Navigationsgerät - und habe mit freundlicher Stimme um Berlin herumgelotst. Nun bin ich abgelöst. Keine Frau wird gerne von einer anderen abgelöst. Aber nun gut. Und dennoch: mein Misstrauen war angebracht. Glaube keiner Frau - und wenn es nur eine künstliche Stimme ist. Denn das Navi führte uns direkt nach Berlin. Und wir standen zur Rush Hour am Potsdamer Platz.
Das sind die wahren Herausforderungen in einer Beziehung. Und der Grund, weshalb Frauen keine anderen Frauen neben sich dulden sollten. Aber man kann es auch diplomatisch lösen: Auf dem Rückweg bin ich gefahren. Und habe dem Navi dann meinen Weg aufgezwungen.
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