Ein schwarzes Schaf...
Es ist ein Mädel!

Luia sog i.

Kaum sind die ersten Sonnenstrahlen da, geht's wieder los. Der Münchner, egal ob eingeboren oder zuagroast, fühlt sich gerufen. Wenn nicht vom Berg, dann wenigstens von der Maß. Und zwar von der kollektiven. Individualität widerspricht offensichtlich dem bayerischen Wesen, er muss sich verbrüdern, sich selbst bestätigen in Handlungsweisen, die von allen mitgetragen werden. Und so gibt es, kaum lassen die Temparaturen es zu, nur ein Ziel: den kollektiven Biergartenbesuch.

Und vor der Maß sind alle gleich. Mögen in München die einen zwar gleicher als die anderen sein. Und mögen sich an manchen Stellen mehr Porsche und an anderen mehr Räder finden. Und dennoch sind sie sich gleich. Und brauchen dies als Selbstbestätigung, sich als zutiefst münchnerisch zu finden. Und sich damit vom Rest der Republik und der Welt sowieso abzugrenzen. Mia san mia.

Und deswegen wiederum sind Menschen, denen Freischankflächen in Größenordnungen, die in kleineren Städten dem Stadion des FC Regional entsprechen, suspekt sind, eh suspekt. Wie auch alle, für die nicht der Liter das Maß aller Dinge ist. Denn der Biergartenbesuch ist nach wie vor das Maß aller Dinge und Sinnbild für die Münchner Gigomantie. Und wer das dann nicht großartig findet, soll sich doch gleich schleichen.

In Städte, die auch Biergärten kennen, aber für die der Münchner nur ein mildes Lächeln übrig hat (nach zwei Maß) oder auch nur Verachtung. Denn die Freischankflächen, die so gerne in den Olymp der Biergärten aufgenommen würden, sind nichts anderes als Wirtsgärten. Und da muss man schon genau sein.  Denn der Himmel der Bayern ist ein Himmel der Münchner. Halleluia.

Kommentare

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T.M.

Dieser Beitrag gewinnt erst dann richtig an Gestalt, wenn man sich Frau B. nach zwei Mass vorstellt ...

L9

> "Wenn nicht vom Berg, dann wenigstens von der Maß. "
Das ist das Schöne in Erlangen, da vereinigen sich Berg und Maß

500beine

ich war bisher ein einziges mal in münchen, ich war in keinem einzigen biergarten, aber oben auf dem olympiaturm, wo ich zahnschmerzen bekam und nach hauase wollte.

Tom

Zwoa Maß und a Hendl biddscheen....

Stadtneurotiker

Nun hat die Größe der Biergärten ja einen historischen Grund, die Gigantomanie hat sich wohl erst später entwickelt.
Was mich an diesen Biergärten wirklich stört, ist nicht ihre Größe, sondern das meistens lausig schmeckende Essen. Man ist also fast gezwungen, sein eigenes Essen mitzubringen...

Aber wesentlich schlimmer ist in München der Umgang mit anderen Freischankflächen...

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