Prinzessin auf der Erbse
Kein Aprilscherz

Wenn Albträume wahr werden

Also je nachdem wie paranoid jemand ist, gibt es verschiedene Stufen von Albträumen. Falls jemand noch gezweifelt hat - ich bin paranoid. Eine Zeitlang hatte ich die Vorstellung, eine brennende Zigarette in der Wohnung zurückgelassen zu haben. Ja, und es kam vor, dass ich wieder umgekehrt war, um meine Wohnung vor dem Abbrennen zu bewahren. Auch eine Eigenheit: Ich verlasse ungern eine nicht aufgeräumte Wohnung - nicht nur, weil ich gern in eine aufgeräumte zurückkomme. Ja, das auch. Es ist aber auch die Vorstellung, mir könnte etwas passieren und dann kommt jemand in meinen Saustall - entsetzlich. Es ist im übrigen auch entsetzlich in die Wohnung eines Menschen zu kommen, der diese nicht für immer verlassen wollte, aber das ist eine andere Geschichte...

Kommen wir zu einem anderen Albtraum  - und ich halte jede Wette, dass Sie ihn kennen. Was machen Sie, wenn Sie das Haus verlassen? Also ich für meinen Teil stehe in der offenen Tür und prüfe, ob ich den Schlüssel dabei habe. Erst dann schließe ich die Tür. Ein Vorgehen das angeraten ist, wenn man allein lebt oder der Mitchlüsselinhalber sich häufig irgendwo nur nicht hier befindet. Also mein Albtraum: Mitschlüsselinhaber am anderen Ende der Welt, ich mit Schlappen vor der Tür, Tür zu.

Es ist ein Check, den man sich angewöhnt. Immer macht. So auch heute. Ich mit Schlappen an die Tür. Prüfender Griff zum Schlüssel. Schlüssel nicht da. Tür zu.

Scheisse.

Sagen Sie mal, kennen Sie noch eine Telefonnummer - ausser der ursprünglich heimatlichen und der eigenen auswendig? Ich nicht. Kommt dazu, dass Menschen, wie ich auch, über die Auskunft nicht erreichbar sind. Also nicht existent. Blöd, wenn das Menschen sind, die Ersatzschlüsselinhaber sind - da sollte man echt aufpassen.

Gut dagegen, wenn die Lieblingsnachbarin auf Grund von Kinderkrankheit daheim ist - da kommt man nicht in Verlegenheit, plötzlich im Wohnzimmer von jemanden zu stehen und seine Hilfe zu erbitten, den man schon immer doof fand. Seltsam dagegen, sich durch die Konzerninstanzen durchzubitten, um bei jemanden zu landen, den man selbstverständlich normalerweise direkt anruft. Glück dagegen, diesen jemanden tatsächlich zu erreichen - weiter verbunden zu werden an Ersatzschlüsselinhaber und dieser gegen alle Wahrscheinlichkeiten tatsächlich die Zeit hat, sofort loszusprinten zu die Tür zu öffnen.

Danke an alle Beteiligtem, dass das so glimpflich ausging.

Und die Moral von der Geschicht? Lasst uns wieder Telefonnummern lernen. Deponiert genug Ersatzschlüssel - am besten bei Menschen, die gut erreichbar sind. Und die im Telefonbuch stehen.

Kommentare

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T.M.

Drum erwies es sich als Schicksal, dass unser dicker Kater (ein überaus kluges Tier) seinerzeit gelernt hatte, auf die Klinke zu springen, wenn er durch irgendeine Tür wollte. Schnappte nun die Wohnungstür zu, während man schnell mal am Briefkasten war, genügte es, ihn ein paarmal zu rufen und ... Hinterher gab's noch ein Leckerli.

In CH übrigens stellt sich das Problem gleich grundsätzlich nicht. Türen haben Klinken, auch aussen, immer. Und wenn sich der französischsprechende Nachbar wiedereinmal in der Etage geirrt hat und also plötzlich im Flur steht, sagt man freundlich "Bon jour".

Hans-Georg

Das Lernen bzw. Behalen von Telefonnummern wird durch die modernen Telefone ziemlich erschwert. Es ist doch so, dass heute so ziemlich alle Telefonnummern im Telefon eingespeichert sind. Man sucht im Telefonbuch nach dem benötigten Eintrag, drückt eine Taste - und die Verbindung wird hergestellt. Da ich die wichtigsten Telefonnummern noch im Kopf habe - aus der Zeit, als es solche Telefonnummern noch nicht gab - ist es für mich schneller, sie manuell zu wählen als mittels technischem Telefonbuch. Aber andere, die nicht so oft benötigt werden, muss ich dann auch durch das Telefon wählen lassen bzw. im Adressbuch nachschauen.

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