Pferdestärkenblog

Die Einschläge kommen näher

Er hat eindeutig eine masochistische Ader. Schlag mich. Kratz mich. Steht auf seinem blauen Lack. Anders ist das nicht zu erklären. Dabei gehört er beileibe nicht zu den Neidobjekten in dieser Straße. Sie wissen schon, so einer, dem mit Absicht das Rücklicht zerstört wird. Nein, er ist eher unauffällig. So unauffällig, dass es offensichtlich gar nicht auffällt, wenn das Rücklicht zerstört wird. Und er provoziert auch keine "Du Gehsteig Parker Drecksau"-Reaktionen, weil er nahezu immer korrekt geparkt am Straßenrand steht. Aber da er so unauffällig ist, fällt es den ökologisch korrekten Menschen mit ihren teuren großen Autos beim Kuchenholen in dem ökologischen In-Café im Viertel auch gar nicht auf, wenn sie daneben auf dem Gehsteig stehen, dass ihre Fahrertür einen unschönen Kratzer in meiner Seitentür hinterlässt. Dass er auf dem Garagenvorplatz in der kleinen Stadt als störendes Element wahrgenommen wird, ist dann schon fast eine persönliche Geschichte. Garagentor meets Motorhaube steht nun in Form eines Kratzers da. Gut, dass ein alter Mann weniger Kraft hat als ein Heranwachsender, sonst wäre da mehr als ein Kratzer. Heranwachsende haben nämlich ziemliche Power. Besonders wenn sie in Vorstadtstraßen ohne Verkehr unterwegs sind. Blöd nur, wenn dann plötzlich ein Besucherauto im Weg steht... Mountainbike meets Kofferraum steht jetzt hintendran. Schön allerdings, wenn der begleitende Vater dann tatsächlich in allen umliegenden Häusern läutet, wem denn das Auto gehört. Normalerweise bleibt das eine anonyme Delle. Jetzt ist es eine personalisierte Delle, die sogar entfernt werden kann. Und auf die Zukunft gesehen, könnte jemand heranwachsen, der nicht automatisch sagt, ist mir doch egal, wenn er später beim Ausparken, Einparken, Aussteigen oder sonst irgendwie ein fremdes Auto tangiert.

Hutfahrer in spe

Ja, es ist wohl die sprichwörtliche münchner Arroganz gepaart mir bayerischer Stoa, die selbst mich  einen dazu bringen, ruhig zu bleiben, wenn ein Opel(!)-Corsa(!)-Beifahrer(!) sich meint, aufmandeln zu müssen, ob deiner korrekten Fahrweise (als Radler - aber das tut eh nichts zur Sache): Schaust ihn einfach an - mit hochgezogenen Augenbrauen, um ihn dann noch ein herzhaftes "Depp bleader" an die Stoßstange zu knallen.

Ist doch nur Blech

Wenn Rechts vor links gilt, sollte man auch damit rechnen, dass von rechts einer kommt. Aber in München scheint ja gerne zu gelten: Das teurere Auto hat eh Vorfahrt. Ausserdem sollte man in einer engen Straße damit rechnen, gleich jede Menge Zuschauer zu haben, weil alles ans Fenster stürzt, um zu überprüfen, ob jemand ins geparkte Auto gefahren ist - beim Einparken zum Beispiel. Und wo ist dann das Problem ist, die Kreuzung auch wieder zu räumen...?

...und nach einer Stunde stehen sie immer noch dumm rum. Auch ein 80.000 Euro teures Auto ist immer noch nur ein Auto. Halt jetzt eins mit einer kleinen Beule drin.

Ich geb Gas - oder auch nicht

Ja, ich habe es schon mal erwähnt: Trotz aller ökologischen Fahrweise, manchmal zuckt der rechte Fuß - Richtung Gas. Gleichwohl gehörte ich noch nie zu den Menschen, die in der Stadt zu schnell fahren. Und auch ausserhalb richte ich mich in der Regel nach jeder Geschwindigkeitsbegrenzung. Innerhalb sind mir eh all diejenigen ein Gräuel, die mit 80 durch eine Zone 30 und mit 120 über den mittleren Ring brettern. Es macht Lärm. Lärm mag ich nicht. Und 30er Zonen haben ja durchaus ihre Berechtigung.

Machen Sie mal ein Experiment: Fahren Sie mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit durch München. Ziehen Sie es durch. Die anderen Autofahrer werden Sie hassen. Sie werden beschimpft, angehubt. Sie werden zum Verkehrshinderniss.

