Balkonbesetzer II. Teil
An Apple each day?

Das Leben ist eine Kaffeepause

Verkäuferin ist ja anscheinend ein richtig netter Job. Nicht zu anstrengend. Man kann ein bisschen mit Kolleginnen ein Schwätzchen halten. Kaffee trinken. Vor die Tür gehen und eine in der Sonne rauchen. Und wird dafür auch noch bezahlt. Prima. Will ich auch. Blöd nur, dass die Idylle immer wieder getrübt wird. Von Wesen, von oben bezeichneten Verkäuferinnen mit dem Schimpfwort "Kunde" bedacht. Kommen da einfach so rein - und wollen auch noch was. Geht gar nicht. Darum ein paar Tipps, wie man sich diese lästigen Individuen vom Hals schafft:

Arbeiten Sie zum Beispiel in einer Bäckerei: Immer dran denken, Maschinen rechtzeitig sauber zu machen - sonst kommt doch tatsächlich noch um halb sechs jemand, der sein Brot geschnitten haben will. Und Sie haben dann die Sauerei da. Sie wollen ja rechtzeitig Feierabend machen und sich den nicht mit Aufräumen versauen. Deswegen genauso wichtig im Frischwarenhandel wie Metzgerei oder Obstwaren: Immer schön eine Stunde vor Geschäftsschluss mit dem Aufräumen anfangen. Wenn nichts mehr da ist, kauft auch keiner mehr was. Potentielle Kunden loswerden heisst die Devise! Prägen Sie sich diese Sätze deshalb gut ein: "Wir machma fei glei zua!" - Anzuwenden ab einer halben Stunde vor Geschäftsschluss. - Denken Sie sich dabei: "Kann der Depp das nicht an den Öffnungszeiten an der Tür erkennen. So ein unhöflicher Kerl." Auch gut: "Mit Karte können Sie JETZT nicht mehr zahlen..." - wohlwissend, dass selten jemand mehrere hundert Euro Bargeld mit sich rumschleppt. Idiot, soll er doch wann anders wieder kommen. Nicht fehlen - egal zu welcher Zeit - in ihrem Sprachschatz dürfen auch: "Des hama net." "Des woas i net." "Mei dann miassns hoalt wann anders wiederkema." - Ist doch gar nicht so schwer, vor allem, da sich damit ihr Sprachschatz auch erfüllt hat.

Kunden muss man loswerden, sonst hat man ja keine Zeit für die angenehmen Dinge. Ich versteh das. Mich werden Sie damit auch los. Nicht nur an diesem Tag. Und irgendwann haben Sie dann richtig viel Zeit, wenn Sie alle Kunden endlich vergrault haben...

Kommentare

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Chris

Na ja, die haben aber auch wirklich einen stressigen job, werden richtig mies bezahlt und sollen dazu noch lächeln. Kann deinen Unmut verstehen, ist mir selbst als Kunde auch schon passiert, andererseits an deren Stelle hätte ich mit so manchem Kunden noch weniger Geduld. In meinem Supermarkt arbeiten die von morgens 8:30Uhr bis 20Uhr und samstags bis 18Uhr mit einer kleinen Mittagspause - und ich kann verstehen, dass kurz vor Feierabend dann eben schon Feierabend ist.

Chris2

Unverständlich, aber kennt das nicht? Das gibt es nicht nur in der Landshauptstadt (mit Herz), sondern genauso im provinziellen in Augsburg sowie im noch viel beschaulicheren Lichtenfels. Einzig der Wortlaut klingt dort etwas anders.
Ich versuche daher eben in solchen Fällen nicht "wieda a andermol" zu kommen.

Helga

Im Supermarkt hätte ich auch jedes Verständnis für schlechte Laune der schlechtbezahlten Kassenkräfte - interessanterweise sind hier in ALLEN Supermärten der Umgebung die Verkäuferinnen superfreundlich. Und ich dann im übrigen auch.

Ich spreche von Einzelhandelsläden - und das sind Beispiele der letzten beiden Wochen. Und das in Geschäften, die richtig beim Preis noch zulangen.

Michael

Wir leben bekanntlich in einer Dienstleistungsgesellschaft. Da steckt theoretisch "dienen" und "leisten" drin. Theoretisch...

tom

Dieses "Verkäuferinnen sind so arm dran"-Argument regt mich echt auf.
"Augen auf bei der Berufswahl" sag ich da!
Und es gibt genügend andere Jobs die auch stressig sind.
Ich würde gerne mal Samstags arbeiten und dafür unter der Woche frei haben. Öffnungzeiten von 8:30h bis 20:00h bedeutet nicht, dass jeder Verkäufer eine 66 Stunden Woche hat!

Fräulein Wunder

sehr beliebt bei Verkäuferinnen in kleinen Boutiquen: Rücken zudrehen und weiter telefonieren, obwohl die Kundin an der Kasse steht und diesen völlig überteurten Fetzen kaufen möchte...

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