Daumen drücken
Ach ja, es ist ja EM

Mia san mia

Eine Trotzreaktion.

Katerstimmung in München. Anderes konnte man den Sonntag nicht beschreiben. Nach der kollektiven Festtagslaune am Samstag, die weit in alle Stadtteile hineinreichte, war der Sonntag gedämpft wie ein Neujahrstag im Sommer. Mit dem Unterschied: Zum Jahreswechsel ist die Laune um Mitternacht eine andere. In der Nacht zum Sonntag wankten die Leut lautlos aber wie kopflose Hühner durch die Straßen - einmal quer über den Frankfurter Ring - das Spiel hat sie wohl lebensmüde gemacht. Sonntag mittag beim Bäcker sind noch alle Regale voll, kollektives ausschlafen. Zum obligatorischen Small-Talk ist keiner in Stimmung. Die Ruhe hängt auch am frühen Abend noch über der Stadt, trotz der Menschen auf den Straßen. Wir schweigen auch beim Spaziergang.

Und doch scheint München vereint an diesem Wochenende - vereint in Euphorie und vereint in Trauer. Mia san Minga. Die schönste Stadt der Welt. Und da kann ruhig jemand behaupten, dass es irgendwo besser ist und er mag vielleicht recht haben und dann sind wir mal kurzzeitig beleidigt, aber nur kurz, denn letztlich wissen wir, dass er falsch liegt. Denn mia san mia.

Kommentare

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Die Kaltmamsell

Komisch - mein München war gestern total entspannt. Die Joggerinnen an der Isar lächelten einander zu, manche Autofahrer setzten vor lauter Entspanntheit vor dem Abbiegen sogar ihre Blinker.

Margot

Ich - mitten in Schwabing - fand die Nacht von Samstag auf Sonntag echt gruselig. Überall offene Fenster, schräg bei mir gegenüber war beim Italiener Public Viewing, drei Stunden konnte man Jubel und kollektives Aufseufzen in Stereo hören - und dann auf einmal war's totenstill. Brrrrr!

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