Und wenn mich mal ein paar Autofahrer zu viel genervt haben, werde ich tatsächlich zur Verkehrserzieherin. Es gibt da diese Strecke - am Nymphenburger Kanal entlang Richtung Ring. Alles 30. Jetzt kann man zwar durchaus diskuttieren, ob auf der Auffahrtsallee tatsächlich 30 gerechtfertigt ist, aber danach: Schule, Altenheim, Waisenhaus, Kindergarten eins und zwei etc. Das ist so eine Strecke, da schiebt man am besten sein Auto um die Kurve, weil dir ständig ein Kind davor rennt. Und wenn ich dann abgebogen bin und der Hinterherfahrende, der mich eh schon verflucht hat, Gas gibt, dass der Motor aufheult, dann wünsche ich ihm gleich hinter dem nächsten Auto eine Radarkontrolle.

Satz und Sieg

Ich bin ja in manchen Dingen eher einfach gestrickt. Mit einem Telefon telefoniere ich. Ich höre damit weder Musik, noch schaue ich fern, noch fotografiere ich. Ich reduziere ein Telefon auf seine Grundfunktion. Ähnlich ist es beim Auto. Ich definiere: ein Auto ist ein Ding auf vier Rädern mit Blech drumrum, das mich von A nach B bringt.

Eine Definition, die schon im Widerspruch steht, dass ich durchaus ein Faible für schöne Autos habe. Dennoch habe ich in meinem Leben in erster Linie praktische Autos gefahren - quadratisch, parktisch, gut. Ich gebe zu, der Generation, über die es auch schon mal ein Buch gab, zu entspringen und seit dem Tag meines Führerscheins ein derartiges Auto zu fahren. Was sich ändern wird, denn die neueste Modellreihe ist einfach nur hässlich. Und man kann es auch übertreiben mit dem praktischen Ansatz. Aber da ich eh kaum fahre - ich glaube, ich schweife ab.

Trotz meiner Rudimentärdefinition, was ein Auto betrifft, weiss ich durchaus, was ein Auto noch alles können kann. Und es fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Nun ist es ja nicht so, dass ich nicht regelmäßig das Vergnügen hätte, in einem richtigen Auto gefahren zu werden oder auch zu fahren, denn  der Begleiter hatte beschlossen, dass es Zeit für ein Erwachsenenauto ist. Und das kann eben mehr als nur fahren.

Was für ein Spielzeug. Ich staune immer noch. Und finde auch plötzlich, dass es Dinge gibt, die durchaus Sinn machen. Telefonieren im Auto - wunderbar. Ein Tempomat - sehr entspannend. Und: Das Navigationssystem, deine Freundin.

Für ein Navigationsgerät hatte ich ja selbst plädiert - nach einer Verzweiflungsfahrt irgendwo in den nordöstlichen Outskirts von München. Schlimmer hätte ich mich auch in den östlichen Bundesländern nicht verfahren können. Und ich finde es immer noch schön, wenn einem eine freundliche Frauenstimme den Weg weist. Allerdings, und jetzt kommen wir zu den Fundamentalunterschieden bei den Geschlechtern: Es ist eine Frau. Und mich erstaunt doch immer wieder aufs Neue, dass Männer so leichtfertig glauben, was ihnen eine Frau erzählt. Als Frau begegnet man dem Ganzen doch mit natürlichen Misstrauen.

Es ist nicht so, dass wir auf der Fahrt nach Usedom zum ersten Mal irgendwo jenseits von Berlin gefahren wären. In den Jahren davor war war ich das Navigationsgerät - und habe mit freundlicher Stimme um Berlin herumgelotst. Nun bin ich abgelöst. Keine Frau wird gerne von einer anderen abgelöst. Aber nun gut. Und dennoch: mein Misstrauen war angebracht. Glaube keiner Frau - und wenn es nur eine künstliche Stimme ist. Denn das Navi führte uns direkt nach Berlin. Und wir standen zur Rush Hour am Potsdamer Platz.

Das sind die wahren Herausforderungen in einer Beziehung. Und der Grund, weshalb Frauen keine anderen Frauen neben sich dulden sollten. Aber man kann es auch diplomatisch lösen: Auf dem Rückweg bin ich gefahren. Und habe dem Navi dann meinen Weg aufgezwungen.

