Idylle mit Kühen
Nur mal schnell...

Der Anfang vom Ende

Gentrifizierung wird ja in München gerne gleichgesetzt mit Centri-fizierung alternativ mit Gärtnerplatzifiezierung. Dass das völliger Blödsinn ist, merkt hier keiner. Weil, nur die darüber schreiben oder reden, die vermeintlich betroffen sind. Stimmt nicht, die echt betroffenen hatten keine Stimme und die Gentrifizierung des Viertels ist abgeschlossen – jetzt werden dann höchstens die vertrieben, die vertrieben haben. Und dann wird aus der Partymeile möglicherweise einfach mal wieder ein Wohnviertel werden. So wie Schwabing West oder Haidhausen.

Ich find das nicht weiter schlimm, aber ich weiß auch, dass ich mit dieser Meinung ziemlich alleine dastehe. Natürlich bedauere ich, dass dieser ganz eigene Flair des Viertels damit unwiderbringlich dahin ist – aber sind wir mal ehrlich, das ist er eh schon. Auf der anderen Seite ist es auch ein Zeichen, dass sich unsere Gesellschaft weiterentwickelt hat und zwei Männer auch in Neuhausen oder Obermenzing oder sonst wo in der Stadt zusammenleben können – und keiner schaut blöd.

Aber zurück zur Gentrifizierung. Die betrifft nämlich noch ganz andere Stadtteile, die lange nicht so angesagt sind, die sich aber nachhaltig verändern werden. Das Klientel der Kleinhäuslebauer-Siedlungen wandelt sich gerade. Wenn die Oma rausstirbt, die das, objektiv windige Häusl, nach dem Krieg mit ihren eigenen Händen aufgebaut hat, wird verkauft. Dann wird saniert und dann stehen in Vierteln wie Laim plötzlich Familienkutschen auf den Straßen, es bricht die Parkplatznot aus (weil die Kleinhäusle ja keine Garage haben, aber heutige Familien mindestens zwei Autos). Und am End siehst einen weißen Porsche auf der Straße stehen – dann weißt du auch, dass der Niedergang des Viertels eingeläutet ist...

Kommentare

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Ralph

Einen Niedergang der Kleinhäuslebauer-Siedlungen kann ich beim besten Willen nicht erkennen, nur eine Veränderung.
Ich wohne in Allach, und als ich vor 15 Jahren hier her gezogen bin, gab es viele alte Häuser die einer Renovierung bedurften, kaum Einkaufsmöglichleiten, und eine Grundschule die um ihren Fortbestand fürchtete.
Keiner meiner Nachbarn, und kaum einer in meiner Straße war jünger als 70.
Parkplätze wurden nicht mal knapp, wen irgendwo alle Enkel und Urenkel zu Besuch waren.
Du hast Recht, es ist hier eine Größe Veränderung im Gange, aber neue Geschäfte und Restaurants, eine gut gefüllte Grundschule und spielende Kinder auf der Straße sehe ich nicht als Niedergang an, und auch wenn der erste Porsche auftauchen wird ist das nur Punkt im Kreislauf der Zeit, bevor die Rentner ihren Platz wieder frei machen.
Einzig die neue Art der Bebauung stört mich, das ist aber wohl ein persönliches Problem, sonst würden sich die Bürger schon bei der Stadt zur Wehr setzen…

Helga

Achtung: IRONIE!!!

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