Schöne Seiten

Geschenkte Tage

Sonnentage im Oktober sind geschenkte Tage. Während man im Sommer die Sonne erwartet, sie dann zu heiß ist und man doch nur ermattet den Schatten sucht, ist die Oktobersonne ein Traum. Der Himmel ist klar und die Bäume werden bunt.

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Während sich auf dem Brauneck, die Wanderer auf die Füße treten, kann man auf dem Zwiesel noch seine Ruhe haben.

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Am Kleinhesseloher See

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Nymphenburger Schlosspark


Monsieur, kein Hummer, aber Herr Paul

Ich beginne mit einer doppelten Abbitte: Ich war noch nie in der Buchhandlung Moth - jetzt ist sie schon eine Institution in München und Buchhandlung des Jahres und ich hab durchaus einen gewissen Bezug zu Büchern und ich war noch nie da. Großer Fehler, den ich aber wieder gutzumachen gedenke - was für eine schöne Buchhandlung mit einem wundervoll ausgesuchten Sortiment. Ich war frühzeitig da und hatte entsprechend Zeit mich umzusehen.

Anscheinend kannte ich erst einmal niemanden. Nur den Autor (vom Lesen jedenfalls) - Stevan Paul. Und jetzt kommt gleich die zweite Abbitte: auch wenn ich seit langem seine Blogs lese, so hatte ich mir das Buch nich gekauft. Diesen Fehler habe ich auch schon gutgemacht. Stevan Pauls las also vom Monsieur, von Würstenpalmen, grillenden Griechen und balgenden Katzen auf spanischen Terassen. Und es machte eindeutig Lust auf mehr. Und es machte Hunger und Durst - um dies zu stillen gab es Wein und Tapas.

Und so war es weniger eine sterile Lesung sondern ein kleines Get Together mit alten Bekannten - denn es stellte sich heraus, dass es vor Bekannten nur so wimmelte. Frau Ilse saß gleich neben mir und brach ihren "abends keine Kohlehydrate"-Vorsatz. Frau Klugscheißer war da wie auch Frau Kaltmamsell. Frau Cucina lernte ich kennen und fand sie gleich ebenso sympathisch wie sie unbekannterweise schon gefunden hatte. Ich fand heraus, dass Frau Schnuppensuppe nicht unbeteiligt ist, dass die Schlange bei unser aller Lieblingsbäcker immer so lang ist, und outete mich bei Frau Einfachguad als BR-Zuschauerin.

Ein sehr netter Abend. Und eigentlich sollte wieder mehr gelesen werden. Und zugehört. Und gegessen, getrunken und geplaudert werden...


Ernüchternd

Seit langem mal wieder Weinhändler meines Vertrauens 1 und kurz danach Weinhändler meines Vertrauens 2 besucht. Mit überraschenden Erkenntnissen. Katerstimmung in der Branche. Anscheinend wird weniger Wein getrunken. Was zu verschiedenen Fragen führt: Wird generell weniger Alkohol getrunken? Oder sind die Leute auf Bier umgestiegen? - Vielleicht sind die Menschen auch aus dem Fachhandel raus und in die Supermärkte hinein zum Kauf?

Zu Weinhändler meines Vertrauens 1 hätte ich ja beinahe gesagt: vielleicht solltest du auch den ein oder anderen Wein unter zehn Euro anbieten. Es gibt so magische Grenzen für Ausgaben, einfach mal so. Und ich glaube die Zeiten sind härter geworden für einfach mal so. Hab ich natürlich nicht gesagt,sondern was von Fastenzeit.

Weinhändlerin meines Vertrauens 2 erklärte mir, das ganze hätte nichts mit der Fastenzeit an sich zu tun. Dafür brachte sie von der Weinmesse entsetzliche Entwicklungen mit. Also die Tendenz, die ich schon seit Jahren mit Misstrauen verfolge, immer mehr Volumenprozent Alkohol im Wein - verbunden mit einer immer stärkeren Restsüße. Also nix kantiges mehr, sondern der verzweifelte Versuch, zu gefallen. Auf diesem Restsüße-Tripp sind vor allem grad die Österreicher...

...wobei ich mich frage, ob die nichts aus ihrer Weingeschichte gelernt haben. Sie hatten die Skandale überwunden, sich wieder als ernstzunehmendes Weinland etabiliert. Dann - werden sie immens teuer. Und weil ihnen die Käufer davonlaufen begeben sie sich auf einen "wir machen hier auf Übersee-Wein"-Tripp. Das kann nicht gutgehen...