Vom Vorteil des Alleinreisens

Die Fortbewegung von A nach B hat allein im Auto schon den ein oder anderen Vorzug. So stört es niemanden, wenn die Musik laut - und die eigenen Töne falsch sind. Keiner zieht die Augenbraue hoch, wenn man nach einer Stunde Fahrt die nächste Pipipause machen möchte. Es mischt sich keiner in die Frage ein, wann man in welchem Gang fährt. Und es stört sich auch keiner dran, wenn man lieber über Kilometer hinweg hinter dem Laster auf der Landstraße schleicht, weil man einfach keine Lust hat zu überholen. Natürlich ist auf der anderen Seite das Alleinreisen auch fad - keiner löst einen ab am Steuer, keiner bringt einen mal zum Lachen, keiner kann in fremden Städten einem die Orientierung abnehmen und sagen, wo denn der Weg langgeht. Aber auch nur bei alleinreisenden Frauen springt an der Tankstelle schnell jemand herbei (nicht in Deutschland, ehe hier ein falscher Eindruck entsteht), um die Scheibe zu putzen, das Kühlwasser zu kontrollieren - und festzustellen, dass der Ölstand sich gegen Null neigt... Und die Frage, wann man denn das letzte Mal den Ölstand kontrolliert hätte, ja die wird auch nicht gestellt...

Estate Italiana

Nein, hier nicht. Hier gibt's nur Schlechte-Laune-Wetter. Aber gehen Sie doch mal durch diese Tür:

Nhe_florenz_blog

Und Sie befinden sich in der Nähe von Florenz.

Leider aus dem Archiv. Aber dazu fallen mir doch glatt zwei Geschichten ein - und das eine ist tatsächlich nochmal eine Auto-Geschichte. Neben diesem reizenden Landgut in der Toskana, an einem Ort, zu dem sich nicht allzuviele Touristen verirren, gibt es nämlich ein zweites Landgut. Und, da, so erzählt die italienische Mamma, hätten sie ganz ganz reizende Nachbarn. Unversehens fand man sich dort nämlich in direkter Nähe zu Sting. Der im übrigen einen Geländewagen fährt und es mit der Vorfahrt nicht so genau nimmt. Ich schon, vor allem auf einer Straße, auf der durchaus mal Wildschweine mit rasantem Tempo die Fahrbahn kreuzen. Ok, die Geschichte mit der Vorfahrt war wohl eher umgekehrt... Nur eine Freundin, die jetzt wahrscheinlich nicht namentlich genannt werden möchte, hat im nachhinein nicht verstanden, weshalb ich diese Chance einfach su verstreichen ließ (ähm, Chance?? zu was? warum?)...

Ich sag es ja immer: Nehmt Rücksicht aufeinander im Straßenverkehr. Als besonders rücksichtsvoll ist an dieser Stelle auch Giovanne Elber zu loben (ist schon etliche Jahre her). Er bremst auch für Radler, die ganz bestimmt keine Vorfahrt haben...

So viel zum Thema Frau B. und autofahrende Promis. Bei Estate Italiana fällt aber ja noch was anderes ein also ausser der Frage, warum Deutschland keinen guten WM-Song hervorbringt: Ist ja bald soweit. Wenn das Wetter so bleibt, könnte sich das ja zum Heimvorteil entwickeln...

Auch Frau B. fährt Auto

Ein Cabrio für Arme. Also mehr als ein Schiebedach war einfach nicht drin. Jetzt ist es zwar so, dass Frau B. Cabrios schon mehr als cool findet, sie aber in einem Punkt mehr als uncool ist: Tatsache und es ist nahezu so spießig wie Opel fahren - räusper - sie ist zugempfindlich. Was ein echtes Problem ist, weil sie sich damit wahrscheinlich ein Leben lang entscheiden muss zwischen Coolness plus Dauerschmerzen (das Alter, das Alter) oder Spießigkeit.

Darüber sinnierte Frau B. also auf der Autobahn so vor sich hin. Freute sich daneben an der schönen niederbayerischen Landschaft, bedauerte es allerdings auch, nicht gleichzeitig fahren und fotografieren zu können - wie andere Menschen. Überlegte, ob diese Fotos tatsächlich beim Fahren entstanden seien und ob das dann bedeutete, dass die anderen bessere Fahrer seien oder einfach auf der Landstraße dahinschneckten. Die Tachonadel näherte sich den 200 und ein zufriedenes Lächeln durchzog ihr Gesicht.

