Das Leben ist ein Wunschkonzert
Gedanken zum Wochenende

Nahrung für die Seele

Worunter man ja gemeinhin Musik, Malerei Literatur, Poesie und ähnlichen intellektuellen Blödsinn versteht. Ich rede von Essen. Und dabei ist es erstaunlicherweise genau umgekehrt, statt erhabenen Gefühlen gibt's als Seelennahrung meistens Junk Food. Ich brauch das jetzt - und trotzig schieben sich die meisten den dicken Burger, die fetten Fritten, die Tüte Chips, die Familientafel Schokolade oder den Megakübel Eis rein. Vorgemacht von unzähligen Serien - und gerade Frauen glauben ja anscheinend jeden Blödsinn, Loreley macht's ja auch. Aber die wird erstaunlicherweise auch nicht fett dabei. Gründe gibt's ja viele. Der Typ hat nicht angerufen, der Typ geht lieber zum Schafkopfen als in die Oper, er ist grantig, er liebt mich nicht, keiner liebt mich! Die Mutter nervt. Die Kinder nerven. Der Chef nervt. Ich nerv mich selbst. Es ist Vollmond, es ist Neumond. Es ist November, Dezember, Januar, Februar... Es regnet. Es ist kalt. Es ist PMS-Alarm. Es zwickt der Eisprung. Und überhaupt es ist Montag.

Also her mit Fettzeug, Zucker, Kalorien. Und dann wundern, dass die Laune auch nicht besser wird. Im Gegenteil. Je mehr man aufgeht wie ein Hefekloß.

Und dabei kann Essen doch durchaus so etwas tröstliches haben. Die Suppe, die einen Mutter früher gekocht hat, als man krank war. Der selbstgemachte Pudding. Die heisse Schokolade an kalten Sonntag nachmittagen. Der Apfelstrudel Freitag mittag.

Und Pfannkuchen.

Pfannkuchen sind für mich der Inbegriff der Seelennahrung. Mit Zucker, mit Marmelade. Pfannkuchen gefüllt mit Gemüse. Pfannkuchensuppe. Pfannkuchen in der Milch. Egal in welcher Form, sie verbreiten ein wohliges Gefühl. Um so erschreckender finde ich es, dass viele Menschen heute keine Pfannkuchen mehr machen können. Die kaufen dann für vier Euro ein Crepe auf dem Weihnachtsmarkt. Oder Pfannkuchenteigfertigmischungen. Also die Geschäftsidee, Mehl in kleinen Tütchen abgepackt extra teuer zu verkaufen (bitte fügen Sie Milch zu, die Eier sind schon drin, in welcher Form will man sich eigentlich gar nicht vorstellen), ist eigentlich genial. Hätte ich mal draufkommen sollen.

Auf jeden Fall habe ich heute Pfannkuchen gebacken. Und Suppe gekocht. Man muss auch nicht krank sein. Schmeckt auch so. Slow food statt junkfood. Es gibt Menschen, die sehen es nicht ein, für einen Teller Suppe eineinhalb Stunden in der Küche. Denen sei gesagt: So eine vor sich hin köchelnde Suppe hat etwas ungemein meditatives.

Guten Appetit, was immer Sie jetzt essen werden.

Kommentare

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Dr.Sno*

100 Gramm Mehl, ein Ei und Milch drüber bis es sich in die Pfanne giessen lässt.

Noch in der Pfanne dick mit Nutella beschmiert. Und beim Essen fast das Maul verbrannt...

Da kann einem selbst der Sch**November wurscht sein!

T.M.

Pfannkuchen, soso. Ich stelle gerade fest, dass ich nicht mehr genau weiss, wann ich zum letzten Mal usw. Notiert. Im Kopfe. Ich mach ja Quark rein, leicht gesüsst mit einem Spritzer Citrone. Ist dann geschmacklich einem Quarkstrudel in gewisser Weise nicht unähnlich. Und dick muss so ein Ding sein, 5mm der Pfannkuchen, 10mm die Füllung :)

P.S.: "und gerade Frauen glauben ja anscheinend jeden Blödsinn" - Was meinen Sie, warum? Ehrlich gefragt.

Jonas

Stimmt... Pfannkuchen-Mischung. Die gehoert hier in Australien zur Standard-Ausstattung einer jeden Speisekammer. Aber wie man Pfannkuchen selber macht weiss wahrscheinlich keiner.. eigentlich schade.

Wenigstens sind dann noch so Sachen wie schwarze Johannesbeere order Pflaumen drin (wahrscheinlich auch aus dem Labor!).

Helga

Jonas, das Rezept hat doch der Doktor grad aufgeschrieben: 100 bis 125 Gramm Mehl, 1 Ei, ein Viertelliter Milch. Ergibt 5 Pfannkuchen.

Wenn man sie nicht so dick macht wie T.M. Quark ist aber eine gute Idee. Oder Apfelsplitter.

Nutella allerdings ist nicht so mein Fall Doktor.

Und ihre Frage T.M, kann ich leider nicht mit einem Satz beantworten. Interessante Frage. Ich denke darüber nach...

Michael

Ich bin bekennender Schokoholiker. Wenn ich gut drauf bin liebe ich das Zeug, wenn ich schlecht drauf bin muss ich es haben. Und einfach so geht auch noch ein Stück zwischendurch.

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