Ausflug nach Südtirol

Damenwahl entschied eine Dame: Iris vom Weingut Lisson möchte für die neue Weinrallye Winzerinnenweine beschrieben. Jetzt ist der Wein das eine, die Frau dahinter das andere. Die Weine schätze ich seit Jahren - und so führt mich regelmäßig mein Weg nach Tramin, um bei ihr in der Vinothek einzukaufen. Denn, das ist das einzige Manko, ich habe ihre Weine noch nicht in Deutschland aufgetrieben. Die Rede ist von Elena Walch. Eine Winzerin, deren Wein mich nicht nur beeindruckt, sondern die mich auch als Frau beeindruckt. Elena Walch ist eigentlich Architektin, hat dann in eine Winzerfamilie eingeheiratet und kam so auf den Weingeschmack.

Ihr erster Wein trug ursprünglich noch nicht den Namen Walch - man wollte den alten Winzernamen vor einem möglichen Desaster schützen: Cardellino nannte sie ihn, was so viel heißt wie Stieglitz - eine Finkenart, die gern in den Chardonnay-Reben nistet. Es ist ein frischer, klarer Wein - aromatisch, mineralisch. Ein Wein, der Lust macht auf mehr. Mehr von dieser Frau, denn es war der Beginn einer sensationellen Weinkarriere. Inzwischen gibt es unzählige Weine, auch Riservas und das ein oder andere Cuvee. Geblieben ist die Klarheit und die Konzentration auf das Sortentypische der Weine. Der Cardellino firmiert schon längst unter dem Namen Elena Walch. Und wer von Walchweinen spricht, meint die ihren.

Ich würde Ihnen gerne ein Abbild davon präsentieren, aber mein letzter Besuch in Südtirol war im September... So verweise ich auf den Internetauftritt und falls mir doch jemand hier eine Bezugsadresse verraten könnte, würde ich mich freuen...


Erst eins, dann zwei...

...und dabei fällt mir auf: Ich habe wenige Adventskränze gesehen bis jetzt. Außer dem - und der wurde mit den Worten präsentiert: "meiner ist aber viel schöner als der von Helga". Nennt man das jetzt Adventskranz-Bashing? Meiner ist aber zumindest nicht gekauft, sondern selbst dekoriert. Und wenn wir schon beim Voten sind: Den hier finde ich sehr schön - schlicht und geschmackvoll. Und wie sieht es bei Ihnen aus kurz vor dem zweiten Lichtlein?


Weihnachten naht (2)...

...und manchen Menschen anscheinend nicht schnell genug: jedenfalls der Dame, die neben mir stand und allen Ernstes heute nach Weihnachtsbäumen fragte. Hier im Hause B. gibt's allerdings jetzt auch ein paar Farbtupfer.

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Frauen haben ja eh keine Ahnung

Natürlich bekam der Begleiter die Weinkarte vorgelegt. Und natürlich bekam er den Wein zum Probieren - nachdem ich ihn bestellt hatte. Drei Abende lang. In den Bergen ist man anscheinend noch konservativer als im Flachland. Aber grundsätzlich ist die Weinauswahl im Restaurant anscheinend Männersache und Frauen wird die Kompetenz nahezu grundsätzlich abgesprochen. Das ist nur ein Punkt, der mich am Weintrinken außer Haus ärgert. Die anderen sind: schlechte Weinauswahl, schlechte Beratung, überzogene Preise. Um Wein zu trinken, gehe ich häufig nicht mehr aus dem Haus, sondern freue mich über einen guten Tropfen in meinem Wohnzimmer...

Aber die Notizen für Genießer wollten ja explizit für die 16. Weinrallye was über das außerheimische Weintrinken wissen. Da gibt es ja zwei Möglichkeiten - man geht schick essen oder man geht was essen und trinkt dazu auch ein Glas Wein. Und gerade letzteres macht häufig keinen Spaß mehr: Man geht wohin, auf der Karte steht nur mit Glück das Weingut, auf Nachfrage hört man ein "Also mir schmeckt der xy am besten" und dafür zahlt man dann sieben bis acht Euro das Glas.

"Also mir schmeckt am besten" - auf den Satz reagier ich inzwischen allergisch. Den kann man nämlich auch im Restaurant hören. Und bei Flaschenpreisen für 50 Euro interessiert mich nicht die Bohne, was dem Fräulein Bedienung schmeckt, sondern was am besten zu dem auch nicht günstigen Essen passt.

Weil ich aber nicht nur meckern an dieser Stelle will, kramen wir doch mal das Service-Element hervor und loben. Nämlich das Broeding. Wo das Essen nicht nur wunderbar ist, sondern auch die Weinempfehlungen. Und das ganze eben nicht zu einem überzogenen Preis.

Hier war Frau B. schon mal ein Glas Wein trinken...