Das Auto ist einfach perfekt eingefahren. Und in Gedanken entwarf sie einen netten kleinen Blogeintrag über das Autofahren und über die Geschichte, wie das Auto eingefahren wurde. Es war in diesem Sommer, der als Hochzeitssommer in die Geschichte eingehen würde. Was wahrscheinlich daran lag, dass sich bei den beteiligten Damen die 30 in bedrohlicher Weise näherte und dieser Gedanke offensichtlich nur mit einem Ring am Finger erträglich war. Und so war es der Sommer, in dem Frau B. mehrmals die Bundesrepublik durchquerte, um nahezu jedes Wochenende auf einer anderen Hochzeit zu tanzen. Weil aber der geliebte goldene Golf lange Strecken inzwischen nicht mehr besonders mochte (und einige Monate davor mehr als deutlich gemacht hatte, dass insbesondere eine Alpenüberquerung nichts mehr für eine alte Lady ist), brauchte dieser Sommer ein neues Auto. Dessen Jungfernfahrt raus vom Händler gleich ins Rheintal gehen sollte...

Ob es die Erinnerung an diese Fahrt war. Oder die 33 Grad an diesem Tag, wobei das Auto ja nicht mit in diesem dunklen Hochzeitssaal gefeiert hatte, denn für Juli-Hochzeiten am Rhein dann auch eine Location an eben diesem anzumieten wäre ja doch übertrieben, auf jeden Fall machte es: pff. Und von 180 bremste die Karre runter auf 100 als hätte jemand voll in die Eisen getreten. Unglaublich wieviele Lichtlein und Zeichen so ein Auto plötzlich haben kann, die kein Mensch zu entziffern weiss - naja, für Frauen spricht es dann eine deutliche Sprache: Motor! Abgas! WERKSTATT!!!!!!!!! SOFORT!!!!!!!!!!!!! Sch...

Danke an den Schutzheiligen der Autofahrenden Frauen (wir Katholiken haben ja glücklicherweise für alles einen Schutzheiligen): Das ganze passierte mit der nächsten Ausfahrt in Sichtweite. Und von dort aus direkt auf die nächste Werkstatt gerollt. Was sich als mehr als Glück herausstellte, denn ein paar Meter weiter und der Motor wäre hopps gegangen. Und nur meine  Freunde aus Wolfsburg sind im übrigen der Ansicht, dass Verschleisserscheinungen an der Spannrolle nach fünf Jahren völlig normal sind...

Und so wurde die Geschichte der Frau B. über eine Fahrt ins Rheintal jäh unterbrochen...

Oh Lord want you buy me...

Stopp. Stimmt ja gar nicht. Die gute Joan hätte nie gesungen "buy me an Opel Astra". Womit die Frage, ob Menschen, die vier Wochen Opel fahren, käuflich sind, eh hinfällig ist. Und, um eines klar zu stellen, hier wird keine neue Baustelle aufgemacht, in der sich A bis Z Blogger beleidigen können. Da gibt's grad genügend Spielwiesen, pardon Kindergärten im Netz. Was mich aber viel mehr interessieren würde - und damit die Frage an alle, die sich gerade mit ihrem Bagger im Sandkasten hauen - erzählt mir doch lieber mal, weshalb euer Bagger der schönste ist.

Lesegeschichten will ich haben! Teilhaben an der kindlichen Freude des Herrn Dahlmann, wenn er entdeckt, dass es Radios gibt, die einen automatischen Sendersuchlauf haben. Ich darf Ihnen an dieser Stelle versichern, dass es das schon lange gibt - und gab, sogar in meiner geliebten alten Schrottschüssel. Das Auto war ziemlich schnell weniger wert als das Radio - sprich im feindlichen Ausland konnte man zwar Anfang der Neunziger das Radio noch gut verhökern, aber ein goldfarbener (Sic!) Golf II fand bei den Autoknackern nur ein müdes Lächeln. Und das sowohl in Hamburg (Eppendorf - nix Gratlerviertel) wie ein paar Monte später in Weimar - das hatte ich davon, dass ich als kunstbeflissene Germanistin unbedingt Herrn Goethes Grab besichtigen musste. An dieser Stelle allerdings nochmals Dank an die Autoknacker: Es wären auch meine Kleidung, mein Geld, meine Papiere (auch die des Autos) im Auto gewesen. Ein Radio ist leichter zu ersetzen, auch wenn die Rückfahrt nach München etwas fad war...

