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Münchner Nachmittag

Als Münchner fällt einem das alles ja so gar nicht mehr auf, was anderen Menschen so auffällt. Also Besuchern dieser schönen Stadt. Wir halten uns jetzt nicht lange mit Klischees auf, die es schon in jeden Reiseführer geschafft haben - wie die Biergärten. Und dennoch staune ich wiederum über die immer wieder leuchtenden Augen von Fremden, wenn sie in einen Biergarten kommen. Auch die Geschäfte in der Innenstadt bringen Frauenaugen zum leuchten, habe ich bemerkt. Den dazugehörigen Mann kann man derweil getrost irgendwo an der Maximilianstraße absetzen und er darf die neuesten teuersten Automodelle bewundern. Wie viele teuere Autos hier rumfahren fällt einem selbst ja schon gar nicht mehr auf. Ich habe einen Geschäftstermin, ich bin im Anzug, sagte M. wie zur Warnung vor unserem Treffen. Das wiederum fällt nicht auf. Gutgekleidete Menschen nutzen die Herbstsonne für einen Cappucino auf Münchens schönster Freiluftterasse. Und mit Sonnenbrille auf der Nase kann selbst der Münchner nicht umhin seine Stadt mal wieder zu preisen. Man nimmt manche Dinge einfach zu selbstverständlich. Wie die Kulturbeflissenheit der Münchner. So ist an einem ganz normalen Donnerstag nachmittag eine Ausstellung einfach mal voll. Ein Phänomen, das der Nicht-Münchner mehrfach beredet. Hier geht man halt ins Museum und am Abend ins Theater - wie anderenorts zum Bäcker und auf die Coach. Mag das Münchner Kulturpublikum zwar spießig sein, wie oft gelästert, interessiert ist es allemal.

Kommentare

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Hans-Georg

Ist das Kulturpublikum wirklich interessiert oder geht es ins Theater um zu gucken wie die anderen gucken, will sagen: sehen und gesehen werden.

Helga

beides;-) Aber hier sind die Theater ja auch voll, wenn ein uraltes schon tausendmal gespieltes Stück angesetzt ist - und jeder, der was gilt im Zeifelsfall schon drin war.

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