Grillen auf sizilianisch

Nun, es ist nicht ganz der Sommer zum grillen. Jedenfalls nicht, um lauschige Nächte in einem nicht vorhandenen Garten zu verbringen. Und so erinnere ich mich nur an wenige Grillabende, wobei durchaus das ein oder andere edle Tröpfchen entkorkt wurde - und ich in einem geliehenen Vliespulli dasaß, das Rotweinglas schwenkte und feststellen musste, dass der Wein schlicht zu kalt wurde. Aber glücklicherweise waren wir ja im Frühsommer auf der bellissima Seite des Lebens...

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...wo es vorallem gegrillten Fisch und gegrilltes Gemüse gab. Und Wein. Und daher gibt's zur neuen Weinrallye, ausgerichtet vom SanoViaBlog, diesmal sizilianischen Wein - schließlich lautet das Motto "Weine zum Grillabend".
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Mitgebracht aus Sizilien habe ich die Corvo Weine vom Weingut "Duca di Salaparuta".  Der  Corvo bianco wie auch der Corvo rosso sind unkomplizierte Sommerweine. Das heisst auch, dass mit 11,5 bzw. 12,5 Prozent Alkoholgehalt das erste Glas nicht gleich das letzte sein muss - erschreckenderweise sind nämlich die meisten sizilianischen Weinen, die man in Deutschland bekommt (nicht die, die man auf der Insel trinkt!), wahre Hochprozenter.

IMG_2503 Corvo rosso wird aus den Rebsorten Nero d'Avola und Nerello Mascalese gekeltert - ein charaktervoller Wein mit aromatischen Kräuter- und Beerennoten, der in den letzten Jahren bei Gambero Rosso immer wieder mit ein bis zwei Gläsern bewertet wurde. Passt zu gegrilltem Rindersteak mit Salat wunderbar. Bleiben wir auf der sizilianischen Seite der Küche gibt's dazu Thunfisch und oder gegrille Auberginen.

Der Corvo bianco besteht aus Inzolia, Catarratto und Grecanico Trauben. Er ist vom Charakter etwas eigen, aber frisch, fruchtig und elegant - ein schöner Begleiter zu gegrilltem Schwertfisch und Gemüse.

Beide auch gesehen bei Spina - etwa 6 Euro. Und wenn der Sommer keine Grillabende mehr hergibt, dann die Pfanne nehmen...

Ich hätte die aktuelle Weinrallye ja fast übersehen, wenn mich nicht Gotorio daran erinnert hätte durch ihren eigenen Beitrag...


Wanted: Sommerwein 2008

Ros

Das ist doch mal wieder ein Thema für mich: Rosé-Weine will Nikos Weinwelten für die neue Weinralley getestet wissen. Genauer: deutsche, österreichische oder südtiroler. Eh meine favorisierten Weinländer. Nur, Rosé-Weine gibt's da gar nicht so viele - Frankreich sei da einfach unschlagbar, meinte die Weinhändlerin meines Vertrauens. Sie hätte nur französische Rosés. Basta. Jetzt kann für mich zwar auch ein Franzose der Sommerwein 2008 werden, aber das geht ja jetzt am Thema vorbei.

Merken Sie was? Ich hab noch keinen Sommerwein 2008. Jetzt könnte ich natürlich auf den Sommerwein 2007 verweisen - aber nachdem ich den Rotling im vergangenen Sommer trotz seiner rosé Farbe so vehement als Nicht-Rosé beschrieben habe, werde ich irgendwann unglaubwürdig.

Rotling

Ich könnte auch auf einen lange von mir sehr geliebten Österreicher verweisen: Nämlich auf den Rosé von Graf Hardegg, ein Cuvee aus Zweigelt-Merlot-Cabernet aus dem Weinviertel. Ein großartiger saftig-fruchtiger Sommerwein mit einem Hauch von Johannisbeeren. Allerdings stellt sich die Beschaffung als schwierig heraus.

Ebenfalls schwierig in der Beschaffung ist der Wein, der nach einer Probeflasche sofort zu einem augenblicklichen Favoriten wurde: Der Rosé von Judith Beck. Als Testflasche in der Lieblingsweinhandlung in der kleinen Stadt beim letzten Besuch mitgenommen. Und schon beinahe nicht, denn er wird aus Blaufränkischen gekeltert, was nicht meine Lieblingstraube ist. Spielerisch leicht kitzelt er den Gaumen und verspricht sofort Sommer. Doch vorsicht: Er ist beileibe kein Leichtgewächs sondern hat satte 13%. Klar, das Burgenland mit seinen Sonnenstunden trägt da Rechnung - ich finde das für einen Sommerrosé ganz schön heftig. Dennoch denke ich, bei meinem nächsten Besuch in der kleinen Stadt werde ich davon etwas mitnehmen.


