Am Neujahrstag
Iphi - mir graut vor dir!

Himmel Landshut...

...oder ich bin jetzt offiziell und ganz und gar Münchnerin

Meine Geburtsstadt Landshut hat ja zur Zeit auch lustige Ideen. Weniger Landshut an sich, das nach wie vor im Dornröschenschlaf vor sich hin dämmert, als vielmehr der neue Stadt-Chef Hans Rampf. Von Josef Daimer hat er nämlich nicht nur eine wohlrestaurierte Stadt übernommen sondern auch jede Menge Schulden, die sich durch unter anderem durch Fehlkalkulationen in Prestigeprojekten wie den Hofbergtunnel, Bernlochnerkomplex etc. herausgebildet haben.

Und jetzt geht es ans Geld eintreiben. Als Geschäftsmann weiß Rampf wie das geht: Ausgaben senken, Einnahmen erhöhen. Was für jeden Privathaushalt gilt, sollte ja auch für einen Stadthaushalt funktionieren. Die Art und Weise allerdings ist schon eher merkwürdig. Eine Einnahmequelle sieht man zum Beispiel darin, eine zentrale Stelle zum Flaschen und Altpapier abladen, mit der Video-Kamera zu überwachen. Ziel des ganzen: Wer mit einem Nicht-Landshuter-Autokennzeichen vorfährt, bekommt erst mal einen Strafzettel zugestellt. Unüberpüft, ob derjenige nicht eventuell einen Wohnsitz in dieser schönen Stadt hat.

Aber der Kampf gegen die Stadtvermüllung durch Auswärtige geht noch weiter. So hat Landshut jetzt eine Zweitwohnsitzsteuer eingeführt. Pi mal Daumen zehn Prozent der Miete, die man zahlt, sollen als Steuer an die Stadt abgeführt werden. Weil man ja die städtische Infrastruktur nütze, so die Begründung. Wer keine Miete zahlt, weil zum Beispiel nach wie vor im Elternhaus zweitwohnsitzlich gemeldet, soll mit zehn Prozent einer vergleichbaren Miete zur Kasse gebeten werden. Hallo?

Hauptsache Geld kommt in die Stadtkassen. Dass diejenigen, die sich immerhin noch so häufig in Landshut aufhalten, dass sie persönlich einen Zweitwohnsitz für gerechtfertigt halten, in diesem Zusammenhang vor allem Geld in die Stadt tragen, indem sie dort einkaufen gehen, ausgehen, essen gehen, Besucher mitbringen – das spielt keine Rolle. Sie sollen in Zukunft zahlen. Aber Mitbestimmen dürfen sie nach wie vor nicht - bei Kommunalwahlen zum Beispiel.

Nicht bedacht hat die Stadt allerdings, dass jedoch viele der etwa 5000 Betroffenen mehr oder weniger aus Jux und Dollerei – man könnte es auch Sentimentalität nennen – in Landshut zweitwohnsitzlich gemeldet sind. Oder inzwischen eben nicht mehr. Denn freundlicherweise hat die Stadt bei ihrer Erhebung gleich eine Abmeldebescheinigung beigelegt... Und den habe nicht nur ich  ausgefüllt...

Kommentare

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Dr.Sno*

Soviel also zum Thema »Heimat«

T.M.

Die Landshuter waren immer schon lustig. Ich musste mal nachts im Regen mit meinem Kfz hindurch, es waren irgendwelche Bauarbeiten, eine Umleitung war angeblich ausgeschildert, d.h. es stand da ein Schild, das irgendwohin zeigte. Das war's dann aber auch. Diese Stadt ist eine Falle, ein Labyrinth der Verdammnis. Es würde mich nicht wundern, fände man eines Tages in einem Auto ein Skelett - verhungert, aber das Lenkrad noch in Händen haltend.

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