Kunden(un)zufriedenheit XXX.
Familienehre gerettet

Frau B. kauft...

... einen Mantel. Was an und für sich ein klassisches Shopping-Event ist. Oder eben auch nicht. Auf jeden Fall: Frau B. shoppt keinen Mantel. Frau B. kauft einen Mantel. In Chemnitz. Was natürlich als erstes zu der Frage führt, wieso Chemnitz. Eine Stadt, die nicht wirklich als Lifestyle-Metropole gilt. Aber vielleicht hat der Sektempfang bei den Feierlichkeiten zur Eröffnung des Museums Gunzenhauser etwas beschwingt, vielleicht hat auch der Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt beim anschließenden Chemnitzbummel etwas nachgeholfen. Vielleicht ist die Geschichte zwischen dem Wintermantel und mir nun doch schon eine lange gewesen, die endlich ein Ende finden musste.

Gesehen hatte ich den Wintermantel, der mein eigen werden sollte schon vor geraumer Zeit. Zu dieser Zeit war es aber erstens noch nicht so kalt. Und zweitens, was noch viel wichtiger ist, ich war auf der Suche nach einer Jacke. Einer Übergangsjacke. Auch wenn ich das lieber eine Jacke für die kühleren Tage nenne. Einer bestimmten Jacke. Die ich nämlich wiederum in der kleinen Stadt gesehen hatte, nicht gekauft hatte - und mich danach maßlos geärgert hatte.

Also ging ich in München auf die Suche nach jener bestimmten Jacke. Und diese Suche führte mich an Mänteln vorbei. Und da hätte ich beinahe einen Mantel gekauft. Einen bestimmten. Da es aber unsinnig ist, einen Mantel zu kaufen, wenn man eine Jacke braucht, und da es ebenfalls noch nicht klar war, ob das Budget beides zulassen würde, lies ich den Mantel Mantel sein und suchte weiter nach der Jacke.

Jacke gefunden. Glücklich.

Es wurde kälter.

Wintermantel überzeugt nicht mehr.

Anruf von Mutter: heute bei xxx habe ich übrigens einen Mantel gesehen! Ein Traum! Der ist für dich gemacht - den schenk ich dir zu Weihnachten. Es war DER Mantel. Und nein, ich hatte ihr nicht davon erzählt. Eine Fügung des Schicksals. Ich also zu xxx. Mantel nicht mehr in meiner Größe vorhanden.

Wahnvorstellungen bekommen: Haben will. Die halbe Bundesrepublik und definitiv ganz Bayern nach diesem Mantel abtelefoniert. Fest davon überzeugt, ihn aufzutreiben. Mantel nicht vorhanden. In mein Schicksal gefügt, den Bogen diesmal überspannt zu haben.

Nach Chemnitz gefahren. Dort der Kunst gefrönt. Über den Weihnachtsmarkt gebummelt. Glühwein getrunken. Ich will eine Wurst, sagt der Begleiter. Wir sind nicht in Thüringen, sage ich. Und mein Blick schweift über die Weihnachtsmarkt-Stände. Und darüber hinweg. Und bleibt hängen. An dem Namen eines Geschäftes - des Geschäftes, der Marke des Mantels meiner Träume. Hochhackige Schuhe haben Frauen noch nie vom Sprinten abgehalten.

Und was hängt drin? Der letzte seiner Art. Dafür reduziert. Wie auf mich wartend... Er ist es nicht exakt, aber fast - und eigentlich noch schöner. Und hier in Bayern nicht gesehen. Und jetzt mein. Und der Begleiter bekam danach die Bratwurst, die sächsische.

Kommentare

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T.M.

Sachsen macht glücklich.

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