Wet wet wet
Nachbarschaftshilfe

Saturday night

Fever? Gestern abend also im Privée. Die Protagonisten des Abends: Clubbesitzer Roman, der gewohnt privat - äh, sehr privat wurde. Ex-Viva-Legende und Priveé-DJ Nilzenburger, der nicht mit rohen Eiern beworfen, dafür aber angerotzt wurde. Der an seinem Legendenstatusarbeitende MC Winkel, der dennoch keinen Hattrick geschafft hat. Freund des Hauses und bis dato größter Bloglesungskritiker Dr.Sno*, der Fußball und Fengshui hasst. Und jetzt.de-Stipendiatin Rose, die auch nicht einfach heimgehen kann, wenn der Abend furchtbar ist. Hysterische Groupies blieben aus oder ich habe sie nicht gesehen. Dafür waren laut Anmoderation zwei Literaturkritiker geladen, die aber auch nicht in Erscheidung traten.

Erkenntnis 1: Ich bin alt. Clubleben ist nicht mehr so meine Sache. Zwar habe ich mir die Kleiderschrank-Krise erspart, aber nur, weil ich altbewährt, wie ja denn Frau Kaltmamsell ebenso sagte: Im Zweifelsfall immer schwarz. Nein, jenseits der Stylingfragen finde ich es einfach gar nicht mehr cool, mich schreiend mit jemanden zu unterhalten, um dann doch nur die Hälfte zu verstehen. Und dabei war ja der ein oder andere anwesend, mit dem ich bei der After-Show-Party gern mal ein bisschen geplaudert hätte. Oder es auch versucht habe...  Lärm ist nicht kommunikationsfördernd und ich beziehe mich da nicht aufs Aufreissen wie MC. Als dann um 12 ein Geburtstagsständchen zum 21. für jemanden gegrölt wurde, wusste ich, es ist Zeit für mich zu gehen. Und da war ich abgesehen von den Protagonisten des Abends glaub ich schon fast die letzte der Zuhörer.

Erkenntnis 2: Ich bin alt. Dass er bei mir punkten wollte, hab ich nicht bemerkt.

Erkenntnis 3: Ich bin alt. Roses Lebensgefühl ist von meinem so weit entfernt, dass ich mir wie meine eigene Großmutter vorkomme.

Erkenntnis 4: Die anderen sind auch nicht jünger. MC schwelgte in 80er Jahre Erinnerungen. Nils findet chillen ebenso affig wie ich. Und Sno* muss sich inzwischen mit Auszubildenden mit gruppenfördernden Ideen rumschlagen.

Fazit: Samstag abend hiess in unserer Jugend der Club noch Disse. Soviel also zum Alter. Und heute ziehen die meisten der Zuhörer eine Bar mit dezentem Sound der Party vor. Und das fand auch niemand schlimm. So viel also zum frühen Ende des Abends. Denn so ein Samstag abend hätte schon länger gehen können. Hatte das Entertainment zum Einstieg doch immerhin für gute Laune gesorgt.

Kommentare

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Christian

Ich schließe mich an: Auch ich bin alt. Und es stört mich gar nicht. Dank exzessivem Ausgehen in meinen Zwanzigern kann ich Rose noch etwas verstehen.

Schade, wir sind ja gar nicht so viel früher gegangen, da hätten wir ja gemeinsam noch etwas trinken gehen können, wo man sich auch unterhalten kann.

Dr.Sno*

Supernett geschrieben! Ich vermute ja dass der Sinn dieser Schreiunterhaltungen darin liegt, dass man dem Gegenüber direkt ins Ohr brüllen muss und somit zwangsweise Hautkontakt hergestellt werden kann. Scheint anbandelmäßig wohl schon seit den 80ern der Bringer zu sein.

Und über unser kurzes Rumplärren habe ich mich trotz heutiger Heiserkeit natürlich wirklich sehr gefreut!

Helga

Christian, ja, schade. Aber eigentlich wirktest du so, als wolltest du ganz schnell schlafen gehen. Und was das Lebensgefühl betrifft: Ich kenne es auch. Aber lange ist es her;-)

Danke Sno! Habe mich auch gefreut. Und über den Sinn und Zweck könnte man ja direkt mal gesondert nachdenken...

kaltmamsell

"Lebensgefühl", genau dieses Feuilleton-Wort hatte ich die ganze Zeit vor Augen. Bei mir kam erschwerend hinzu, dass ich Kneipentouren als Zeitvertreib nie kannte. Kommt dann vielleicht in der Midlife Crisis.

felix

Vorsätze für 2007 - Nachtrag:

- Unsubtiler beim Punkten werden.

- Die Taktik Anplärren mit Hautkontakt bei nächster sich bietender Gelegenheit auf ihren Erfolgsfaktor hin überprüfen.

roman libbertz

einfach nur smile

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