Blues
Gruselig...

Susn - eine Hommage

Vor dieser Frau möchte man in die Knie gehen - wie sie dasteht mit ihrem Engelsgesicht und sich in nur einer guten Stunde wandelt von der naiven Jungen in die abgehalfterte Alte, die alles und zu viel erlebt hat. Und das ohne Maske und ohne Zutun, nur aus sich selbst heraus.

Es wird wieder eine Hommage. Aber es geht nicht anders. Brigitte Hobmeier ist eine Sensation als Susn. Und das Gespann Ostermeier als Regisseur und Hobmeier als seine Hauptdarstellerin entwickelt sich zum Dream-Team, das süchtig macht. Dass Ostermeier, der aus Niederbayern nach Berlin geflohen ist, wie so viele andere kreative, gut ist, wenn er sich an der bayerischen Unterschicht abarbeitet, ist nichts neues. Ob mit Fleißer oder jetzt mit Achternbusch.

Susn, die Demontage einer Frau in vier Bildern, stammt aus einer Zeit, in der die Frauenbewegung ihre Hochkonjunktur hatte. Theoretisch, denn praktisch regierten die drei großen Ks. Das hat Achternbusch so gesehen, das sieht Ostermeier so - und das lebt auf der Bühne Brigitte Hobmeier.

Es ist derb, es ist kein Sonntagsspaziergang und die Lacher bleiben eher im Hals stecken. Aber es ist großartig. Großartig ist vor allem Brigitte Hobmeier, die mit einer scheinbaren Leichtigkeit die vierzig Jahre überwindet und diese Frauenfigur zu einer verschmelzen lässt. Zu einer, mit der man und über die man weinen möchte.

Prädikat: empfehlenswert! Die nächsten Aufführungstermine sind am 9. und 10. November. Mehr auf der Homepage der Münchner Kammerspiele

Und weil wir gerade dabei sind...Die letzte Möglichkeit, die Maria Braun in München zu sehen, ist Sonntag, der 8. November. Danach geht die Aufführung an die Schaubühne Berlin. Ich würde Ihnen ja den Besuch der Aufführung ebenfalls und immer noch empfehlen...

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