Chronik eines sich ankündigenden Verfalls
Happy Birthday

Nachhilfe für Studenten

Du spuist ja net mit Studenten. Ist der Lieblingssatz von Spezl J. beim Schafkopfen (soviel zu den Dingen, die Sie garantiert noch nicht von Frau B. wussten). Was aber ist, wenn man mit Studenten spielt, spielt sich gerade ab. Alle paar Tage kommt eine Anfrage - Facharbeiten, Semesterarbeiten, Diplomarbeiten. Und jetzt ist das hier wahrlich kein A-Blog.

Aber macht man ja gerne. Fragebogen ausfüllen. Für Studenten. An sich. Aber...

Ich will wissen, wer was warum von mir will. Ist doch nicht zuviel verlangt. Im übrigen auch nicht, schon mal mein Blog angeschaut zu haben. Vor einiger Zeit ereilte den Doktor und mich eine Anfrage: Studenten wollten einen Abschlussfilm drehen - wer was warum Kontaktadresse Fehlanzeige. Und dann aber auch: am Montag morgen zwischen 8 und 10 in deiner Wohnung. Hallo Studenten! Ihr spielt hier nicht mit Studenten! Aber ok, wir sind ja nicht so, wir fragten nach, diskuttierten untereinander, ob wir das wollen. Ergebnis: daheim nein, im Kaffeehaus ja. Aber dann, schau an, war ihnen das alles wohl zu kompliziert.

Also jetzt für alle Studenten eine kleine Hilfestellung. Ein Anschreiben geht so:

Guten Tag, ich bin ...
Im Rahmen meines Seminars bei Prof soundso an der Uni soundso (Link einfügen), mache ich... In diesem Zusammenhang bitte ich Sie...
Sie erreichen mich: Name, Adresse, Telefonnummer.
Für Nachfragen: Adresse des Lehrstuhls.
Danke für Ihre Hilfe. Die fertige Arbeit können Sie daunddort einsehen.

Mit freundlichen Grüßen, xxx

Was Studenten ja auch gerne machen sind Praktika. In diesem Zusammenhang möchte ich zuerst darauf hinweisen, Anschreiben von einem gmx-Spaß-Account sind nicht hilfreich. Richten Sie sich einen anständigen Account ein (Name!!). Sagen Sie wer Sie sind. Es ist auch keine Schande ein Praktikant zu sein, so haben wir alle mal angefangen. Stellen Sie ausserdem sicher, dass die Kollegen in der Redaktion auch wissen, wer Sie sind, wenn man die angegebene Telefonnummer anruft. Und last but not least: Sich zurückmelden, ist eine Frage der Höflichkeit, auch wenn die Geschichte inzwischen gestorben ist. Wer von den Münchnern hat denn eigentlich noch diese Anfrage bekommen??

Journalistisch gesehen ist Vorrecherche übrigens ein MUSS. Du spuist ja net mit Studenten. Ich selbst halte ja von lernen bei tun immer noch jede Menge. Also rein, liebe Journalistik-Studenten in die Redaktionen. Und weil es grad passt: Damit Sie meinen Gedankengang nachvollziehen können - Studenten - Fragebogen (übrigens sehr höflich!!) - Lisa Sonnabend. Münchenbloggerin, über die im letzten Journalisten berichtet wurde. Ein Paradebeispiel des oben erwähnten Zitats: Dass nämlich Frau Sonnabend das Bloggen als "Schreibübung" (Zitat) betrachtet (für richtigen Journalismus?), wie im Branchenblatt "Der Journalist" geschrieben hat. Thomas Mrazek war übrigens Dozent am KW-Institut, wo Lisa Sonnabend studiert hat. Hätte er ihr als socher nicht besser den Tipp gegeben, dass man "schnelles Arbeiten" doch immer noch ganz gut in einer kleinen Lokalredaktion "trainiert" (Zitat)?

In diesem Sinne: schöne Semesterferien. Spielt mal wieder Schafkopfen. Das bringt was für's Leben.

Kommentare

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cohu

Ich fands bei diesen Umfragen etwas seltsam, dass wirklich jeder exakt die gleichen Fragen stellt. Ok, mit einer Magisterarbeit muss man nicht sein Fach neu erfinden, aber man will doch nicht genau das gleiche machen wie anscheinend 20% des Jahrganges? Komisch.

Thomas Mrazek

Zefix! Was soll ich denn noch alles machen? (-;

Helga

Das ist ebenso wie mit den Verlagen: plötzlich denkt jeder - ui Bloggs, da könnt man doch was machen. Nur leider hat sich fast keiner damit vorher auseinandergesetzt.

drake

@Nachhilfe für Dozenten... ebenso notwendig!:-) z.B. professionelle Beratung an der Uni - wie geht das? (in Hessen ein echtes Thema!)

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