Frau B. zieht das Dirndl an

Als ich diese Ankündigung im Kaulwein-Blog gelesen habe, war eigentlich klar: ohne mich. Alles außer Glas lautet das Programm der ersten Weinralley 2007: Weine aus Tetra Pak, Bay in Box und Co. Das trinkbar hab ich mal unter den Tisch fallen lassen, zu der Frage kommen wir noch.

Doch, wie es der Zufall dann so will, was bekomme ich kurz vor Weihnachten als Geburtstagszugabe von einer Freundin?

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Ein Gag sei es, sagte sie. Und der Gag lagerte bis gestern abend im Kühlschrank. Gestern abend aber dann zog ich nach Paris Hilton Art das Dirndl an und beschäftigte mich mit der Frage, ob man den Prosecco ebenfalls auf der nächsten Wiesn im Hippodrom bewerben könnte. Ob ich den selben Medienrummel hervorrufen würde, das sei jetzt mal dahin gestellt...

Dosen-Prosecco also. Ich fand ja schon Dosenbier albern. Wie trinkt man das jetzt? Lasche rein, ansetzen. Hm. Schmeckt...naja ein bisschen dosig. Blechig. Aus dem Strohhalm? Strohhalme gibt's in diesem Haushalt nicht, hier leben keine Kinder. Ausserdem ist es albern - ich bin etwa doppelt so alt wie die Mädels, die eventuell Prosecco mit Strohhalm trinken. Probieren wir's mit einem Glas, auch wenn es das System des Dosen-Proseccos ad absurdum führt. Heraus kommt ein trinkbarer aber mäßiger Prosecco, der geradezu schreit, auf Eis getrunken zu werden. Eis gibt's grad auch nicht in diesem Haushalt. Was gibt's hier eigentlich?

Mei, vielleicht ist es ein Gag. Aber es gibt auch nette und trinkbare Proseccos in Piccolo-Flaschen, wenn man kleine Einheiten braucht und keine Gläser mitschleppen will. Eine Kühltasche braucht man eh, denn Wärme, nein Wärme verträgt dieser Prosecco gar nicht.


Silvestervorschau und Jahresrückblick

Wie verabschiedet man dieses Jahr, von dem man eigentlich schon zu Beginn die Nase voll hatte? Zum letzten Jahreswechsel war ich so krank, dass ich die Silvesterfeier absagen musste. Nachmittags des 31. Kein gutes Zeichen für das kommende Jahr. Dass aber eine Freundin eingesprungen ist und ich so wenigstens ein paar Stunden Gast auf meiner eigenen Feier sein konnte, nahm ich dann doch als "es wird schon werden"-Zeichen. Ähnlich wechselhaft ging es dann weiter...

Nun möchte Lars vom Schreiberswein-Blog zur neuen Weinralley wissen, mit welchem Schaumwein man denn das neue Jahr begrüßt.

Silvestersekt

Was passt zu diesem Jahreswechsel? Es passt schon mal, kein Fest zu veranstalten, ihn eher ruhig zu verbringen. Der dazu passende Schaumwein bewährt - feinperlig und nicht übersprudelnd. Dezent - harmonisch im Geschmack. Und die Wahl fiel auf...

Etikettt

...einen Cremant aus dem Loiretal. Ich persönlich bevorzuge die Rosé-Variante. Champagner halte ich eh weitgehend für überschätzt. Nichtsdestotrotz ist dieser Cremant, ein reiner Cabernet franc,  nach dem Champagnerverfahren hergestellt. Für mich ist er das perfekte Understatement - kein Angebersekt, sondern zurückhaltend stilvoll. Er eignet sich für den Abend zu zweit (...) ebenso wie als Aperitiv für Gäste.

Apropos stilvoll - ein Tipp für alle, die um Mitternacht mit vielen Gästen auf die Straße gehen: Die teuren Gläser mitnehmen? - Nein. Plastik-Sektgläser? - Geht gar nicht! Also bleiben zwei Möglichkeiten: entweder sich rechtzeitig mit günstigen Sektgläsern eindecken oder jedem Gast einen Piccolo in die Hand drücken. Da die Champagner-Piccolos völlig überteuert und nur von den allseits überschätzten Marken zu haben sind, empfehle ich den Rieslingsekt von Dallmayr oder den Klassiker von Geldermann.

Piccolo

Beide um die 3 Euro. Der Bouvet-Ladubay um die 15 Euro - in München gesehen bei: Weinzentrum, Landshuter Allee 61.