6. Januar
500 Seiten Daisy auf dem Sofa

Lokaltermin: Der Seniorenteller

Ich staune ja immer, was Menschen so alles essen können. Was natürlich im Rückblick auf die Feiertagszeit besonders auffällt. Weil feiern heißt für die meisten essen und das gemessen an den Mengen. Ich persönlich präferiere den Maßstab der Qualität und ich muss in dieser Hinsicht zugeben, ich habe wirklich geschlemmt. Und doch habe ich mich nie überfressen.

Dabei geht das mit dem Überfressen schnell los. Da reicht manchmal schon ein ganz normaler Gaststättenbesuch. Hauptsache viel auf dem Teller. Egal ob es danach weggeworfen wird, womit ich grundsätzlich ein Problem habe, besonders, wenn es gut war. Ich habe es auch schon geschafft mir in einer Landgaststätte Semmelknödel einpacken zu lassen - die in etwa die Größe von drei normal großen Knödel hatten und ich hab also wirklich nur ein Viertel geschafft. Den Rest gab es am nächsten Tag daheim geröstet. Ein bisserl peinlich war mir das allerdings schon.

Um Peinlichkeiten zu vermeiden und auch nicht alles eignet sich zur Zweitverwertung, frage ich manchmal nach einer kleinen Portion. Was durchaus als Affront verstanden werden kann: "Gibt's net. Kemma net bo(r)nieren." Oder auch: "Kinderteller gibt's nur für Kinder." Wennst nix essen willst, bleib doch daheim...

Wenigesser sind unverstanden. Umso größer das Entzücken Anfang des Jahres, also wenn man eh schon verhältnismäßig viel über die Tage gegessen hatte, eine Speisekarte aufzuschlagen, in der explizit auf kleine Portionen hingewiesen wird. Wenn man sich dann fast nicht entscheiden kann, weil vieles gut klingt und man am Ende wusste, dass man genau die richtige Wahl getroffen hatte - perfekt.

Dieses Glück lag am Wegesrand. Auf dem Weg zurück von einem Ausflug in die Stadt. Da sind wir beim Roiderer Toni in Straßlach eingekehrt. Der Gasthof zum Wildpark ist nun wirklich ein Begriff, aber ich war tatsächlich noch nie drin. Ein Fehler: Ich fand es ehrlich, bayerisch und geschmeckt hat's. Da hat's mir dann fast leid getan, dass ich nur die kleine Portion genommen hatte...

Kommentare

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Quizzy

Mir geht's oft genauso! Wenn ich eine Riesenportion auf dem Teller hab, vergeht mir vom Hinschauen schon der Appetit - lieber probier ich von meinem Liebsten noch ein bisserl was ... ;-)
Im "Oberland" hatte ich letzten Sonntag auch Glück, da gab's ein richtig gutes Wiener Schnitzel als "Seniorenteller" - und ich war mal wieder froh, einen graumelierten Herrn an meiner Seite zu haben ... :-D
Liebe Grüße
Quizzy

ilse aus Minga

Genau! durch die vielen Gasthausbesuche mit meiner Mutter habe ich auch den Seniorenteller entdeckt und mir gesagt "get over it" - eine Entdeckung. Und einpacken lassen ist eigentlich in Bayern nirgends peinlich, finde ich.

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