An dieser Stelle auch Dank an Don Alphonso zu seiner mit der Barchetta am Gardasee Geschichte. Jetzt kenn ich alle Vorteile (welche eigentlich?) und Nachteile des Wägelchens, weiss dass es vom Besitzer geliebt wird und weshalb mir plötzlich wieder meine Hamburger Mitbewohnerin mit ihrem Mazda MX5 inklusive "sponsord by Daddy"-Aufkleber einfiel, bedarf noch einer genaueren Klärung.

Also ihr da draussen: mehr davon! Ihr Minifahrer erzählt mir, ob es wirklich noch Liebe ist, wenn man keinen Bierkasten in den Kofferraum bekommt. Ihr BMW-Fahrer, weshalb ihr alle fahrt wie eine gesegnte Sau - stopp, weiss ich eigentlich selbst: Wer nichts sieht und keinen Überblick hat, kann auch auf niemand anderen Rücksicht nehmen. Frau Nuf her mit ihrer Trabbi-Geschichte! Wer auch immer schon geweint hat, weil er seinen Sportwagen gegen eine Familienkutsche getauscht hat, jetzt ist ist der Zeitpunkt, es zu verarbeiten. Herr Schäfer: Stilbruch oder echtes Gefühl, einen New Beetle zu fahren? Porschefahrer (gibt's überhaupt Porschefahrer unter Bloggern?) - bitte klären Sie das  Streitgespräch kürzlich: Sagt der Porsche nun beim Anlassen - ich hab dich lieb (@Jürgen: Ich bleib dabei - that's Bullshitt!) oder doch viel mehr - ich f... dich? And last but not least: Wie recht hatte Joan Baez?

Update:

Law and Order auf der Autobahn

Ich habe einmal ein Auto gefahren mit dem sinnigen Kennzeichen "LA W". Potthässlich aber mein ganzer Stolz. Es war schon ein paar Jahre alt als ich 18 wurde. Aber noch richtig gut in Schuss. Naja, und dann kam mein Führerschein und mein Vater erlaubte seiner einzigen Tochter das, was alle Väter ihren Töchtern nicht versagen können - sein Auto zu fahren.

Was muss er gelitten haben - denn schon bei der ersten Fahrt nahm ich halt leider einen halben Gartenzaun mit (was musste der auch so dämlich im Wege stehn?). Eine der ersten Landstraßenfahrten endete beinahe mit einem Herzinfarkt meiner Mutter, die uns schon von dem entgegenkommenden Lkw zermalmt sah, aber damals noch entschieden cooler reagierte als heute in einer 30er Zone. Und im ersten Winter meines Führerscheindaseins  ging ich dann doch gleich mal auf Schmusekurs mit einem Taxi - damit's auch gscheit teuer wird. Klaglos (fast) zahlte mein Vater die kleinen und großen Reperaturen. Nahm es hin, dass sein über die Jahrzehnte heruntergefahrener Versicherungsbeitrag wieder stieg und stieg. Und ließ seine Tochter fahren. Mahnend mit einem Kennzeichen, das zu Recht und Ordnung rief - und dessen Fahrerin so jede auch nur denkliche Verkehrsregel übertrat. Irgendwann, die Jahre vergingen, hatte er dann die Nase voll, dass sein Auto, wenn er es dann bräuchte, in München, weil er ließ ja Töchterchen trotz besseren Wissens auch in die Studienstadt damit abdüsen (ja, die Münchner Polizisten sind äußerst nett zu 19jährigen Landeiern, die eine Großstadtkreuzung nicht übersehen können) oder in der Werkstatt war und kaufte sich ein neues, ein eigenes Auto, während meine erste Autobeziehung dann immerhin 11 Jahre hielt.

Inzwischen habe auch ich Auto fahren gelernt. Beifahrer haben nur noch gelegentlich Schmerzen - und was das Getriebe aushalten muss, darüber darf man geteilter Meinung sein. Und interessanterweise haben auch die blauen Polizeibriefe wegen Geschwindigkeitsüberschreitungen oder ähnliches rapide abgenommen seit sie nicht mehr an meinen Vater gehen. Mein Versicherungsstatus ist auf ein bezahlbares Level gerutscht und es soll auch den ein oder anderen Freund geben, der mir seinen Wagen anvertrauen würde.

Eigentlich bin ich eine passable Fahrerin geworden. Fiel mir gestern auf als ich auf der Autobahn dem Lastwagen die Vorfahrt genommen habe und auf seine Reaktionsschnelligkeit beim Bremsen vertraut habe...